Und die Richter berieten...: Streitfälle in Babylon aus der Zeit Neriglissars und Nabonids more

Und die Richter berieten … Streitfälle in Babylon aus der Zeit Neriglissars und Nabonids.
In: Archiv für Orientforschung, vol. 44/45 (1997–98), pp. 59–100.

Sonderdruck aus: ARCHIV FUR ORIENTFORSCHUNG Internationale Zeitschrift fur die Wissenschaft vom Vorderen Orient Begrundet von Ernst Weidner In Zusammenarbeit mit Hermann Hunger Herausgegeben von Hans Hirsch Redaktion: Michael Jursa BAND XLIV UND BAND XLV 1997/1998 Selbstverlag des Instituts fur Orientalistik der Universitat Wien Druck: F. Berger & Sonne G.m.b.H., Horn aus: Archiv fur Orientforschung, Bd. 44/45 (1997-98), S. 59-100 Und die Richter berieten ... Streitfalle in Babylon aus der Zeit Neriglissars und Nabonids* Von Cornelia Wunsch (Heidelberg) ProzeBprotokolle und Urkunden iiber richterliche Entscheidungen stellen neben den erhaltenen Gesetzesbestim- mungen und privaten Rechts- und Geschaftsurkunden eine wichtige Quelle fur unsere Kenntnis der mesopotami- schen Rechtsgeschichte dar.1 Sie geben Auskunfl iiber die geltenden Normen und die Rechtspraxis ihrer Zeit, indem sie reale Streitfalle vorstellen, die Anwendung und Auslegung der entsprechenden Gesetzesbestimmungen doku- mentieren und dariiber hinaus den Ablauf der Gerichtsverfahren erkennen lassen. _ Die iiberlieferten ProzeBurkunden aus der Zeit des *) Diese Arbeit wurde durch ein Postdoktorandenstipen- dium der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefordert. Fur die Genehmigung, unpublizierte Texte aus dem Britischen Museum zu veroffentlichen, sei den Trustees des Britischen Museums ebenso gedankt wie alien Mitarbeitern am Depart- ment of Western Asiatic Antiquities, die mich nach Kraften unterstiitzten, als ich die Texte der Babylon-Sammlung durch- zusehen begann. Herr C. B. F. Walker stellte mir dafur seine Vorarbeiten zum Katalog zur Verfiigung. Des weiteren konnte ich mehre- re Texte mit I. L. Finkel diskutieren und verdanke seinen Lesungsvorschlagen ein besseres Verstandnis der Texte. Frau B. Andre-Salvini ermoglichte mir, Texte aus dem Louvre zu kollationieren. F. Joannas gewahrte mir Einblick in das Ma- nuskript seiner Untersuchung zum neu- und spatbabyloni- schen Gerichtswesen, wofur ihm ebenso gedankt sei wie M. Weszeli und M. Jursa fur zahlreiche Hinweise und Korrektu- ren sowie die redaktionelle Betreuung dieses Artikels. Bibliographische Abkiirzungen folgen W. von Soden, Akkadisches Handwdrterbuch, dem Chicago Assyrian Dic- tionary und R. Borger, Handbuch der Keilschriftliteratur mit folgenden Abweichungen bzw. Erganzungen: AOAT 252: J. Marzahn - H. Neumann (Hrsg.), Assyrio- logica et Semitica. Festschrift for J. Oelsner Munster, im Druck (= AOAT 252); CM 3a und b: C. Wunsch, Die Urkunden des babylonischen Geschdftsmannes Iddin-Marduk. Zum Handel mit Naturalien im 6. Jahrhundert v. Chr. Gron- ingen 1993 (= Cuneiform Monographs 3); Dandamaev, Sla- very: M. A. Dandamaev, Slavery in Babylonia from Nahopo- lassar to Alexander the Great (636-331 BC), De Kalb 1984; Krecher, Egibi: J. Krecher, Das Geschdftshaus Egibi in Ba- bylon in neubabylonischer und achdmenidischer Zeit. Habi- litationsschrift, MunsterAV. 1970; Moore, NBAD: E. W. Moore, Neo-Babylonian Business and Administrative Docu- ments, Ann Arbor 1935; Ngl (mit Textuummer): B. T. A. Evetts, Inscriptions of the Reigns of Evil-Merodach, Neriglis- sar and Laborosoarchod, Leipzig 1892; Peiser, BRL (mit Bandnummer): J. Kohler - F. E. Peiser, Aus dem Babyloni- schen Rechtsleben, Leipzig 1890-96; Petschow, NPR: H. Petschow, Neubabylonisches Pfandrecht, Berlin 1956; Sack, Neriglissar: R. D. Sack, Neriglissar - King of Babylon, Kevelaer - Neukirchen-Vluyn 1994 (= AOAT 236); Stamm, Namengebung: J. J. Stamm, Die akkadische Namengebung, Leipzig 1939 (= MVAeG 44); Streck, Zahl und Zeit: M. P. Streck, Zahl und Zeit. Grammatik der Numeralia und des Verbalsystems im Spdtbabylonischen, Groningen 1995 (= neubabylonischen Reiches sind weder sehr zahlreich, noch in zeitlicher oder lokaler Hinsicht gleichmafiig verteilt. Neben Dokumenten aus dem Bereich des Eanna-Tempels von Uruk sind es insbesondere Urkun- den iiber richterliche Entscheidungen, die durch die Richter des Konigs in Babylon wahrend der Zeit Ne- riglissars und Nabonids (560-539 v. Chr.) getroffen wurden, die das bedeutendste Quellenmaterial zum neubabylonischen Prozefirecht darstellen. Den Streit- fallen, die damals in Babylon verhandelt wurden, wid- met sich der vorliegende Artikel.2 Cuneiform Monographs 5); Tallqvist, NN: K. Tallqvist, Neu- babylonisches Namenbuch zu den Geschaftsurkunden aus der Zeit des Samassumukin bis Xerxes, Helsingfors 1906. Weitere Abkiirzungen: Camb = Cambyses, Cyr = Cyrus, Dar = Darius, IRd = linker Rand, Nbk = Nebukadnezar, Nbn = Nabonid, Ngl = Neriglissar, oRd = oberer Rand, rRd = rechter Rand, Rs = Ruckseite, T = Transliteration, uRd = unterer Rand, U = Ubersetzung, Vs = Vorderseite. Die Datie- rung von Urkunden wird in der Form Tag.Monat.Regierungs- jahr (jeweils mit arabischen Ziffern) und der Sigle des Herr- schers angegeben. ') Fur die alteren Epochen mesopotamischer Geschichte vgl. A. Falkenstein, Die neusumerischen Gerichtsurkunden, Munchen 1957 (= ABAW, phil.-hist. Kl. N. F. 44); M. Schorr, Urkunden des altbabylonischen Zivil- und Prozefi- rechts, Leipzig 1913 (= VAB 5); A. Walther, Zum altbabylo- nischen Gerichtswesen, Dissertation Leipzig 1915; J. G. Laut- ner, Die richterliche Entscheidung und die Streitbeendigung im altbabylonischen Prozefirechte, Leipzig 1922 (Leipziger rechtswissenschaftliche Studien 3); E. Dombradi, Die Dar- stellung des Rechtsaustrags in den altbabylonischen Prozefi- urkunden, Stuttgart 1996 (= FAOS 20); R. E. Hayden, Court Procedure at Nuzi, Ph.D. Dissertation, Brandeis University 1962; R. Jas, Neo-Assyrian Judicial procedures, Helsinki 1996 (= SAAS 5). Eine zusammenfassende Darstellung zum Gerichtswesen und Prozefirecht in neubabylonischer und acha- menidischer Zeit fehlt bislang. 2) Eine Ubersicht iiber die im Anhang dieses Artikels bearbeiteten Texte befindet sich am Ende. Einen Katalog der Urkunden, die vor Richtem des Neriglissar oder Nabonid in Babylon ausgestellt wurden, bietet Verf. in "Die Richter des Nabonid", AOAT 252 (im Druck). 60 Cornelia Wunsch Einige dieser Urkunden sind bereits von verschie- denen Autoren ausfiihrlich behandelt worden3; auf eine 3) Fiir folgende Urkunden sei auf eine Bearbeitung an anderem Ort verwiesen (zitiert nach den von Verf. in AOAT 252 verwendeten Siglen): Edinb. 69: Die von S. Dalley, A Catalogue of the Akka- dian Cuneiform Tablets in the Collections of the Royal Scottish Museum, Edinburgh 1979, unter Nr. 69 veroffent- lichte Urkunde aus dem Jahre 1 Ngl wurde von G. Ries, "Ein neubabylonischer MitgiftprozeB (559 v. Chr.)" in D. Norr - D. Simon, Gedachtnisschrift fiir Wolfgang Kunkel, Frank- furt/M. 1984, S. 345-363, behandelt (T+U+Kommentar). Des weiteren vgl. dazu den Kommentar von M. T. Roth in JCS 43/45 (1991-93), S. 17f.: Eine Witwe fordert vom Sohn ihres verstorbenen Mannes die Herausgabe ihrer Mitgift; die Rich- ter iibertragen ihr (und der Schwiegertochter) Objekte ent- sprechend dem Wert der Mitgiften. AJSL 27, 216: Bei dem von I. J. Holt in AJSL 27 (1910- 11), S. 216, publizierten Text RCT 12 A und B (mit T+U auf S. 199f.) handelt es sich um zwei Falschungen (casts/moula- ges) einer bislang nicht identifizierten Originaltafel. Ein Grundstuckseigentiimer iibernimmt vor Richtera die Ver- pflichtung, das Grundstiick solange nicht zu verkaufen, zu verschenken oder mit einer Hypothek zu belasten, wie ein Rechtsstreit daruber andauert. Die Urkunde gehort zum Kauf- vertrag Speleers, Recueil Nr. 276. Eine Neubearbeitung er- folgt durch Verf. im Rahmen der Grundstucksgeschafte der Familie Egibi. AfO 36/37, 48 Nr. 1: Fiir BM 31546, durch M. T. Roth in AfO 36/37 (1992), S. 48, Nr. 1 transliteriert, siehe jetzt M. T. Roth, "TaSmetu-damqat and Daughters", AOAT 252 (im Druck): Eine Frau reklamiert Sklaven als Bestandteil ihrer Mitgift. Die Richter weisen ihre Klage ab; ihr Ehemann ist berechtigt, sie zu verkaufen. BM 31961: M. T. Roth, "TaSmetu-damqat and Daugh- ters", AOAT 252 (im Druck; T+U). Rechtsstreit um ein Grundstiick, das drei Schwestern gehort und auf das die Schwagerin ihres Vaters und ihr Sohn wegen einer Vindika- tion Anspriiche erheben. Die Entscheidung der Richter ist nicht erhalten, vgl. aber Nbn 355. BM 79049: Verf., "Die Jugendsiinden eines Babyloniers aus gutem Hause" in AoF 24 (1997), S. 231-241 (T+U und Kommentar), Kopie S. 235. Von Richtera bezeugter Ver- pflichtungsschein, der die Zahlung einer Kompensation we- gen Korperverletzung durch den Tater an das Opfer zum Gegenstand hat. MM 363b: Verf., "Neu- und spatbabylonische Texte aus dem Museum von Montserrat" AuOr 15 (1997), S. 159-163, Kopie S. 160. Bei dem fragmentarischen Text handelt es sich offenbar um ein gerichtsinternes Protokoll zu Zeugenaussa- gen in einem Fall, dessen Hintergriinde nicht recht ersichtlich sind. Nbn 13,16, 64, 495, 776, 1128: siehe unter Nr. 30-35 im Anhang (mit Kopien der gesiegelten Rander bzw. Kollations- bemerkungen). Nbn 355: Peiser, BRL 4, S. 83 (U); Roth, AOAT 252 (im Druck; T+U). Die Urkunde gehort zum gleichen Vorfall wie BM 31961. Es handelt sich um einen von Richtern bezeugten Verpflichtungsschein iiber den Kaufpreisanteil an einem Grundstiick, um das ein ProzeC gefuhrt worden ist. Neubearbeitung wurde daher verzichtet, wenn nicht durch Kollation oder Identifizierung zugehoriger Ur- kunden Verbesserungen im Verstandnis der Texte er- reicht werden konnten. Zwei neue Urkunden sind von Verf. zur Publikation an anderer Stelle vorgesehen.4 Nbn 356: zuletzt Verf., CM 3b, Nr. 167 (T+U), Kommen- tar CM 3a, S. 60f. (mit Kollation und friiherer Literatur), sowie G. van Driel, JEOL 29 (1985-86), S. 56 (U), und M. T. Roth, JCS 43-45 (1991-93), S. 17-19 (0). Rechtsstreit einer Witwe mit dem Binder ihres Mannes, der auf Vermogenswer- te, die ihr ihr Mann iibertragen hatte, Anspruch erhebt. Die Richter bestatigen das Recht der Witwe an den entsprechen- den Objekten. Nbn 608: siehe Kommentar zu Nbn 776 (Nr. 34) im Anhang. Nbn 720 und TCL 13, 219: E. W. Moore, NBAD, S. 222-225 (T+U von TCL 13, 219); M. San Nicolo, "Ein Urteil des koniglichen Gerichtes in Babylon aus der Zeit des Nabo- nid" in J. Friedrich - J. G. Lautner - J. Miles (Hrsg.), Symbolae ... Paulo Koschaker dedicatae (= Studia et docu- menta, Bd. 2), Leiden 1939, S. 179-188 (T+U von Nbn 720 und TCL 13, 219, Kommentar): Zwei Briider haben versucht, den Kaufer ihres Grundstiicks mit Hilfe einer gefalschten Urkunde iiber eine auf dem Grundstiick lastende Hypothek zu einer zusatzlichen Zahlung zu veranlassen. Der Kaufer klagt daraufhin und die Briider werden zu einer Strafzahlung ver- urteilt. TBER 60: D. Arnaud, "Un document juridique concer- nant les oblats", RA 67 (1973), S. 147-156 (T+U, Photo und Kommentar), Kopie von J.-M. Durand, Textes babyloniens depoque recente, Paris 1981, PI. 60f. Es geht um einen Rechtsstreit wegen einer Sklavin, die ihr friiherer Eigentiimer der Nanaja geweiht hatte. Wahrend Beamte von Eanna die Sklavin fiir den Tempel fordera, behauptet ihr nunmehriger Besitzer, sie gekauft zu haben. Die Richter weisen sie dem Tempel zu und verweisen den Kaufer darauf, gegen den Burg en zu klagen. TCL 12, 86: In der von E. W. Moore, NBAD, S. 88f. (T+U) behandelten Urkunde verfugen die Richter aufgrund einer Klage, da!3 einer bestimmten Person kiinftig kein Kredit mehr gewahrt werden darf. 5R 67, 1: Der von T. G. Pinches als 5R 67, 1 publizierte Text ist ein durch Richter beurkundeter Grundstiickskaufver- trag. Als Kaufer erscheint Nabu-ahhe-iddin aus der Familie Egibi. Siehe R. D. Sack, ZA 68 (1978), S. 146-149 (T+U) [wiederholt in Sack, Neriglissar, S. 218-222], sowie S. M. Mm\,AoF 17 (1990), S. 107-112 (Kollation; bei dem Dupli- kat handelt es sich um eine Falschung) und G. van Driel, JEOL 29 (1985-86), S. 63f. (Kommentar). Die Urkunde wird von Verf. im Rahmen der Grundstucksgeschafte der Familie Egibi behandelt. ") Folgende Urkunden, die von Verf. in AOAT 252 erwahnt wurden, sollen im Rahmen einer Monographic zu den Grundstucksgeschaften der Familie Egibi publiziert und ausfiihrlich behandelt werden: BM 31672 (ProzeUurkunde) und BM 33056 (+) 32674 (von Richtern beurkundeter Kauf- vertrag). AuBerdem wird dort eine neue Kopie von Nbn 720 (mit zwei angejointen Fragmenten und Zeichnung der Siegel) vorgelegt. AJSL 27, 216 und 5R 67, 1 werden jeweils in ihrem Kontext behandelt. Und die Richter berieten 61 Die iibrigen schon friiher in Keilschriftkopie verof- fentlichten Prozefiurkunden und einige bisher unbe- kannte sind der Gegenstand dieses Artikels. Es werden auBerdem alle verfiigbaren Rechts- und Geschaftsur- kunden zusammengestellt und in die Untersuchung einbezogen, die die Hintergrunde dieser Falle erhellen helfen und iiber das weitere Schicksal der Streitobjek- te Auskunft geben. Auf diese Weise sind mehrere interessante kleine Dossiers zustandegekommen (Nr. 1-19). Zwei weitere, ebenfalls bislang unbekannte Urkunden dokumentieren Streitfalle, die sich nicht mit anderen Texten in Verbindung bringen lassen, aber audi fur sich allein bedingt aussagekraftig sind (Nr. 20f.). Der Vollstandigkeit halber werden hier auch Kopien von Urkundenfragmenten geboten, deren In- halt - abgesehen davon, dafi es sich um Prozefiurkun- den handelt - nicht rekonstruiert werden kann (Nr. 22- 29). Ihre Publikation im vorliegenden Kontext ist schon deshalb angezeigt, weil sie in die Regierungszeit Na- bonids zu datieren sind und von Verf. im Rahmen des Artikels "Die Richter des Nabonid"5 fur die Rekon- struktion der Richterkollegien aus Babylon verwendet wurden. Um die dort dargestellten Ergebnisse, die sich u. a. auf Siegelabrollungen und -beischriften stiitzen, iiberpriifbar zu machen, werden hier auBerdem Kopien von Randern gesiegelter Tafeln publiziert, die bei der Erstveroffentlichung der Texte durch J. N. StraBmaier nicht abgebildet wiuden (Nr. 30-35). Die Herkunft der Tafeln Die neubabylonischen Prozefiurkunden, die Baby- lon als Ausstellungsort angeben, stammen samtlich nicht aus regularen Grabungen, sondern sind iiber den Kunsthandel zu Ende des vergangenen Jalirhunderts in Museen oder Privatsammlungen gelangt, vornehmlich in das Britische Museum. Auf ihre Herkunft deuten die Museumsnummera und ihr Inhalt: Die meisten Tafeln sind bereits durch die Inventarnummer jenen Ankaufen zuzuordnen, in denen auch die Urkunden der Familie Egibi, des umfangreichsten und bedeu- tendsten erhaltenen Privatarchivs aus der Zeit des neubabylonischen Reiches und der friihen Achameni- denzeit, enthalten sind. In vielen Fallen ist eine direkte Verbindung zu den Geschaften der Familie nachweis- bar, sei es, dafi die Egibis selbst in den Rechtsstreit verwickelt waren, sei es, dafi sie an den umstrittenen Objekten (Grundstiicken, Sklaven) interessiert waren und diese zu kaufen beabsichtigten. In diesen Fallen iiberrascht es nicht, derartige Urkunden - Originaldo- kumente und Abschriften - im Archiv der Familie zu finden, da sie den Nachweis iiber den legitimen Er- werb der Objekte lieferten. Auch einige der isolierten s) Vgl. Anm. 2. Prozefiurkunden, die sich bislang keinen anderen Do- kumenten zuordnen lassen, diirften ahnliche Falle re- prasentieren, bei denen freilich das Bindeglied zur Familie Egibi nicht bekannt ist. Fur die Anwesenheit einer iiberproportional grofien Zahl von Prozefiurkunden aus der Zeit Nabonids bietet sich jedoch noch eine weitere Erklarungsmoglichkeit an6: Nabu-ahhe-iddin, der Solin des Sulaja aus der Familie Egibi, das geschaftsfuhrende Familienober- haupt in der zweiten Generation, hat seit dem Beginn von Nabonids Herrschaft als koniglicher Richter in Babylon amtiert. Daher konnten Kopien und Abschrif- ten (und moglicherweise auch Originale) von Prozefi- urkunden aus uns heute nicht mehr ersichtlichen Griin- den in dieses Archiv gelangt sein, selbst wenn sie die Belange der Familie Egibi gar nicht beriihrten. Auch wenn einige Urkunden aus anderer Quelle stammen konnten7, muB konstatiert werden, daB unse- re Kenntnis des neubabylonischen GerichtsweseNs von Texten aus nur einem Archiv und einem sehr be- schrankten Zeitraum dominiert wird. Dieses Archiv wiederum ist bis heute nur unvollstandig pubhziert.8 Unter den Texten der Babylon-Sammlung des Briti- schen Museums befinden sich noch Hunderte von Fragmenten, die ihm eindeutig zugeordnet werden konnen, bei vielen anderen ist ein Zusammenhang ebenfalls zu vermuten. Die hier vorgelegten neuen Texte und Fragmente von Prozefiurkunden wurden eher beilaufig zur Kenntnis genommen und identifi- ziert, als Verf. die Babylon-Sammlung nach unpubli- zierten Egibi-Texten, insbesondere Grundstiickskauf- vertragen und Verwandtem, durchsuchte. Einige konn- ten aus mehreren Teilen mit z. T. weit voneinander entfernten Tafelnummern zusammengejoint werden. Die dadurch zu gewinnenden Informationen rechtfer- tigen ihre Publikation zum gegenwartigen Zeitpunkt, auch wenn vermutet werden mufi, dafi sich weitere zugehorige Fragmente noch unerkannt in der Samm- lung befinden. Die bei dem derzeitigen Publikations- stand erzielten Ergebnisse sind freilich als proviso- risch zu betrachten. Andererseits miissen diese Bruch- stiicke publiziert und damit allgemein zuganglich ge- macht werden, um die Identifizierung weiterer Frag- mente zu erleichtern und einer Aufarbeitung der ge- samten Textgruppe den Weg zu ebnen. 6) Bereits von G. van Driel, "The Rise of the House of Egibi. Nabu-ahhe-iddina", JEOL 29 (1985-86), S. 55, geiiu- Bert. Vgl. auch Verf, AO AT 252 (im Druck) bei und mit Anm. 6. 7) Z. B. TBER 60 (Louvre, Schenkung durch Allotte de la Fuye 1942, unbekannter Provenienz, vgl. Arnaud, RA 67 (1973), S. 147 mit Anm. 1), BM 79049 (Britisches Museum, Ankauf Bu. 89-4-26, aus dem bisher keine Egibi-Texte be- kannt sind). 8) Zum Forschungsstand vgl. Verf, AfO 42/43 (1995-96), S. 33f. 62 Cornelia Wunsch Die Streitfalle Alle hier zu behandelnden Streitfalle wurden den Richtern des Konigs Neriglissar bzw. Nabonid in Ba- bylon vorgetragen. Die Zusaminensetzung dieser Rich- terkollegien und ihre Bedeutung fur die zeitliche Ein- ordnung der Texte sowie die formalen Charakteristika der vor Richtern ausgestellten Urkunden waren bereits Gegenstand einer Untersuchung.9 Eine Studie zum Gerichtswesen in neubabylonischer und achamenidi- scher Zeit wird derzeit von F. Joannes vorbereitet. Um dieser Arbeit nicht vorzugreifen, soli sich das Augen- merk deshalb hier weniger auf allgemeine und formale Aspekte des ProzeBverlaufs richten, als vielmehr auf den Kontext der einzelnen Streitfalle. Insbesondere, wenn das soziales Bezugsfeld der ProzeBparteien und die Hintergrunde, die zur Klage ftihrten, durch ent- sprechende Passagen in den ProzeBurkunden oder weiteren Dokumenten erkennbar werden, lief era sie wichtige Informationen zur Sozial- und Rechtsgeschich- te, die sich aus anderen Quellen kaum erkennen oder nur schlecht belegen lassen. Die dokumentierten Streitfalle sind fast ausschlieB- lich vermogensrechtlicher Natur. Lediglich in einer Urkunde geht es um einen Fall von Korperverletzung, der in die Kategorie Strafrecht einzuordnen ist.10 Al- lerdings stehen auch dabei die vermogensrechtlichen Konsequenzen im Vordergrund, da die Urkunde den Anspruch des Opfers auf eine finanzielle Entschadi- gung durch den Tater beinhaltet. Iinmerhin belegt dieses Beispiel, daB der Tatigkeitsbereich der "Richter des Konigs" nicht so eng gesehen werden darf, wie es die iiberlieferten Urkunden zunachst erscheinen las- sen. Der Text TBER 60 macht zudem deutlich, daB in Babylon Angelegenheiten verhandelt wurden, bei de- nen es um Interessenkonflikte des Eanna-Tempels von Uruk mit AuBenstehenden ging. In diesem Falle war offensichtlich die Tempelgerichtsbarkeit nicht zustan- dig, da sie nicht in eigener Sache entscheiden konnte. Man wandte sich daher an die Richter des Konigs in Babylon als iibergeordnete, unabhangige Instanz. In den Auseinandersetzungen um Vermogensfra- gen, die uns uberliefert sind, geht es meist um Rechte an Grundstiicken oder Sklaven", die im Zuge von 9) Siehe Anm. 2. 10) BM 79049, vgl. Anm. 3. ") Die Begriffe ardu, amtu, gallu, qallatu, nise biti (wortlich "Hausleute") und amelutu werden im folgenden als "Sklave(n)" bzw. "Sklavin" wiedergegeben, wenn sie zur Bezeichnung von Personen dienen, die verkauft, verpfandet, als Vermogensobjekte behandelt oder freigelassen werden und diese damit als Nicht-Freie kennzeichnen. Die Begriffe scheinen bis zu einem gewissen Grade austauschbar gewesen zu sein (ahnlich Dandamaev, Slavery, S. 83 mit Belegen, vgl. auch CAD A/2 S. 61 s. v. amilutu 2c). Ein Sohn der La- tubaSinni wird z. B. in Nbk 193: 1 als qallu bezeichnet und Erbschaften, Mitgiflen oder sonstigen Vermogensuber- tragungen und -kompensationen den Besitzer gewech- selt haben oder als Pfand bestellt wurden. Haufig geben einander entgegen stehende Rechte AnlaB zu Streitigkeiten, wenn z. B. ein verpfandetes Objekt ver- kauft werden sollte oder ein Sklave freigelassen wur- de, der bereits verpfandet war. Auch Statusfragen spielen eine Rolle, etwa wenn eine Person vor Gericht behauptete, kein Sklave, sondern Freigelassener zu sein. Trotz der geringen Zahl von iiberlieferten ProzeB- urkunden ist es durchaus schwierig, Fragmente be- kannten Prozessen zuzuordnen wie auch verschiedene Falle auseinanderzuhalten. Dies liegt u. a. daran, daB Filiationen nur eingangs angegeben werden, so daB bei Beschadigungen der Tafel haufig die Beziehungen der am ProzeB Beteiligten untereinander nicht erkennbar sind. Hinzu kommt, daB mehrere Protagonisten unter- schiedlicher Rechtsfalle den gleichen Allerweltsna- men tragen, was die Bestinunung ihrer Identitat erheb- lich erschwert. Da der Anteil von festen Formularbe- standteilen bei Gerichtsurkunden geringer ist als bei anderen Urkundentypen und demgegenuber haufig Aus- sagen in wortlicher Rede zitiert werden, ist die Ergan- zung beschadigter Passagen besonders schwierig und bedarf selbst bei gewisser Kenntnis der Hintergrunde einiger Phantasie, oftmals ist sie jedoch unmoglich. Der Streit um die Kinder der La-tubasinni Im Akzessionsjahr Neriglissars fand ein ProzeB vor dem Sukkallu und den Richtern in Babylon statt, bei dem eine Frau La-tubasinni, Ehefrau des Dagil-ili, als Klagerin auftrat12 und behauptete, sie habe ihre funf Kinder, die Sonne Nabu-eda-usur, Bel-aha-usur und Esagil-resua sowie die Tochter Kisrinni und Gimilin- ni13, im Hause des Beklagten, eines gewissen Bel- in Ngl 2: 6 unter amelutu subsummiert. In BM 32023 (Nr. 6): 4 ist von einem qallu die Rede, dessen Verkaufer in Nbn 518: 17 als nadinanu ame[luti] bezeichnet werden. Die glei- chen Sklaven, die in Nbn 314: 7 und BM 34196 (Nr. 13): 6' nise biti genannt werden, erscheinen als amelutu in TCL 12, 122: 7, 19 und Rs 2', unter beiden Begriffen in Nbn 668 (Z. 5 und 19 bzw. Z. 12), wahrend eine der Sklavinnen in Nbn 665: 3 qallatu genannt ist. In BM 34392 (Nr. 21): 13' wird ardu neben nise biti (Z. 16') und amelutu (Z. 22') verwendet. 12) Offenbar trat neben ihr noch eine zweite Person als Klager auf, da die beiden Verben in Z. 3 und 4 im Plural stehen. Der Name, der am Ende von Z. 1 gestanden haben konnte, ist aber nicht erhalten. Es konnte sich um Ardija, den jiingsten Sohn der La-tubasinni, gehandelt haben, da laut Z. 20 weitere Klagen seitens der beiden verhindert werden sollen. n) Die Namensreihe der Geschwister ist insofern interes- sant, als die Namen der beiden altesten Sonne sowie der beiden Tochter jeweils die gleiche Struktur aufweisen. "Nabu, Und die Richter berieteii 63 ahhe-iddin aus der Familie Sin-damaqu14, geboren, nachdem eine Urkunde iiber ihre eigene Freilassung {titppi mar banuti "Tafel des Vollfreienstatus") ausge- stellt worden sei (BM 31797, Nr. 5, vom 10.8.0 Ngl, Z. 1-7, Z. 6 Ende nach Z. 8 erganzt). Ihre Klage zielt demnach darauf ab, den Status ihrer Kinder zu klaren. Indirekt lassen sich aus dieser Problemstellung mehrere Fakten entnehmen. Zum einen war La- tubaSinni bis zur Ausstellung dieser Urkunde keine Freie. Zweitens ist ihr eigener Status zum Zeitpunkt der Geburt ihrer Kinder von ausschlaggebender Be- deutung fur deren Status als Freie oder Unfreie, sonst hatte deswegen kein Prozefi angestrengt vverden mus- sen. Ware die Mutter tatsachlich bereits vor der Ge- burt freigelassen worden, so miissen wir schlufifol- gern, dann zahlten ihre Kinder nicht als Sklaven, selbst wenn sie im Hause eines Mannes zur Welt kamen, der nicht der Ehemann ihrer Mutter ist und in dem wir daher deren friiheren Eigentiimer (bzw. des- sen Rechtsnachfolger) vermuten diirfen. Da drittens der Ehemann wiederum in der Urkunde genannt wird, diirfte er auch der Vater der Kinder sein. Sein Status wird weder angegeben, noch ist er offenbar im vorlie- genden Falle von Bedeutung. Der Wortlaut der beschadigten ProzeCurkunde ist nicht vollig rekonstruierbar und der Sachverhalt bliebe teilweise unverslandlich, liefien sich der Urkunde nicht vier weitere Texte zur Seite stellen. Sie machen deut- lich, warum es zur Klage kam, auf welcher Rechts- grundlage das Urteil gefallt wurde und welche Folgen es hatte. Dem Prozefi vorausgegangen war der Verkauf von vier Sklaven (als amelutu bezeichnet) durch Bel-ahhe- iddin (den Beklagten), seinen Bruder und seine Mutter an Nabu-ahhe-iddin aus der Familie Egibi. Der Vor- gang ist durch den Kaufvertrag Ngl 2 (Nr. 4, vom 16.6.0 Ngl) dokumentiert. Bei den Sklaven handelt es sich um Nabu-eda-usur, seine Ehefrau und seine bei- den Schwestern, d. h. um drei Kinder der La-tuba§inni. Damit erklart sich, warum diese einen Prozefi ange- strengt hat: Der Verkauf von dreien ihrer Kinder war der unmittelbare Anlafi, und sie versucht ihn offen- schiitze den Einzigen" und "Bel, schiitze den Bruder" sind unschwer als Namen des Erst- bzw. Zweitgeborenen zu er- kennen. Die Bittnamen der Tochter "Ersetze mir" und "Ver- schone mich" passen zu dem der Mutter: "LaB mich nicht zuschanden werden". 14) Es lafit sich nicht eindeutig feststellen, ob der Name dieser Familie Sin-damaqu oder Sin-damiq/(m)udammiq zu lesen ist. Die syllabische Schreibung -da-ma-qu in Nbk 101: 14 macht ersteres wahrscheinlich, zumal im vorliegenden Fall bei der Schreibung des Namens mit dem Logogramm SIG5 nie das phonetische Komplement -iq angehangt wird. Aller- dings gibt das CAD nur KAL als Logogramm fur damaqu (Substantiv) an, SIG5 fur das Verb. Die Schreibungen schei- nen nicht konsequent auseinandergehalten worden zu sein. sichtlich im nachhinein fiir ungiiltig erklaren zu las- sen, indem sie die Kinder als Freigeborene reklamiert. Sollten sie also wirklich geboren worden sein, nach- dem ihre Mutter selbst freigelassen worden war, dann ware der Beklagte, in dessen Haus sie geboren wur- den, nicht deren Eigentiimer und folglich nicht berech- tigt, iiber sie zu verfiigen. In der Garantieklausel des Kaufvertrages hatte er freilich (gemeinsam mit Bruder und Mutter) dafiir gebiirgt, dafi die von ihm verkauften Personen keinen Vollfreienstatus {mar banutu) hatten. Daher oblag es ihm als Verkaufer (nicht etwa dem Kaufer), die Angelegenheit zu klaren.15 Die Richter untersuchten ihren Fall, wie es in Z. 7 der ProzeCurkunde lautet. Der Beklagte legte Urkun- den vor, um zu beweisen, dafi die fraglichen fiinf Kinder der La-tuba§inni zur Welt kamen, bevor diese selbst freigelassen worden war, und dafi fiir die beiden altesten Sonne bereits eine Sklavenabgabe (mandattu) zu zahlen war (Z. 8-12). Durch wen und aus welchen Griinden sie gezahlt wurde, ist nicht angegeben und war im vorliegenden Zusammenhang wohl auch nicht wichtig; es wird aber noch darauf zuriickzukommen sein. In der folgenden, stark beschadigten Passage des Textes (Z. 13f.) wird der Vater des Beklagten er- wahnt; es ist aufierdem von einer Weihung an den Gott Bel die Rede, falls das beschadigte Verb zu einer Form von zukku zu erganzen ist. Auch dazu spater. In der nachsten Zeile durften die erhaltenen Zei- chen dahingehend zu erganzen sein, dafi die Richter die Urkunden angesehen und daraufhin eine Entschei- dung gefallt haben. Vier der Kinder (die beiden alte- sten Sonne und die beiden Tochter) werden Bel-ahhe- iddin "gegeben", d. h. er kann als ihr Eigentiimer iiber sie verfiigen und ist daher berechtigt, sie zu verkaufen. Zur Begriindung der Entscheidung wird angegeben, dafi diese Kinder vor Ausstellung der Urkunde iiber La-tubasmnis Freilassung geboren wurden (Z. 16-18). Der dritte Sohn, Esagil-resua, wird uberraschender- weise nicht mehr erwahnt.16 Im folgenden Satz (Z. 15) Zur Eviktionsgarantie im neubabylonischen Mobiliar- kaufvertrag und den sich daraus ableitenden Verpflichtungen des Verkaufers vgl. H. Petschow, Die neubabylonischen Kauf- formulare, Leipzig 1939, S. 55-57. 16) Dies diirfte vermutlich mit einem fruhen Tod Esagil- resuas zu erklaren sein. Er wird nur dann genannt, wenn es um den Zeitpunkt der Geburt der Kinder geht (Z. 5 und 9), eine Verfugung iiber ihn wird jedoch nicht getroffen. Keines- falls kann er mit dem nachfolgend genannten jungsten Sohn der La-tubaSinni, Ardija, identisch sein. Es gibt zwar durch- aus Belege fur Sklaven, die mit zwei verschiedenen Namen genannt werden, aber in einer Urkunde wie der vorliegenden ware ein entsprechender Vermerk unbedingt zu erwarten. Aufierdem wird Esagil-resua in Z. 9 als vor der Ausstellung der tuppi mar banuti geboren bezeichnet, Ardija hingegen wurde unbestritten erst danach geboren (vgl. Z. 19f.). 64 Cornelia Wunsch 18f.) wird jedoch ein weiterer Sohn der La-tuba§inni, mit Namen Ardija, genannt, von dem vorher keine Rede war. Wenn die vorgeschlagene Erganzung der Zeilen korrekt ist, dann stellen die Richter darin fest, dafi dieser Sohn nach Ausstellung der fuppi mar banuti zur Welt gekommen ist, und er wird der Mutter zuge- sprochen. Er ist somit kein Sklave und kann nicht verkauft werden. Sein Status war allerdings auch nicht strittig, der entsprechende Vermerk dient somit nur als offizielle Bestatigung. In Z. 20-24 schliefilich folgt eine Klausel, dafi zur Vermeidung kiinfliger Rechtsstreitigkeiten vom Suk- kallu und den Richtern eine gesiegelte Urkunde ausge- stellt und an Bel-ahhe-iddin ausgehandigt wurde. Durch diese Urkunde kann Bel-ahhe-iddin nunmehr zweifels- frei nachweisen, dafi er zum Verkauf der Sklaven berechtigt ist. Dabei kann es sich nicht urn das uns uberlieferte Tafelexemplar handeln, da dies eine unge- siegelte Abschrift ist.17 Anliegen des hier behandelten Prozesses war es, den rechtlichen Status von Personen zu klaren, deren Mutter urspriinglich keinen Vollfreienstatus gehabt hatte, sondern diesen erst durch Ausstellung einer fuppi mar banuti erlangte. Existenz und Giiltigkeit dieser Urkunde unterliegen im Laufe des Verfahrens ebensowenig dem Zweifel wie die Tatsache, dafi die Kinder im Hause des Bel-ahhe-iddin zur Welt kamen. Von Bedeutung ist ledighch der Zeitpunkt ihrer Ge- burt im Verhaltnis zur Ausstellung (safdru) der Ur- kunde fur den rechtlichen Status der Kinder. In ent- sprechender Weise sind die Aussagen der Prozefipar- teien formuliert: Die Kinder seien danach bzw. zuvor geboren. Bedauerlicherweise erfahren wir nicht, durch wen die Urkunde ausgestellt worden war und welche Bedingungen daran gekniipft waren. Es ist wenig wahr- scheinlich, dafi es Bel-ahhe-iddin selbst war, also der Mann, mit dem sich La-tubasinni nun vor Gericht auseinandersetzt. Vielmehr ist anzunehmen, dafi be- reits sein Vater die Freilassung der La-tubasmni ver- anlafit hat, offenbar einige Zeit bevor der Prozefi stattfand. Die fiir uns nachstliegende Problemlosung ware, das Ausstellungsdatum der fuppi mar banuti und das Alter der Kinder zu iiberprufen. Es findet sich aber kein Hinweis in der Prozefiurkunde, dafi La-tubasmni die Urkunde iiber ihre Freilassung, von der sie ja wohl ein Exemplar bekommen haben diirfte, den Richtern vorgelegt hatte - und vielleicht mit gutem Grund. Offenbar war ihr bewufit, dafi ihre Klage nicht fun- 17) Bel-ahhe-iddin als Verkaufer hatte offensichtlich eiu Interesse, das Original zu behalten, da er nicht alle betroffe- nen Sklaven verkauft hat. Fiir die Familie Egibi, die Kaufer der Sklaven, wiederum diirfte die Kopie geniigt haben, bei einer wiederholten Klage schnell fur klare Verhaltnisse zu sorgen. diert war. Bel-ahhe-iddin brachte seinerseits Schriftstiicke, um nachzuweisen, dafi die Kinder als Sklaven geboren wurden. Unter anderem legte Bel-ahhe-iddin eine oder mehrere Urkunden vor, aus denen hervorging, dafi fiir die beiden altesten Sonne der La-tubasinni eine Skla- venabgabe (mandattu) fallig war. Eine solche Abgabe war zu entrichten, wenn dem Besitzer eines Sklaven dessen Arbeitskraft aus irgendeinem Grunde entging, etwa weil der Sklave anderswo Dienst tat, auf eigene Rechnung arbeitete oder sich aus anderen Griinden nicht beim Besitzer aufhielt. Eine entsprechende Ur- kunde ist als Nbk 193 (Nr. 2) aus dem 28. Jahr Nebukadnezars iiberliefert. In ihr verpflichtet sich ein gewisser Ubar, Sohn des Zambubu, Sklavenabgabe fiir Nabu- eda-usur zu zahlen, wenn dieser sich in seinem Hause aufhalten sollte. Nabu-eda-usur wird in dieser Urkunde als Sklave (qa/lu) des Ina-Esagil-Suma-ibni bezeichnet. Eine Filiation ist zwar nicht angegeben, aber aus Ngl 2: 10 und BM 31797: 13 (Nr. 4f.) wissen wir, dafi der Vater Bel-ahhe-iddins so hiefi. Mit dieser Urkunde konnte Bel-ahhe-iddin zunachst beweisen, dafi, 16 Jahre bevor unser Prozefi stattfand, Nabu-eda- usur in einem offiziellen Schriftstiick unbestritten als Sklave gall. Ihr wirkliches Gewicht erhalt diese Fest- stellung aber durch die Person dessen, der sich ver- pflichtet, die Sklavenabgabe zu zahlen. Es handelt sich um den Onkel des Nabu-eda-usur, den Bruder seines Vaters. Die Familienbeziehungen lassen sich nur rekon- struieren, weil die Eheurkunde einer La-tubasmni als Nbk 101 (Nr. 1) iiberliefert ist und der Name des Brautigams mit dem in der Prozefiurkunde BM 31797: 1 (Nr. 5) genannten Namen von La-tubasmnis Ehe- mann ubereinstimmt: Dagil-ili, laut Nbk 101: 1 der Sohn des Zambubu. Die Eheurkunde weist einige Be- sonderheiten auf, die heute, im Lichte des Prozesses um den Status von La-tuba§innis Kindern, besser zu erklaren sind. Der Brautigam tragt keinen Ahnherrennamen; bei der Braut, die von ihrer Mutter Hammaja verheiratet wird, ist gar keine Filiation angegeben. Die Filiation der Mutter wird jedoch genannt. Als Tochter eines Nergal-iddin aus der Familie Babutu diirfte sie eine Einheimische gewesen sein, ihr Bruder erscheint als Zeuge des Vertrages. Von einem Ehemann der Mutter ist nicht die Rede. Wenn ein Madchen nicht durch Vater oder Bruder, sondern seine Mutter verheiratet wird, dann kann vermutet werden, dafi mannliche Angehorige, die als pater familias fungieren konnten, nicht (mehr) existieren.18 IS) Vgl. M. T. Roth, "Age at Marriage and the Household: A Study of Neo-Babylonian and Neo-Assyrian Forms", Com- parative Studies in Society and History 29 (1987), S. 715- 747, bes. S. 723f. Und die Richter berieten 65 Wird ein Madchen durch ihren Vater oder beide Eltern verheiratet, erubrigt sich die Angabe ihrer Filia- tion im Ehevertrag. Auch wenn nach dem Tode des Vaters ein Bruder fiir sie agiert, versleht es sich von selbst, dafi der Vater ihres Bruders auch ihr eigener ist. Wird der Ehevertrag jedoch von ihrer Mutter flir sie geschlossen, sollte man erwarten, dafi ein Madchen auch nach dem Tode des Vaters durch die Filiation als seine Tochter identifiziert wird. Dies ist aber in den iiberlieferten Ehevertragen nicht generell der Fall.19 Wo der Name des Vaters angegeben ist, werden aller- dings gleichzeitig betrachtliche Mitgiften bestellt,20 so wie dies auch in anderen Eheurkunden und Mitgiftver- tragen zwischen Angehorigen der stadtischen Mittel- und Oberschicht aus dieser Zeit, die uns erhalten sind, ublich ist. Von der Familie der Braut werden dabei z. T. umfangreiche Silberbetrage, Grundstiicke oder wenigstens Sklaven mitgegeben.21 In unserem Fall geschieht das Gegenteil: Der Brau- tigam zahlt 30 Sekel Silber und iibergibt einen Sklaven von weiteren 30 Sekeln Wert an die Mutter der La- tubasinni, kum ... martisu "(als Kompensation) fiir ... ihre Tochter" (Z. 7-9). Die Ehe ist daher als Kaufehe zu charakterisieren.22 Fehlende Filiation und fehlende 19) Von den bei M. T. Roth, Babylonian Marriage Agree- ments lth-3rd Centuries B. C, Kevelaer - Neukirchen-Vluyu 1989 (= AO AT 222) zusammengestellten Belegen geben VS 6, 95 und TuM2-3, 2 (Nr. 10, 24b) den Namen des Vaters an, wahrend VS 6, 61, BM 70235 und OECT 10, 130 (Nr. 8, 13, 20) inn nicht erwahnen; bei BM 61984 und OECT 9, 73 (Nr. 16, 36) laBt es sich wegen des schlechten Erhaltungszustan- des nicht entscheiden. 20) Mit Angabe der Filiation: VS 6, 95: Grundstiicksan- teil, den bereits der Vater als Mitgift bestimmt hatte, und Mitgift ihrer eigenen Mutter; TuM 2-3, 2: Zwei Minen Silber, Grundstucksanteil, Hausrat. Demgegeniiber ohne Filiation: VS 6, 61: Schmuck im Wert von 20 Sekel Silber; BM 70235: unklar; OECT 10, 130: keine Mitgift. 21) Zum Umfang und den Komponenten von neubabylo- nischen Mitgiften vgl. M. T. Roth, "The Material Composi- tion of the Neo-Babylonian Dowry", AJO 36/37 (1989-90), S. 1-55. 22) V. Marx, BA 4, S. 6, hebt die "drastische kaufmanni- sche Ausdrucksweise" hervor und spricht von "Frauenkauf'. F. E. Peiser, BRL 1, S. 8, urteilt: "Dieser Frauenverkauf ist aber wohl im babylonischen Leben eine Seltenheit." Dies ist mit Blick auf die Verhaltnisse bei vermogenden neubabyloni- schen Familien (mithin der Schicht, die uns Privaturkunden hinterlassen hat) zweifelsohne richtig. Wir erfahren aber be- dauerlicherweise aus ihnen sehr selten etwas iiber die Fanii- lienstrukturen bei Abhangigen. Der vorliegende Fall ist nicht mit dem in altbabylonischer Zeit iiblichen Brauch zu verglei- chen, einen Brautpreis (terffatu) an die Familie der Braut zu zahlen. Die Anwendung des Begriffes "Kaufehe" auf die Verhaltnisse in altbabylonischer Zeit ist kontrovers, s. P. Koschaker, "EheschlieBung und Kauf nach altem Recht, mit besonderer Beriicksichtigung der alteren Keilschriftrechte", ArOr 18/3 (1950), S. 210-296, und die Gegenargumentation von R. Westbrook, Old Babylonian Marriage Law, Wien 1988 (= AfO Beiheft 23), S. 53-60. Mitgift lassen vermuten, dafi die Braut von minderem Status war, auch wenn sie nirgendwo explizit als Sklavin bezeichnet wird.23 Da La-tubaSinni im juristi- schen Sinne offensichtlich keinen Vater gehabt hat, konnte man vielleicht annehmen, Hammaja habe ein Findelkind grofigezogen, das sie nun verheiratet.24 Spatestens durch diesen Quasi-Verkauf durfie La- tubasinni nicht mehr als Freie gegolten haben, erst durch die fuppi mar banuti konnte sie diesen Status spater (wieder?) erlangen. Die Eheurkunde beinhaltet noch eine weitere Klau- sel. Sie besagt, dafi im Falle einer Ehe Dagil-ilTs mit einer zweiten Frau dieser eine Mine Silber an La- tubasinni zu zahlen hat und sie gehen kann, wohin sie will. Da sie als assatu "Ehefrau" gilt und Anspruch auf Scheidegeld hat, wenn sich ihr Mann von ihr trennen will, ist die Ehe demnach als vollgiiltig zu betrachten. Cber den Status des Dagil-ill macht die Urkunde leider ebenfalls keine expliziten Angaben, wenn man vom Fehlen des Ahnherrennamens einmal absieht. Da er aber, obwohl er iiber beachtliche finanzielle Res- sourcen verfiigt (er zahlt immerhin, den Wert des Sklaven eingerechnet, eine Mine Silber an die Mutter der La-tubasmni), eine Ehefrau kaufen muB, statt eine mit entsprechender Mitgift zu heiraten, kann sein ge- sellschaftlicher Prestigewert nicht allzu hoch gewesen sein. Ein weiteres Detail lafit aufmerken: Als erster Zeu- ge des Ehevertrages erscheint eine Person nut dem Ahnherrennamen Sin-damaqu. Ob er mit dem spateren Verkaufer von La-tubasinnis Kindern, der den glei- chen Familiennamen tragt, verwandt ist, lafit sich lei- der nicht durch Urkunden belegen. Interessanterweise wird er vor den eigentlichen Zeugen genannt und mit ina asabi sa "im Beisein von" eingeleitet. Diese For- mel wird sonst bei Zeugen verwendet, deren Anwe- senheit bei einem Geschaft zur Vermeidung spaterer Einspriiche ihrerseits wunschenswert ist. Dies trifft insbesondere (aber nicht nur) auf Frauen zu, die sonst bei neubabylonischen Rechtsurkunden zwar als Partei, aber nicht als Zeugen fungieren konnen.25 Falls Dagil- 23) M. A. Dandamaev, Slavery, S. 403, geht davon aus, daB trotz fehlender Filiation die Tochter eine Freie ist, und fiihrt weitere Beispiele an. Mangels zugehoriger Urkunden kann allerdings in diesen Fallen weder das eine noch das andere bewiesen werden. :4) Auch die Moglichkeit eines unehelichen Kindes wurde in Erwagung gezogen, vgl. Peiser, KB 4 (1896), S. 189. 2S) M. T. Roth, AOAT 222, S. 21 nennt weitere Beispiele. In Cyr 168 z. B. erscheint ein Mann als ina-asabi-Zeuge, dessen Sohn sich mit seinem Halbbruder aus erster Ehe der Mutter deren Mitgift teilt. Somit verzichtet er auf Anspriiche auf diesen Teil des Familienvermogens. Fiir unseren Fall sind eine Reihe von Vermutungen angestellt worden, warum ein mannlicher ina-asabi-Zeuge genannt wird, der auf den ersten Blick zu keiner der Parteien in verwandtschaftlicher Bezie- hung stent. F. E. Peiser, KB 4, S. 186, Anm. 7 nimmt an, daB 66 Cornelia Wunsch ill in irgendeinem Abhangigkeitsverhaltnis zu Ange- horigen der Familie Sin-damaqu gestanden haben soll- te, dann ware deren Zustimmung zu einer Eheschlie- fiung gewiB notig gewesen. Dies konnte auch erklaren, warum wir 15 Jahre spater den Kindern der La-tubasinni als Sklaven des (Ina)-Esagil-suma-ibni aus der Familie Sin-damaqu und 21 Jahre spater als Sklaven von des- sen Sohn begegnen. Wie bereits erwahnt, findet sich in BM 31797 (Nr. 5) noch ein Vermerk in Z. 13f., der Esagil-suma-ibni in zerstortem Kontext nennt. Das Verb isl sicherlich zu einer Form von zaku D zu vervollstandigen, was mit dem vorausgehenden ana Bel zusammen als "(ei- nen Sklaven) freilassen und dem (Tempel des Gottes) Bel weihen" zu deuten ist. Aus dem erhaltenen Text geht zwar nicht hervor, auf welche Person es sich bezieht, aber Dagil-ill ist schon wegen seines Namens ein moglicher Kandidat. Bei La-tuba§innis Ehemann konnte es sich demnach um einen ehemaligen Sklaven der Familie Sin-damaqu handeln, der nunmehr als sirku dem Tempel untersteht.26 Da er in der Eheurkun- de nicht als Sklave bezeichnet wird und auch keine andere Person die Heirat fiir ihn arrangiert, miissen wir wohl annehmen, daB er bereits vorher freigelassen worden war. Unklar bliebe dann allerdings, auf wel- cher Rechtsgrundlage seine Nachkommen von Ange- horigen der Familie Sin-damaqu als ihre Sklaven be- ansprucht werden, denn in der Eheurkunde wird der er der Vater der ohne Filiation genannten und daher unehe- lichen La-tubasinni sein konnte. V. Marx, BA 4, S. 5, lehnt diese Idee ab und pladiert stattdessen dafiir, in ihm entweder den Stiefvater oder Vormund der Braut zu sehen, oder jenian- den, der Anspruche auf den Sklaven erheben konnte, oder vielleicht den ersten Ehemann. M. T. Roth zieht auch Verbin- dungen zum Brautigam oder der Mutter der Braut ins Kalkiil, weil dieser Personenkreis wegen des Sklaven, den die Mutter der Braut erhalt, Anspruche geltend machen konnte. 26) Es sei an dieser Stelle auf einen anderen Fall verwie- sen, der ebenfalls einen freigelassenen und dem Tempel geweihten Sklaven betrifft. Er ereignete sich wahrend der Regierungzeit des Cyrus in Uruk und wird von M. T. Roth in ihrem Artikel "A Case of Contested Status" in H. Behrens u. a. (Hrsg.), DUMU-E2-DUB-BA. Studies in Honor ofAke W. Sjoberg, Philadelphia 1989, S. 481-489 [A 32117, Oriental Institute Chicago], behandelt. In diesem Falle hatte ein Ehe- paar ihren Sklaven verheiratet und gleichzeitig eine (uppi mar banuti ausgestellt, in der festgelegt wurde, daB kunftig sowohl er als auch die in der Ehe geborenen Kinder Freie {mar bane) und der IStar von Uruk geweiht {zakutu sa Istar ...) sein wiirden. Tiber die Modalitaten der Mitgiftbestellung ist nichts bekannt. Die Braut wird von ihrem Bruder in die Ehe gegeben, der keinen Ahnherrennamen tragt. Zum Streit kommt es neun Jahre spater, als ein Glaubiger der ehemaligen Besitzerin Anspruch auf den freigelassenen Sklaven erhebt, nach Prufung der Angelegenheit durch die Richter aber abge- wiesen wird. Im Unterschied zu unserem Fall war der Status kunftiger Kinder in der Eheurkunde geregelt worden und kein Streitgegenstand. Status zukiinftiger Kinder mit keinem Wort erwahnt. Hatten sie vielleicht die Heirat und damit den Quasi- Kauf der La-tubaSinni finanziert? Sollte es noch ein weiteres, uns nicht erhaltenes Dokument dariiber ge- geben haben? Der vorliegende Fall beruhrt Themen wie die Be- deutung des Status einer Person als Sklave (qallul qallatu, ardu/amtu, amelutu) bzw. mar bane, die Mog- lichkeiten fur den Ubergang von einem zum anderen und seine rechtlichen Konsequenzen, Ehen zwischen Personen nut unterschiedlichem Status und Folgen fur die Nachkommen aus diesen Verbindungen, zu denen uns kaum Gesetzesbestimmungen vorliegen und die selten in anderen Dokumenten ausfuhrlich genug be- handelt werden.27 Sie bediirfen noch der eingehenden Untersuchung. Aus den vier bislang besprochenen Urkunden lafit sich folgendes Bild gewinnen: Eine gewisse La- tubasinni wird von ihrer Mutter nut einem Mann von geringem gesellschaftlichen Status verheiratet. Da er dafiir eine Mine Silber als Gegenleistung an die Mut- ter zahlt, kommt dies faktisch einem Kauf gleich und La-tubaSinni diirfte hinfort als Sklavin bzw. Nicht- Vollfreie gegolten haben. Funfzehn Jahre spater wird ihr altester Sohn als Sklave dels (Ina-)Esagil-suma- ibni//Sin-damaqu bezeichnet. Wiederum dreizehn Jah- re spater wird er gemeinsam mit seiner Ehefrau und zwei Schwestern von den Erben des (Ina-)Esagil-Suma- ibni an Nabu-ahhe-iddin aus der Familie Egibi ver- kauft. Seine Mutter, die inzwischen Vollfreienstatus erhielt, versucht, den Verkauf zu verhindern, indem sie behauptet, ihre Kinder seien erst nach Ausstellung der Freilassungsurkunde geboren. Ihre Klage wird vom Gericht abgewiesen. Damit ist auch der Verkauf der Sklaven rechtswirksam. Abschriften der Prozefiurkun- de und weiterer Schriftstiicke, die im ProzeB als Be- weismittel dienten, werden durch oder fiir die Familie Egibi als Nachweis uber die Legitimitat des Erwerbs angefertigt und in deren Archiv aufbewahrt. Bis hierher lafit sich der Ablauf des Geschehens trotz aller Unsicherheiten ohne innere Widerspriiche 27) Die Bestimmungen des Kodex Hammurapi behandeln diese Fragen weder systematisch noch umfassend. Der § 175 widmet sich Ehen zwischen einem Sklaven und einer freieu Frau: In diesem Fall hat der Eigentumer des Sklaven keinen Anspruch auf die Kinder; § 171 betrifft Kinder einer Sklavin mit ihrem Eigentumer, die nicht zu dessen Lebzeiten legiti- miert wurden; sie werden nach dem Tod ihres Vaters frei. Fiir die neubabylonische Zeit gibt es nur sparliche Angaben zu Ehen zwischen Personen von unterschiedlichem Status, die keine allgemeinen SchluBfolgerungen bezuglich der Situation ihrer Kinder gestatten (Belege sind bei M. A. Dandamaev, Slavery, S. 411-414, zu finden). Auch zu Freilassung und Adoption von Sklaven sind nur wenige Informationen erhal- ten (ebenfalls bei M. A. Dandamaev, Slavery, S. 438-444, zusammengestellt). Und die Richter berieten 67 rekonstruieren. Es existiert aber noch eine fiinfte Ur- kunde, die ebenfalls zu dieser Affare gehort und, was den Verkauf der Sklaven betriffl, von Ngl 2 (Nr. 4) abweichende Angaben macht. BM 31285 (Nr. 3) stammt vom Ende des 1. Jahres Amel-Marduks oder Neriglissars28 und ist ein Sklavenkaufvertrag. Die drei bereits aus Ngl 2 (Nr. 4) bekannten Verkaufer (Bel- afohe-iddin, sein Bruder und ihre Mutter) verkaufen nach Ausweis dieser Urkunde den altesten Sohn der La-tubaSinni, Nabu-eda-u§ur, fur 58 Sekel Silber an den sonst unbekannten Sapik-zeri aus der Familie Sigua. Laut Ngl 2 (Nr. 4) wurde dieser Sklave jedoch mit Frau und Schwestern fur zusammen zwei Minen Silber an die Egibis verkaufl. Beide Urkunden sind demnach nicht ohne weiteres miteinander in Einklang zu bringen. Erklarungsversuche hangen unter anderem von der Datierung der Urkunde BM 31285 (Nr. 3) ab, ob sie also alter oder jiinger als der ihr entgegenste- hende Kaufvertrag Ngl 2 (Nr. 4) und die ProzeBurkun- de BM 31797 (Nr. 5) ist; beide stamnien aus dem Akzessionsjahr Neriglissars. Erste Moglichkeit: Angenommen, der Verkauf des Nabu-eda-usur an Sapik-zeri hatte im erst en Jahr Amel- Marduks stattgefunden. Dann miiBten wir annehmen, dieser Verkauf sei riickgangig gemacht worden und dieser erste Kaufvertrag (bzw. eine Kopie davon) zusammen mit einer Ungultigkeitserklarung beim spa- teren Verkauf des Sklaven an die Egibis ubergeben worden. Dies erscheint denkbar, das Ungultigmachen des ersten Verkaufs lafit sich jedoch nicht durch Ur- kunden belegen. Zweite Moglichkeit: Angenommen, der Verkauf des Nabu-eda-usur an Sapik-zeri hatte im ersten Jahr Neriglissars stattgefunden. Dann miiBten wir von einer Annullierung des Verkaufs der Sklaven an die Egibis, vielleicht wegen des Streits urn den Status der Skla- ven, ausgehen.29 Eine Urkunde daruber ist nicht be- kannt. Zudem miiBte es in diesem Fall verwundern, den Kaufvertrag BM 31285 (Nr. 3) und die den ProzeB betreffenden Urkunden im Egibi-Archiv zu linden. Diese Moglichkeit ist daher als wenig wahrscheinlich zu betrachten. 28) Der Name des Herrschers ist nicht erhalten. Theore- tisch kame auch Nabonid in Betracht, da aber alle anderen Urkunden aus der Zeit Neriglissars oder davor stammen, ist dies wenig wahrscheinlich. Im iibrigen ist es fur die Interpre- tation der Vorgange nicht entscheidend, ob die Urkunde im I. Jahr Neriglissars oder Nabonids ausgestellt wurde. Von Interesse ist nur die Frage, ob vor oder nach dem ProzeB vom 10.8.0 Ngl. 29) Ein solcher Fall ist belegt: Laut TCL 12, 65 z. B. hat Nabu-ahhe-iddin//Egibi zwei Sklaven gekauft; es kommt zur Vindikation durch einen Sohn der Verkauferin (Ngl 42) und der Kauf ist damit ungiiltig. In diesem Falle waren die Anspriiche aber offensichtlich gerechtfertigt, was im vorlie- genden Fall nicht zutrifft. Dritte Moglichkeit: Angenommen, der Verkauf an Sapik-zeri hatte im ersten Jahr Neriglissars stattgefun- den, es handelte sich bei dem Sklaven aber nicht um Nabu-eda-u§ur, sondern dessen Bruder Bel-aha-usur, der laut ProzeBurkunde ebenfalls Bel-ahhe-iddin ge- hort, aber in Ngl 2 (Nr. 4) nicht mit verkauft wird. Damit waren wir zwar zur Emendation des Namens gezwungen30, kamen aber ohne die ohnehin nicht zu beweisende Ungultigmachung eines fruheren Kaufver- trages aus. Die Aufbewahrung von BM 31285 (Nr. 3) im Egibi-Archiv konnte in diesem Falle vermuten lassen, der Kauf des Sklaven sei im Auftrag der Egibis iiber einen Mittelsmann abgewickelt worden - was sich zwar auch nicht beweisen lafit, wofiir aber immer- hin Parallelen aus diesem Archiv angefuhrt werden konnen.31 Diese Moglichkeit diirfle daher - trotz der Bedenken angesichts einer Emendation des Namens - auch in Betracht kommen. Es bleibt zu hoffen, dafi vielleicht doch noch wei- tere Texte und Fragmente identifiziert werden konnen, die mehr Licht in diese Angelegenheit bringen - falls sie sie nicht ganzlich verwirren. Der Verkauf des Nabu-utirri Nabu-utirri war einer der wichtigslen Sklaven der Familie Egibi, der selbstandig in Geschaften tatig war. Urspriinglich hatte er einem gewissen Bel-ahhe-eriba aus der Familie Dabibi gehort, der ihn im 11. Jahre Nabonids verkaufen wollte oder muBte. Als Kaufer agierte Bel-remanni aus der Familie Sin-damaqu32, der 30) Es kann sich keinesfalls um einen Schreibfehler han- deln, denn der Name wird zweimal genannt. So mifilich es ist, einen Namen zu emendieren, um einen vermuteten Bezug zwischen den Urkunden herstellen zu konnen, so kann we- nigstens ein Beispiel angefuhrt werden, wo ein ahnlich klin- gender, aber falscher Name in einer Urkunde geschrieben wurde, ohne daB dies jemandem aufgefallen oder zumindest als korrekturbediirftig erschienen ware. Es handelt sich um das Testament des Iddin-Marduk (also eine Textgattung, bei der man die exakte Wiedergabe der Namen erwarten sollte), in dem der Name seines zum Miterben eingesetzten Enkels Nergal-uSezib als Nergal-uSallim erscheint (BM 32205+, AfO 42/43 (1995-96), S. 48-53, Nr. 2, Z. 16 und 34). Im iibrigen spricht noch ein weiteres Argument dagegen, daB es Nabu- eda-usur war, der laut BM 31285 (Nr. 3) verkauft wurde: Nach Ausweis von Ngl 2 (Nr. 4) hatte dieser Sklave eine Ehefrau Banitumma. Man hat Sklavenfamilien gewohnlich nicht beim Verkauf auseinandergerissen. Auch dies lafit ver- muten, daB wohl eher Bel-aha-usur einzeln verkauft wurde. 31) Vgl. z. B. die weiter unten behandelte Urkunde BM 31589 (Nr. 9). 32) Zum Familiennamen vgl. Anm. 14. Bel-remanni war offensichtlich kein enger Verwandter jenes Familienzweiges, der uns im vorhergehenden Fall als Verkaufer der Kinder der La-tuba§inni begegnet ist. 68 Cornelia Wunsch 65 Sekel Silber fur den Sklaven zahlte. Der Kaufver- trag ist nicht erhalten, aber aus drei anderen Urkunden ist mehr uber den Vorgang zu erfahren. Die Quittung Nbn 516 (Nr. 7) vom 11.4.11 Nbn zeigt, daB auBer dem Verkaufer auch eine gewisse Inatu einen Anteil vom Kaufpreis erhalten hat. Sie war, wie aus Nbn 518 (Nr. 8, zwolf Tage spater ausgestellt) hervorgeht, die Ehefrau von Bel-ahhe-eribas Bruder (Z. 7). Diese Urkunde ist sehr aufschluBreich, was die naheren Umstande des Verkaufes angeht. In ihr quittieren der Verkaufer und seine Ehefrau Ka§5aja iiber den gesam- ten Kaufpreis von 65 Sekeln, von dem sie selbst allerdings hochstens 20 Sekel erhalten haben konnen. Der restliche Betrag wurde vom Kaufer an die bereits genannte Inatu und drei Glaubiger des Ehepaares aus- gezahlt. Inatu erhielt ihren Anteil von 18 Sekeln [anal kum] kurummatisu "[fur] ihre Versorgung(sansprii- che)"33, wie es in Z. 6-8 heiBt. Sie hatte diese Ansprii- che beim Verkauf des Sklaven angemeldet (paqdru subsu "Vindikation vorhanden sein lassen"), und so- wohl Verkaufer als auch Kaufer waren daran interes- siert, den Fall zu klaren. Die Angelegenheit wurde den Richtern des Nabonid vorgelegt, allerdings erst, nach- dem eine Einigung zwischen Inatu und ihrem Schwa- ger erzielt worden war. Aufgabe der Richter war es in diesem Fall nicht, ein Urteil zu finden und zu spre- chen, sondern die Rechtswirksamkeit einer auBerge- richthchen Einigung der Parteien zu bestatigen34 und damit den Kaufer gegen kiinftige Rechtsstreitigkeiten abzusichera. Die entsprechende Urkunde ist als BM 32023 (Nr. 6) liberliefert. Es handelt sich urn eine gesiegelte Originaltafel, die von sechs Richtern und zwei Schrei- bern bezeugt ist. Sie wurde, wie aus Z. 32-35 hervor- geht, dem Kaufer Bel-remanni ausgehandigt. In ihr wird die Vorgeschichte ausfuhrlich wiedergegeben, und zwar mit den Worten des Bel-ahhe-eriba, des Verkaufers. Dieser hatte nicht nur seine Schwagerin, sondern auch den Sklaven35 und den Kaufer des Skla- 33) Direkte Versorgungsanspriiche der Inatu gegeniiber ihrem Schwager durften nicht bestanden haben. Es ist viel- mehr zu vermuten, daB der Sklave ursprunglich gemeinsames Eigentum von Bel-ahhe-eriba und seinem Bruder Aplaja gewesen war, etwa aufgrund einer ungeteilten Erbengemeiu- schaft oder gemeinsamer Geschafte. Aplaja, der verstorben sein muB (ware er noch am Leben, hatte er selbst seine Anspriiche angemeldet), hatte offenbar seiner Ehefrau NieB- brauch an seinem Vermogen oder einem Teil seines Vermo- gens eingeraumt. 34) Diese Interpretation findet ihre Bestatigung darin, daB nach Ausweis der im folgenden diskutierten Urkunde BM 32023 sich der Verkaufer selbst an die Richter gewandt hat, nicht Inatu als Klagerin. 35) Die Vorfuhrung des Sklaven war wohl eine zusatzliche VorsichtsmaBnahme, um einem Streit um die Identitat des verkauften Sklaven und eventuellen Klagen seinerseits, z. B. daB er gar kein Sklave sei und nicht verkauft werden konne, vorzubeugen. ven nebst alien aufgesetzten Vertragen vor die Richter gebracht (Z. 18f), damit diese die Angelegenkeit griind- lich priifen und alle Beteiligten anhoren konnten. Nach Befragung der Inatu, die die Darstellung ihres Schwa- gers bestatigte und erklarte, keine Anspriiche gegen- iiber dem Kaufer des Sklaven mehr geltend machen zu wollen (Z. 22-30), und dem Studium der vorgelegten Urkunden kamen die Richter zu dem SchluB, daB an der Sache nichts auszusetzen sei und bestatigten den Kaufvertrag (Z. 30-32). Man gewinnt den Eindruck, daB die auBergerichtli- che Einigung von sachverstandiger Hand vorbereitet worden ist und zugleich groBer Wert darauf gelegt wurde, den Kaufvertrag gegen alle moglichen Klagen abzusichern. Eine weitere Urkunde, BM 31589 (Nr. 9), gibt den Hinweis, wer im Hintergrund die Faden gezogen haben diirfte. Aus ihr geht hervor, daB Bel- remanni den Kauf des Nabu-utirri als Mittelsmann des Itti-Marduk-balatu aus der Familie Egibi36 und mit dessen Geld getatigt hat. Folglich gehort der Sklave Itti-Marduk-balatu - und alle mit dem Kauf zusam- menhangenden Urkunden ebenfalls. Einer der Richter, die die Giiltigkeit des Kaufver- trages bestatigt haben, war Itti-Marduk-balatus Vater Nabu-ahhe-iddin. Das Prinzip, wonach ein Richter nicht in eigener Sache Recht sprechen darf, wird formal jedoch nicht verletzt. Zum einen ging es nicht um Anspriiche gegeniiber dem Kaufer, sondern dem Verkaufer des Sklaven von dritter Seite, zum anderen war Itti-Marduk-balatu, weil ein Mittelsmann fur ihn agierte, zumindest formal nicht an der Angelegenheit beteiligt. Der Nach la 13 des Arad-Gula Mehrere Urkunden gehoren zu einem Rechtsstreit um den NachlaB eines kinderlos verstorbenen Ehepaa- res und waren bereits Gegenstand von Untersuchun- gen; die Texte sind, soweit es ihre rechtshistorische Bedeutung betrifft, ausfuhrlich behandelt worden.37 Im 36) Eine Filiation ist in der Urkunde zwar nicht angege- ben, da aber ein Nabu-utirri in vielen jiingeren Urkunden als Sklave des Itti-Marduk-balatu aus der Familie Egibi bezeich- net wird, unterliegt die Identitat des Kaufers keineni Zweifel. 37) E. W. Moore, NBAD, S. 299, machte auf den Zusam- menhang des Textes TCL 12, 122 mit Nbn 314 und Nbn 668 aufmerksam. B. MeiBner, "Ein neubabylonischer Erbschafts- prozeB", AJO 11 (1936/37), S. 153f., konnte die Bedeutung des Wortes jaritutu klaren und somit einen wichtigen Schliis- sel zum Verstandnis dieser Texte liefern. H. Petschow, "Ein neubabylonischer Burgschaftsregress gegen einen Nachlass". Tijdschrift voor Rechtsgeschiedenis 19 (1951), S. 25-57, arbeitete vor allem die rechtshistorische Bedeutung dieser Urkundengruppe als Beispiel fur konkurrierende Pfand- und Burgenhaftung sowie fur unsere Kenntnis des neubabyloni- schen Ehe- und Erbrechts heraus und wies in Anm. 3 auch auf die Verbindung zu Nbn 626 hin. M. A. Powell, "Der Und die Richter berieten 69 folgenden wird deshalb das dort Gesagte nur kurz referiert und das Gewicht stattdessen auf einige neue bzw. mit dem Fall bisher nicht in Verbindung gebrach- te Einzelheiten gelegt. Arad-Gula, Sohn des Nabu-le'i aus der Faniilie Ba'iru, hatte im 28. Jahr Nebukadnezars Dainqaja, Tochter des Ina-tese-etir aus der Familie Martuku, geheiratet. Dies ist aus der Urkunde Nbk 359 (Nr. 10 vom 22.3.40 Nbk) zu erfahren, in der die beiden Eheleute nach zwolf Jahren ohne den erhofften Kin- dersegen eine Verfiigung iiber ihr Vermogen treffen. Leider lafit der fragmentarische Zustand der Tafel nicht erkennen, zu wessen Gunsten dies geschieht; die Liste der Zeugen ist jedoch aufschluBreich. Der erste Zeuge38 ist der Vater der Ehefrau, gefolgt von seinem Bruder und zwei Briidern des Ehemannes. Wir finden somit jene Personen als Zeugen der Urkunde, die einen Anspruch auf das Vermogen der Eheleute hat- ten, gabe es keinen diesbeziiglichen Vertrag: Dem Vater der Ehefrau stiinde die Ruckgabe der Mitgift der kinderlos Verstorbenen zu,39 wahrend die Bruder des Ehemannes als nachste Angehorige in mannlicher Li- nie dessen Erben waren. Im Verlaufe eines Rechts- streits, der sich im 12. Jahr Nabonids um den NachlaB von Arad-Gula und Damqaja entwickelte, wird deut- lich, wer in der Urkunde Nbk 359 (Nr. 10) zum Erben bestimmt worden war: Reminni-I§tar, die Schwester der Damqaja, Nergal-uballit, ein Neffe des Arad-Gula (TCL 12, 122 (Nr. 14), Z. 15-18), und vermutlich audi dessen Bruder. Der NachlaB bestand aus mehreren Sklaven und erheblichen Schulden. Zu Ende von Nabonids 8. Re- gierungsjahr hatten Arad-Gula und Damqaja laut Nbn 314 (Nr. 11)2 Minen 20 Sekel Silber von Nabu-suma- ukin aus der Familie Sangu-Nanaja als zunachst zins- loses Darlehen erhalten, das innerhalb von zwei Mo- naten zuruckzuzahlen war. Sollte dieser Termin nicht einzuhalten sein, ware das Darlehen mit dem iiblichen Zinssatz von 20 % zu verzinseu. Vier Sklaven wurden als Pfand bestellt, und ein gewisser Bel-remanni aus der Familie ASgandu biirgte fiir die Zahlung des Sil- bers. Reminni-IStar, eine der potentiellen Erben, war beim VertragsabschluB als Zeugin anwesend. Offensichtlich konnten Arad-Gula und Damqaja, babylonische Familienname ASgandu und die Urkundengrup- pe Nbn 314, TCL XII 122, Nbn 668", ArOr 40 (1972), S. 124-129, stellt die Vorgange auf S. 127-129 unter Einbezie- hung von Nbn 665 zusammen. Merkwiirdigerweise ist jedoch von keinem die Vermogensubertragung Nbk 359, aus der die Vorgeschichte des Falles ersichtlich wird, mit hinzugezogen worden. 38) Obwohl vor dem ersten erhaltenen Namen noch weite- re Zeugen genannt sein konnten, ist dies wenig wahrschein- lich. 39) Vgl. dazu die Bestimmungen im Kodex Hammurapi (§ 163) und im Neubabylonischen Gesetzesfragment (§ 10). die beide innerhalb von vier Jahren starben40, den Betrag nicht mehr zuriickzahlen. Der Glaubiger Nabu- §uma-ukin wandte sich nach ihrem Tod nunmehr an den Biirgen Bel-remanni mit seiner Forderung, und der Fall kam vor Gericht.41 Die betreffende ProzeBurkunde iiber die Auseinan- dersetzung zwischen Glaubiger und Biirgen ist uns nicht iiberliefert, die Entscheidung der Richter wird aber in TCL 12, 122 (Nr. 14), Z. 10-13 dokumentiert: Der Biirge hatte die Forderung von 2 Minen 20 Sekeln nebst friiheren Forderungen an den Glaubiger zu be- gleichen und wurde selbst an das Haus Arad-Gulas zuriickverwiesen (ana bit A. sunfyusu), d. h. er muBte sich mit dessen Erben wegen des Silbers auseinander- setzen. Dies ist offensichtlich Gegenstand des Urkun- denfragments BM 34196 (Nr. 13) vom 25.9.12 Nbn. Der erhaltene Text geht im wesentlichen parallel zu TCL 12, 122 (Nr. 14), einer weiteren ProzeBurkunde, die einen Monat spater ausgestellt wurde. Diese refe- riert ausfiihrlich die Vorgeschichte und lafit daher erkennen, worum es in BM 34196 (Nr. 13) ging. Bel- remanni hatte die Erben des Arad-Gula herbeigebracht (deren Erbanspruch durch Vorlage der Urkunde Nbk 314 (Nr. 11) bestatigt wurde), aber Reminni-IStar und Nergal-uballit verzichteten auf die Erbschaft, und die Richter entschieden, Bel-remannis Forderung solle mit dem NachlaB des Arad-Gula, speziell den verpfande- ten Sklaven, befriedigt werden. In diesem Zusammen- hang ist von einem Betrag von insgesamt 3 Minen 50 Sekeln die Rede. Der Fall ware damit erledigt gewesen, hatte es nicht eine weitere, unerwartete KJage gegeben, um die es in TCL 12, 122 (Nr. 14) geht. Nachdem namlich Bel-remanni die von Arad-Gula und seiner Frau ver- pfandeten Sklaven an sich genommen hatte, behaupte- ten diese offenbar, durch eine Urkunde (fuppi mar banuti, vgl. Z. 26) Vollfireienstatus erlangt zu haben. Die Einzelheiten bleiben leider im Dunkeln, weil die entsprechende Passage, die das obere Drittel der Ta- felriickseite einnimmt und zudem wesentlich enger als die Vorderseite beschrieben ist, fast vollig zerstort ist.42 Die Urkunde Nbn 626 (Nr. 12), die Damqaja 40) Damqaja erscheint letztmalig als handelnde Partei in Nbn 626 (Nr. 12) vom 1.7.12 Nbn. 41) Nach Powell, ArOr 40 (1972), S. 127f., konnte der ProzeB im Duzu oder Abu des Jahres 12 Nbn stattgefunden haben. Den terminus ante quern liefert neuerdings das Frag- ment BM 34196 (Nr. 13) vom 25.9.12 Nbn, in welchem auf diesen ProzeB Bezug genommen wird. Powells Berechnung geht davon aus, daB der geschuldete Kapitalbetrag von 2 Minen 20 Sekeln plus dem Zins von 38 oder 39 Monaten (gerechnet ab Ajjar 9 Nbn, als die Schuld verzinst werden muBte) jenen Betrag von 3 Minen 50 Sekeln ergibt, auf dessen Begleichung aus dem NachlaB des Verstorbenen der Biirge laut TCL 12, 122 (Nr. 14), Z. 21, und Nbn 668 (Nr. 16), Z. 1, Anspruch hat. 42) Dies ist leider ebensowenig aus der Kopie zu erkennen 70 Cornelia Wunsch kurz vor ihrem Tod ausstellen lieB, gibt jedoch einen deutlichen Hinweis. In ihr verfugt Dainqaja die Frei- lassung der sonst unbekannten Sklavin Sala-enqet und des Sklaven Zababa-iddin, der zu jenen vier Sklaven gehort, die bereits seit vier Jahren an ihren Glaubiger Nabu-§uma-ukin verpfandet waren. Moglicherweise hatte Damqaja auch den anderen dreien, den Sklavin- nen Ana-Tasmetu-atkal, Amal-Ninlil und Nanaja-ana- bitisu, eine fuppi mar banutf2 ausstellen lassen, die uns allerdings nicht iiberliefert ist. Der erhaltene Text von TCL 12, 122 (Nr. 14) fuhrt uns zu folgendem Interpretationsversuch: Vermutlich war es Amtija (== Amat-Ninlil), die behauptete, eine Tafel uber ihre Freilassung erhalten zu haben und Zeugen (mudu "Wissende") herbeibringen zu wollen (Z. 27). Eine sonst unbekannte Person und zwei Nef- fen des Arad-Gula leisten daraufhin einen Eid (Z. 28- 31), dessen Inhalt auf dem zerstorten Teil der Tafel gestanden hat. Schliefilich entscheiden die Richter, die Sklavin Amtija wie ihre Mutter Ana-Tasmetu-atkal und die anderen Sklaven gemafi der friiheren Verein- barung an Bel-remanni zu iibergeben (Rs Z. 2'f.). Einen Monat spater, am 26.11.12 Nbn wurde mit Nbn 668 (Nr. 16) eine weitere Urkunde von den Richtern ausgestellt, die Bel-remanni endgiiltig in sei- nem Recht bestatigte. Anstelle der Forderung von 3 Minen 50 Sekeln Silber gegeniiber Arad-Gula wurden ihm die vier Sklaven im Zuge der Pfandvervvertung als Eigentum iibertragen (panisu sudgulu). Schon 13 Tage friiher hatte er freilich die Sklavin Amtija fiir eine Mine 10 Sekel Silber verkauft. Der Kaufer, Suqaja aus der Familie Pa^aru, ist nicht aus anderen Urkunden bekannt. Es liegt wiederum der Verdacht nahe, daB die Oberlieferung dieses Dossiers (darunter mindestens zwei gesiegelte Originaltafeln) im Archiv der Familie Egibi mit deren geschaftlichen Interessen zu begriin- den ist und die Sklaven letztendlich an die Egibis verkauft wurden. Zum Beweis fehlt uns zwar das entscheidende Bin- deglied, aber zwei Urkunden aus dem Addar des 12. Jahres Nabonids erwahnen eine Sklavin Itti-Marduk- balafus, die Amtija heiBt. Da dieser Kurzname wider Erwarten in den Egibi-Urkunden nur selten belegt ist,44 diirfte es sich um dieselbe Person handeln. Laut wie die Anordnung der Siegelbeischriften. 43) Der Terminus mar banutu erscheint in TCL 12, 122: 26 (Nr. 14), wahrend in Nbn 626: 2 marutu zu lesen ist. Wahrscheinlick ist letzteres zu emendieren, allerdings kame auch die Moglichkeit einer Freilassung durch Adoption in Betracht. 44) In der Urkunde Nbn 675: 1 zeigt die Kopie die Zeichen SAL.KUR/x1, was man fiir eine Verschreibung ei- nes mit GEME beginnenden Namens halten konnte. Auf der Tafel ist jedoch {Se-pi-ta-a zu lesen (in CM 3, Nr. 207, entsprechend zu korrigieren; Z. 5 lies DAM statt ina UGU, Z. 5 Ende kein sd, sondern Kratzer) und die Tafel gehort in Nbn 679 (Nr. 17) wird ein gewisser Nur-Sin, der uns aus anderen Quellen nicht bekannt ist, verpflichtet, Sklavenabgabe (mandattu) fiir Amtija an Itti-Marduk- balatu zu zahlen, sollte diese ihn bezichtigen, von ihrer Flucht gewuBt zu haben. Aufgrund einer Fehlle- sung ist diese Urkunde bisher als Beleg fiir Sklaven- prostitution behandelt worden.45 Der Sachverhalt war offensichtlich ein anderer: Die Sklavin war kurz nach dem Verkauf entflohen und hatte, nachdem ihre Klage vor Gericht kein Gehor gefunden hatte, auf diese Weise versucht, sich dem Sklavenschicksal zu entzie- hen. Nur-Sin stand offenbar im Verdacht, ihr dabei behilflich gewesen zu sein. Amtija hatte sich wohl bei ihm aufgehalten; zu klaren war nur die Frage, ob ihm bewuBt war, daB es sich um eine Sklavin handelte oder ob Amtija das Gegenteil behauptet hatte. In den gleichen Zusammenhang gehort auch die nur wenig spater ausgestellte Urkunde Nbn 682 (Nr. 18). Hier verpflichtet sich ein gewisser Guzanu, man- dattu fiir Amtija zu zahlen, falls diese bei ihm gesehen werden sollte. SchlieBlich wird eine Sklavin Amtija unter jenen fiinf Sklavinnen erwahnt, die Itti-Marduk- balatu im Jahre 14 Nbn, nach dem Tod seines Vaters, laut Nbn 760: 10a-16 als Mitgift seiner Schwester an seinen Schwager ubergibt.46 Uber das weitere Schicksal der anderen Sklaven aus dem NachlaB Arad-Gulas liegen uns keine Urkun- den vor.47 Ein Detail am Rande verdient erwahnt zu werden: Arad-Gula und seine Familie sowie der Biirge Bel- remanni waren in Hursagkalama beheimatet. Die Ur- kunden iiber die Vermdgensubertragung, die Freilas- sung der Sklaven und schlieBlich den Verkauf der Sklavin Amtija sind alle in diesem Ort ausgestellt worden. Der Verpflichtungsschein zu Lasten von Arad- Gula und Damqaja gibt jedoch Babylon als Ausstel- lungsort an, ebenso wie die von den Richtern des Konigs ausgestellten Urkunden. einen anderen Zusammenhang: Der entsprechende Kaufver- trag ist als Nbn 671 iiberliefert, wo in Z. 3 und 10 ebenfalls fSe-pi-ta-a steht. 45) Vgl. den Kommentar zur Urkunde im Anhang. 46) {Amti(GEME)-ia {Se-pit-ta-a aBani(D\J)-tuA-tuk-la-tu4 {Gimil(S\J)-in-ni u sLa-tu-ba-sin-nu sd ina qdte(S\J)n mdr(A.) ^NappahidiSlMUG) ab-ka-tu4. "A., B., G. und L., die er von Angehorigen der Familie N. weggefuhrt (= gekauft) hat". Der Nachsatz diirfte sich nur auf die Letztgenannte beziehen. In Gimilinni finden wir wohl eine der Tochter der La- tubaSinni wieder; Sepettaja wurde erst kurz zuvor laut Nbn 671 gekauft. ■") Eine Nanaja-ana-bltlSu wird zwar in der Urkunde Dar 168 genannt, laut derer sie zur Zahlung von Sklavenabgabe an Sirku alias Marduk-nasir-apli aus der Familie Egibi ver- pflichtet war, da aber drei Jahrzehnte zwischen beiden Ur- kunden liegen, ist es nicht sicher, ob es sich um dieselbe Person wie im vorliegenden Fall handelt. Und die Richter berieten 71 Die Schulden des Arad-Marduk BM 32174 (Nr. 20) ist eine gesiegelte ProzeBur- kuude aus Babylon, von der die Vorderseite bis auf wenige Zeilen an Anfang und Ende erhalten ist; am Anfang der Riickseite ist der Rest des Vertragstextes verlorengegangen. Die Urkunde ist etwa in die Zeit vom 2. bis 6. Regierungsjahr Nabonids zu datieren.48 Sie laBt sich bislang, vor allem, weil die Namen der beteiligten Parteien nicht bzw. unvollstandig erhalten sind, keinen anderen Urkunden sicher zuordnen.49 Der Vorfall, so wie er im erhaltenen Teil der Urkunde geschildert wird, laBt sich einigermaBen uber- blicken. Ein gevvisser Arad-Marduk (oder vielleicht bereits sein Vater Marduk-etir) hatte Kredite bei ver- schiedenen Glaubigern aufgenoinmen, die sich im Jah- re 2 Nbn mittlerweile auf 16 Minen Silber summiert hatten. Vermutlich sollteu sie zur Finanzieruug von Geschaften dienen, und an der Kreditwiirdigkeit dieses Mannes, der offensichtlich aus wohlhabenden Verhalt- nissen stammte, scheint es keinen Zweifel gegeben zu haben. Warum er im Jahre 2 Nbn an einer Zession interessiert war und den Klager50, dessen Namen wir nicht kennen, bat, seine Glaubiger auszuzahlen und ein Feld von 1.1.4 Kur GroBe am Neuen Kauai und sein Wohnhaus zur Sicherung seiner Forderung als Pfand zu nehmen, konnen wir nicht nachvollziehen. Moglicherweise war die Situation ernst und vom Kla- ger (der vielleicht ein Verwandter war) konnten besse- re Bedingungen als von den ubrigen Glaubigern er- hofft werden. Der Klager sagt ferner aus, er habe kein Silber ohne Wissen und Zustimmung der Mutter Arad- Marduks gezahlt und auch dessen Schwester Amat- Zarpanitu habe den Vertrag bezeugt, d. h. die Transak- tion sei mit ihrer Zustimmung erfolgt. Amat-Zarpanitu 48) In der Urkunde selbst wird ein Vorfall aus dem 2. Jahr erwahnt und liefert den terminus post quern. Das Richterkol- legium ist in ahnlicher Zusammensetzung bis zum 6. Jahr Nabonids bezeugt, vgl. die von Verf. in AOAT 252 (im Druck) gegebene Ubersicht. 49) Der Name des Glaubigers des Arad-Marduk ist derzeit nicht zu erschlielten, da noch keine weiteren Urkunden iden- tifiziert werden konnten, die mit diesem Vorfall direkt zu- sammenhangen. Bei dem Schuldner konnte es sich um Arad- Marduk/Marduk-etir/Sa-tabtlSu handeln, der in Verbindung mit Geschaften der Egibis bezeugt ist (Nbn 479//Moldenke 22 sowie Nbn 605, vgl. Tallqvist, NN s. v.). Laut BM 31870 (unpubliziert) hat dessen Vater, Marduk-etir/Sulaja/§a-tabtisu, im Jahre 21 Nbk ein Wohngrundstuck in Babylon mit einem Nachbarn getauscht; es konnte sich vielleicht um das in unserer Urkunde verpfandete Haus handeln. Die Erwahnung eines Feldes am Neuen Kanal assoziiert ebenfalls den Namen Egibi, da diese Familie dort ausgedehnten Grundbesitz hatte. so) Die Person wird hier als Klager bezeichnet, da sie sich in ihrer Eigenschaft als Glaubiger an die Richter gewandt hat und den Fall aus ihrer Sicht schildert. Es bleibt jedoch letztlich unklar, worum es in dieser Angelegenheit ging. und ihr Ehemann hatten daruber hinaus gebiirgt.51 Was nun der eigentliche AnlaB war, vor den Rich- tern Klage zu fiihren bzw. eine auBergerichtliche Eini- gung beurkunden zu lassen, bleibt uns verborgen. Es ist zu vermuten, daB die verpfandeten Objekte ihren Eigentiimer wechseln sollten. Der Streit um die Familie des Amurru-qate-sabat Die vorliegende Urkunde BM 34392+ (Nr. 21) aus dem 3. Regierungsjahr Nabonids ist eine ungesiegelte Abschrift einer ProzeBurkunde, die aus vier Fragmen- ten wieder zusammengesetzt werden konnte. Ein fiinf- tes Bruchstuck gehort zur gleichen Tafel, hat jedoch keinen AnschluB, ermoglicht aber erfreulicherweise die zeitliche Einordnung.52 Leider fehlt immer noch die obere Halfte der Vorderseite und damit jener Teil des Textes, aus dem die Vorgeschichte des Falles und die Umstande, die zur Klage fuhrten, zu erfahren waren. Die Obersetzung des erhaltenen Textes ist durch weitere kleine Liicken zusatzlich erschwert, die ohne Kenntnis des Kontextes nicht ohne weiteres ge- fiillt werden konnen. AuBerdem sind die Beziehungen und Verwandtschaftsverhaltnisse zwischen den betei- ligten Personen nicht zu ermitteln, weil keine Filiatio- nen erhalten sind. Die hier vorgetragene Interpretation ist daher mit groBen Unsicherheiten behaftet. Es bleibt zu hoffen, daB weitere Fragmente identifiziert oder zugehorige Texte gefunden werden konnen, die das Verstandnis erleichtern helfen. Die Urkunde dokumentiert einen ProzeB um eine Sklavenfamilie, namlich Amurru-qate-sabat, seine Ehe- frau und deren Kinder, der den Richtern des Konigs vorgetragen wurde (Z. If.). Es laBt sich leider nicht feststellen, wer die Klage gefiihrt hat, da der Name in Z. 1 nicht erhalten ist, es kann sich aber wegen iqbi in Z. 2 nur um eine mannliche Person handeln. Der Ausgang des Rechtsstreites ist in Z. 20'f. dokumen- tiert: Die Richter entscheiden, daB die Sklaven einem gewissen Nabu-etir-nap§ati gehoren, bei dem sie sich 51) Die Formulierung ist en put saw nasu "fiireinander biirgen" findet sich in der Regel bei wechselseitiger Biirg- schaft mehrerer Schuldner. Amat-Zarpanitu und ihr Ehemann sind aber offensichtlich nicht Schuldner des Klagers; auch falls beide eine Zahlbiirgschaft {put eferi nasu) geleistet haben sollten, ware die Formulierung nicht exakt. 52) Ein wesentliches Merkmal fur die Identifizierung der einzelnen Fragmente waren neben typischen Formularbe- standteilen fur Prozefiurkunden und der Wiederholung des seltenen Personennamens Amurru-qate-sabat vor allem die Siegelbeischriften auf den Seitenrandern der Tafel, durch die auch die Zuordnung des losen Fragments BM 31676 gesi- chert ist. Damit ist wiederum die genaue Datierung des Textes moglich. 72 Cornelia Wunsch nach Aussage von Z. 19' bereits seit dem 33. Jalir Nebukadnezars, also mittlerweile 19 Jahre, befunden haben. Zuvor, im 28. Jalir, hatte ein Vorgang statlge- funden, auf den sich der Klager gleich zu Anfang bezieht, von dessen Schilderung uns aber nur die Worte "meiner Mutter" und "Tafel" erhalten sind. Sie lassen an eine Vermogensubertragung an oder durch die Mutter denken, da zu fuppi mar banuti wegen der restlichen erhaltenen Zeichenspuren vvohl nicht er- ganzt werden kann. Damit scheidet die Moglichkeit, der Sklave Amurru-qate-sabat habe unter Berufung auf eine Urkunde iiber seine Freilassung wegen seines Status prozessiert, als unwahrscheinlich aus. Nach dem Klager horten die Richter eine gevvisse Taltemanni an, ob als Zeugin oder weil sie Anspriiche geltend gemacht hatte, ist aus dem Zusammenhang nicht recht ersichtlich. Sie sagt aus, Nabu-§arra-usur53 habe eine gesiegelte Urkunde bezuglich Amurru-qate- sabat ausgestellt. Durch die Erwahnung einer \uppi assuti "Eheurkunde" in Z. 8' und die Zeichenspuren ku-um n[u-...] in Z. 7* khngt der Gedanke an Heirat und Mitgift (nudunnu) an, nur wird leider nicht zwei- felsfrei klar, wer wen geheiratet haben konnte bzw. wer was oder wen erhalten hat. Die Eigentumsverhaltnisse an den Sklaven miissen aber bereits zum Zeitpunkt der Ausstellung dieser Urkunde durch Nabu-§arra-usur reichlich undurchsich- tig gewesen oder gemacht worden sein, wie ein in der ProzeBurkunde wiedergegebenes Zitat daraus verdeut- licht: Wenn der Eigentumer (bei) von Amurru-qate- sabat diesen holt54, solle eine gewisse Guzummaja 53) In unserer Urkunde wird kein Verwandtschaftsverhalt- nis von Taltemanni und Nabu-Sarra-usur angegeben. Wenn es um eine Vermogensubertragung zugunsten der Taltemanni unter Erwahnung einer Mitgift gehen sollte, dann ist entwe- der an den Vater oder Bruder zu denken, der der Tochter bzw. Schwester eine Mitgift oder zusatzliche Mitgift bestellt, oder an den Ehemann, der Vermogenswerte an seine Frau zur Sicherung ihrer Mitgift (die haufig Silberbetrage umfaBte) uberschreibt. In letztgenanntem Falle fande sich die Formel kum nudunne "(als Gegenwert) fur die Mitgift", wie sie hier vielleicht in Z. 7' erganzt werden konnte. 54) Das Verb ist abaku "wegfiihren"; zur Verwendung des Perfekts zum Ausdruck der Vorzeitigkeit in der Zukunft vgl. Streck, Zahl und Zeit, S. 160-162. Amurru-qate-sabat als Subjekt des Satzes aufzufassen ist wenig sinnvoll; daB ein Sklave seinen Herren wegfiihrt, ist unwahrscheinlich und daB Amurru-qate-sabat selbst der Herr ist, der einen ungenannten Sklaven holen soil, scheidet angesichts von Z. 19' aus, wonach Amurru-qate-sabat mit seiner Familie als amelutu "Sklaven" bezeichnet wird. Das Verb wird audi im Sinne von ana kaspi abaku "fur Silber wegfiihren = kaufen" ver- wendet, ob hier aber auf einen Verkauf des Sklaven ange- spielt wird, ist mehr als fraglich. Es konnte auch um ein Wegfiihren des Sklaven durch den Glaubiger aufgrund einer antichretischen Verpfandung gehen. Unter belsu "sein Herr" ware dann der Glaubiger und Besitzer des Nutzpfandes zu verstehen. nicht iiber Aliba (offensichtlich eine Sklavin, viel- leicht die Ehefrau oder Tochter des Amurru-qate- sabat) verfiigen. Guzummaja scheint die damalige oder fruhere Eigentiimerin der Sklaven zu sein; vielleicht ist sie die "Mutter", auf deren Urkunde aus dem Jahre 28 Nbk sich der Klager ganz zu Anfang berufen hat. Die ProzeBurkunde zitiert dann die Antwort dar- auf55: Es seien gar keine Sklaven (des Nabu-sarra- usur?), sondern der Guzummaja. Sie gipfelt in der verwundert-vorwurfsvollen Frage, wie man iiberhaupt einen solchen Wortlaut in die Urkunde habe schreiben konnen. Daraufhin wurde Nabu-sarra-usur selbst vor die Richter geholt und gab an, die Sklaven gehorten der Guzummaja. Ein gewisser Arad-Nabu56 brachte weite- re Vertrage herbei, die Guzummaja wegen der Skla- ven bzw. wegen Taltemanni mit anderen Personen geschlossen hatte. Moglicherweise ging es um die Frage, ob die Sklaven als Pfand bestellt oder verkauft worden waren. Die Dokumente wurden verlesen und gepruft und waren fur den Fall offensichtlich von Bedeutung, ohne daB ihre Erwahnung fur uns auf- schluBreich ware. Nach einer Beratung fallten die Richter schlieBlich die Entscheidung: Die Sklavenfa- milie solle auch weiterlun bei Nabu-etir-napSati blei- ben. Unklar bleibt fur uns, wie dieser in den Besitz der Sklaven gekommen ist und wer ihn ihm streitig ma- chen wollte. Anhang Der Anhang enfhalt Urkundenbearbeitungen und die Kopien der bislang unpublizierten Texte sowie Kopien der Tafelrander gesiegelter Urkunden, die bei J. N. StraBmaier veroffentlicht sind. Die Transliterati- on umfaBt nur den Vertragstext; Zeugen, Schreiber, Ausstellungsort und Datum werden dagegen tabella- risch aufgefuhrt. Das Datum ist nach dem Schema Tag.Monat.Regierungsjahr des jeweiligen Herrschers angegeben, in Klammern folgt die Umrechnung nach dem Julianischen Kalender. Haufig wiederkehrende Logogramme wurden folgendermaBen umschrieben: abu = §E§, amtu = GEM£, aplu = IBILA, aplu2 = A, arfju = ITI, ardu = iR, assatu, altu = DAM, dBdba = dKA, BabUF = TIN.TIR^, baldfu = TIN, banu = DIJ, 55) Wer die Antwort gibt, laBt die Beschadigung am Anfang der Zeile nicht erkennen. Es konnten die Richter sein, aber vielleicht auch die Sklaven ([iR]me5). Dann ware aber unklar, worauf sich [s]unu "sie" in Z. 11' beziehen sollte. 56) In der Urkunde ist keine Filiation oder sonstige Ver- wandtschaftsbezeichnung angegeben. Moglicherweise war er ein Angehoriger der Guzummaja, denn diese hat nicht mehr selbst in den ProzeB eingegriffen und die Urkunden stammen vermutlich aus ihrem NachlaB. Und die Richter berieten 73 ABel = d+EN, belu = EN, bitu = £, dajjanu « DI.KU5, = A.SA, ilu = DINGIR, itti = KI, = KIJ.BABBAR, *wrt«A*K = KlSlB, AMadanu = dDI.KUs, manu = MA.NA, dMarduk = dAMAR.UTU, mdrtu = DUMU.Mi, maru = DUMU, mdru2 = A, mufjfju = UGU, ANabu = d+AG, nadanu = MU, nasdru = URU, ANergal = dU.GUR, pa/?w = IGI, gr||» = BA, qatu = §U, dSf« = dXXX, a&wtti£ = dUTU, toga = SANGA, simw = §AM; siqlu = GfN, iwww = MU, umu = UD, zeru = NUMUN. A He anderen Logogramme siud in Klaminern gesetzt. Namen werden nach dem Prinzip Personenname/Vatersname/Ahnherrenname bzw. Per- sonenname//Ahnherrenname wiedergegeben. In der Obersetzung werden Filiationen weggelassen, sofern sie nicht fiir das Verstandnis des Vorgangs unerlafilich sind. Nr. 1 BM 30571 (76-11-17, 298) Kopie: Nbk 101 Bearbeitung: F. E. Peiser, BRL 1 (1890), S. 7 (0); ders., KB 4 (1896), S. 186-189 (T+t)); A. Boissier, Recherches (1890), S. 40-42 (T+t)); V. Marx, BA 4 (1902), S. 4-6 (T+0); M. T. Roth, AOAT 222 (1989), S. 42-44. (T+t)) 1 [mD]a-gi-U-UV*** mar2-su sd mZa-am-bu-bu a-na tHa-am-[ma]Ja} 2 [m]drat-su sd mANergal-iddin mar mBa-bu-tu {a} ki-a-am iq-bi 3 um-ma fLa-tu-ba-si-in-ni mdrat-ka bi-in-nim-ma 4 lu-u assatu si-i fffa-am-ma-a ta-<as>-me-e-su-ma 5 {La-tu-ba-si-in-ni mdrassu(DUM\J.Mf.A.NI) a-na assutu(DAM-u-tu) 6 ta-ad-da-ds-su u mDa-gi-il-ilicae!' ina fyu-ud lib-bi-<su> 1 mA-na-mul}}}i-bel-a-mur {<xqal-la sd a-na 1/2 ma-na kaspi ab-ka 8 u 1/2* mana kaspa it-ti-i a-na {Ha-am-ma-a 9 ku-mu {La-tu-ba-si-in-ni mdrti-su id-din 10 u4-mu mDa-gi-il-ilimeS assata sd-ni-tu Rs 11 is-ta-ds-su-it 1 ma-na kaspa mDa-gi-il-[ilime&] 12 a-na lLa-tu-ba-si-in-ni i-nam-din-ma a-s[ar pdnisu] 13 mafy-ri tal-lak-ka 13a f. ina asdbi-Zeuge: §uma-iddin/Te§e-etir/Sin-daniaqu 15-18 Zeugen Bel-ahhe-iddin/Nabu-bel-§umati/§angu-Istar-Babili Marduk-Sarrani/Balatu/Paharu Marduk-etir/Nergal-iddin/Babutu (Bruder der Brautmutter) 18f. Schreiber Nabu-mukih-zeri/Marduk-zera-ibni/Sangu-Istar-Babili Ausstellungsort: Babylon Datum: 9.8.13 Nbk (19.11.592 v. Chr.) Obersetzung: Dagil-ilT sprach zu tjammaja folgendermafien: "La- tubasinni, deine Tochter, gib mir. (Meine) Ehefrau soli sie sein." (Z. 4a) Hanimaja horte ihn an und gab ihm La-tubasmni zur Ehe. Und Dagil-ili gab aus freiem Entschlufi Ana-muhhi-bel-amur, den Sklaven, den er fur 30 Sekel Silber weggefiihrt (= gekauft) hatte, und 30 Sekel Silber dazu an Hammaja (als Gegenleistung) fiir La-tubaslnni, ihre Tochter. (Z. 10) Wenn Dagil-ili eine zweite Ehefrau nimmt, wird Dagil-ili eine Mine Silber an La-tubasmni zahlen und sie kann gehen, wohin sie will. Kommentar: Z. 8: Bei dem Betrag handelt es sich nur um 1/2 Mine (Kopie: 1 1/2). Z. 12f.: Peiser liest und iibersetzt asar matfri "zu [ihrem] fruheren Ort". Das letzte kopierte Zeichen von Z. 12 ist beschadigt und danach ist noch genug Platz vorhanden, um zur gut bezeugten Formel asar pdnisu mafjri "wohin es ihr beliebt" zu erganzen (so auch von M. T. Roth, allerdings ohne Erganzung, iibersetzt). Auch aus inhaltlichen Griinden ist eine Bestimmung, daB die Ehefrau im Falle einer Schei- dung zur Mutter (falls diese dann iiberhaupt noch am Leben sein sollte) zuruckzukehren habe, kaum zu erwarten. Mit der Zahlung von Silber und der Ubergabe des Sklaven im Rah- men der EheschlieBung sind einerseits die Anspriiche der Mutter auf Unterhalt und Pflege im Alter abgegolten, ande- rerseits soil das vereinbarte Scheidegeld der Ehefrau gerade ermoglichen, einen eigenen Hausstand zu griinden. Zum ina-asabi-Zeugea vgl. S. 65 mit Anm. 25. 74 Cornelia Wunsch Nr. 2 BM 30342 (76-11-17, 62) Kopie: Nbk 193 Bearbeitung: F. E. Peiser, KB 4 (1896), 190f. (T+U) 1 uA-mu sd mdNabu-eda(A&)-usur %qal-la 2 sd mIna-E-sag-il-suma-ibni 3 ina pan mU-bar mdr2-su sd mZa-am-bu-bu 4 i-te-la-a* uA-mu* 2(BAN) w//ato($E.BAR) 5 man-da-at-ta-su a-na 6 mIna-E-sag-il-suma-ibni i-nam-din Rs 7f. Zeuge Ahunu/Adad-zera-iddin 9f., Schreiber Bel-ahhe-eriba/Bel-usezib/Dabibi Ausstellungsort: Babylon Datum: 6.10.28 Nbk (30.12.577 v. Chr.) Ubersetzung: Wenn Nabu-eda-usur, der Sklave des Ina-Esagil- §uma-ibni, bei Ubar auftaucht, wird er taglich 2 Ban Gerste (als) seine Sklavenabgabe an Ina-Esagil-suma- ibni geben. Nr. 3 BM 31285 (76-11-17, 1012) Kopie: Nr. 3 1 ^Bel-abb^-iddin u ^Nabu-abb^-bul-lif 2 mdrumei sd mE-sag-il-suma-ibni mdr2 mdSm-damdqu(SlG5) 3 u fRe-sat ummi(AMA)-su-nu ina bu-ud lib-bi-su-nu 4 mdNabu-eda(A§)-usur x<iqal-la-su-nu a-na 5/6 mana 8 siqil kaspi 5 a-na simi ba-ri-is a-na mSdpik(DUB)-zeri mar2-su sd 6 mIddin-dMarduk mdr2 m$i-gu-u-a id-di-nu-i? 1 pu-ut ltise-bi-i *pa-qir-a-nu l<ssabu(EK&N)meS sarru(LUGAL)-u-tu 8 u mar banu-u-tu sd radrNabtf-eda(A&)-usur 9 ^Bel-abb^-iddin ^Nlabu-abb^-bul-lit] 10 u fRe-sat ummi(AMA)-su-[nu nasu] uRd I-en pu-ut sd-ni-i na-s[u-u] Rs 12-15 Zeugen Nabu-bani-ahi/Suzubu/Sangu-parakki Nabu-a^e-iddina/Zakir/Amel-Isin $illaja/Laba§i/$igua 16f. Schreiber Kabtija/Marduk-Suma-ibni/Amel-Ea Ausstellungsort: weggebrochen Datum: 10.11.1 [Ngl(?)] (13.2.559 v. dir.?) Obersetzung: Bel-afrke-iddin und Nabu-a^he-bullit und Re§at, ihre Mutter, haben aus fireiem Entschlufi (Z. 4) den Nabu-eda-usur, ihren Sklaven, fur 58 Sekel Silber zum /fan>Kaufpreis an Sapik-zeri gegeben. (Z. 7) Fur (das Nichtvorhandensein von) Vertragsanfechtung, Vindi- kation, Konigsdienst und (den Status des Sklaven als) Freier beziiglich Nabu-eda-usur [biirgen] Bel-ahhe- iddin und N[abu-ahlje-bullit] und Re§at, ihre Mutter. (Z. 11) Einer biir[gt] fur den anderen. Kommentar: Z. 3: Der Name Resat ist eine Verkiirzung und von resit "umjubeln" abzuleiten; vgl. die Belege bei Stamm, Namenge- bung, S. 185f. Zur Datierung dieser Urkunde siehe S. 67. Nr. 3 (BM 31285) Und die Richter berieten 75 Nr. 4 BM 30228 (75-6-9, 1: korrigiert) Kopie: Ngl 2 Bearbeitung: M. A. Dandamaev, Slavery (1984), S. 188f. (0), S. 667, Nr. 11 (T); R. D. Sack, Neriglissar (1994), S. 140-142 (Nr. 2, T+U) 1 ^Bel-abbe^-iddin u ^Nabu-affh^-bul-lif marumei [sd mEsagil-suma-ibni] 2 mdr2 mdSin-da-ma-qu ii rRe-sat ummi(AMA)-[su-nu mdrassu] 3 sd mSu-zu-bu mdr2 X<3S'angu-parakki(BARA) ina lju-ud lib-bi-[su-nu] 4 mdNabu-e-du-usur {dBani-tuA-um-ma alti-[su] 5 fKi-is-ri-in-ni u {Gi-mil-in-ni af}^dti(NlN*ymeS*-su*'1 6 napjjariVAV*) 4 a-me-lut-tu4 a-na 2 mana kaspi a-na simi 7 gam-ru-tu a-na ^Nabu-afjfj^-iddin mar2-su sd mSu-la-a 8 mar2 mE-gi-bi id-di-nu pu-ut se-fyi-i pa-qir-ra-nu 9 u mar banu-u-tu sd a-me-lut-tuA ^Bel-ajjlje^^-iddin 10 u ^Nabu-abbe^-bul-lit marumei sd mdE-sag-il-suma-ibni 11 mar2 mdSin-damdqu(SlGs) u {Re-sat ummi(AMA)-su-nu na-su-u 12 l-en pu-ut 2-u na*-su-u Rs 13-18 Zeugen Nabu-bani-alji/Suzubu/Sangu-parakki* [Asa]ridu/Marduk-nasir/Sangu-ili Marduk-iqi§anni/Banija/Ilu-tillati §apik-zeri/Nergal-usallim/Sin-karabi-i§me Bel-iddin/Bel-usebsi/Sangu-Zariqu Adad-ibni/Zariqu-zera-ibni/Sangu-Zariqu 19 Schreiber Rimut/Nabu-§uma-i§kun/Galjul Ausstellungsort: Babylon Datum: 16.6.0 Ngl (5.9.560 v. Chr.) Obersetzung: Bel-alirje-iddin und Nabu-a^ihe-bullit und Re§at, [ihre] Mutter, haben aus freiem Entschlufi Nabu-eda- usur, Banitumma, seine Ehefrau, Kisrinni und Gimil- linni, [seine] Schwestern, (Z. 6) insgesamt vier Skla- ven, ftir zwei Minen Silber zum vollstandigen Kauf- preis an Nabu-ahhe-iddin gegeben. Fur (das Nichtvor- handensein von) Vertragsanfechtung, Vindikation, (den Status der Sklaven als) konigliche Sklaven und Freie bezuglich der Sklaven biirgen Bel-ahhe-iddin und Nabu-ahhe-bullit und Resat, ihre Mutter. Einer biirgt fur den anderen. Kommentar: Abweichungen gegeniiber Evetts Kopie sind mit * ge- kennzeichnet. Da bei Sacks Umschrift nicht zwischen Kolla- tionsergebnissen und Fehllesungen unterschieden werden kann, wird dessen Bearbeitung hier ignoriert. Zweiter Zeuge: Tallqvist, NN, bucht die Person s. v. als Sarid/Marduk-nasir/Sangu-Nergal und listet diese Stelle so- wie Ngl 23 und Nbn 50 als Belege auf, obwohl die Kopie als Ahnherrennamen jeweils lu.SANGA-DINGIR zeigt. Dritter Zeuge: Zu moglichen Lesungen des Familienna- mens mdKASKAL+KUR-w-/a//, fur den bislang keine syllabi- schen Schreibungen bekannt sind, siehe zuletzt A. C.V. M. Bongenaar, The Neo-Babylonian Ebabbar Temple at Sippar. Its Administration and its Prosopography, Leiden 1997, S. 464f. Von ihm wird die Lesung Balihu bevorzugt. Funfter Zeuge: Die Emendation des Vatersnamens in Bel- uSallim bei Sack ist nicht durch Parallelen gerechtfertigt. Nr. 5 BM 31797 (76-11-17, 1524) Kopie: Nr. 5 1 [{La-t]u-ba-sin-ni alti mDa-gil-ilim[ei u ... ana] 2 [mdNabu-mu]km([G]lN)-apli x"sukkallv(fi) u ^dajjdne™1 sd mdNe[rgal-sarra-usur sdr BdbilP] 3 [il-l]i-ku-nim-ma it-ti ^Bel-afrb^-iddin mar-s[u sd mEsagil-suma-ibni] 4 [mar m]dStn-damaqu(SlG5) di-i-ni id-bu-bu-ma {La-tu-b[a-sin-ni taqbi umma] 5 [mdNabu]-eda(A&)-usur mdBel-a^a-usur mE-sag-il-re-su-h?-[a *Kisrinni] 6 [u {G\i-mil-in-ni mdre^-e-a sd ina biti-ku-nu dr-ki sd-fa-[ri fuppi mar banuti) 1 [u-l]i-du l*sukkallul(ti) u l<1dajjdnumei dr-kdt-su-nu is-ta-lu-[ma ""Bel-afrb^-iddin] 8 [ri-k]a-si-su sd a-di la tup-pi mar ba-nu-tu sd {La-t[u-ba-sin-ni] 9 [is]-saHa-ru mdNabu-eda(A$)-usur mdBel-alja-usur aE-sag-il-[re-su-u-a] 10 [lK\is-ri-in-ni u ^Gi-mil-in-ni ma-al-du u u-il-[ti sd ...] 11 [mdNab]u-e-du-usur u mdBel-al}a-usur a-na man-da-at-ti «-[...] 12 [ub-la]-am-ma a-na li,sukkalli(S\JKKAL) u ^dajjdne™* u-kal-lim [...] 76 Cornelia Wunsch 13 [mE-sa]g-il-suma-ibni abu(AD) sd mdBel-a[bbeBMi]-id[din(S\J[M.'NA]) ■ ••] 14 [ ]-li-su a-na dBel ii-z[ak- ] 15 [ ]-nu i-mu-ru u d[ib-bi-su-nu ismu{l) ] Rs 16 [mdNabu-eda-usur] mdBel-al)a-usur (Kis-ri-[in-ni u {Gi-mil-in-ni] 17 [sd a-di l]a fuppi(D\JB) mar ba-nu-tu sd lLa-t[u-ba-sin-ni aldii ana] 18 [^B^l-afjhe^^-iddin id-di-nu u mArdi-ia [sd arki safdr fuppi] 19 [sd ^La-tu-ba-sin-ni mdl-du a-na \La-tubasinni iddinu] 20 [m]a-ti-[m]a {La-tu-ba-sin-ni u mArdi-ia maru-su a-na m[uhhi mdNabu-eda-usar] 21 [m]dBel-a/ja-usur {Kis-ri-in-ni u (Gi-mil-in-ni la [iraggufnu(l)] 22 iusukkallu'(\J) u [udajjanumei tup-pi is-tu-ru ina m'[kunukklsunu] 23 ib-ru-mu-ma a-na ^Bel-afyfye^-iddin id-[di-nu] 24 Einleitungsformel ina purusse(E&.BAR) di-i-ni su-a-ta lAdi-lb Richterliste Nabu-mukm-apli (Sukkallu, ohne Filiation) Marduk-sakin-sumi//URU.[DU-mansum] Nabu-iddin//Mudam[miq-Adad] 27 Schreiber Nabu-mutir-gimilli//[Gahul-Marduk] Ausstellungsort: Babylon Datum 10.8.0 [Ngl] (29.10.560 v. Chr.) tlbersetzung: La-tubasinni, die Ehefrau des Dagil-ili, [und PN] haben sich an [Nabu-mujkm-apli, den Sukkallu, und die Richter des Ne[riglissar, Konigs von Babylon, gewandt] und mit Bel-ahhe-iddin Rechtsstreit gefuhrt, und La-tub[asinni hat folgendermaCen gesprochen: (z. 5) Nabu]-eda-usur, Bel-aha-usur, Esagil-resua, [Kisrinni und] Gimilinni sind meine Kinder, die ich in eurem Haus nach dem Schreiben [der Urkunde iiber (meine) Freilassung gebo]ren habe. Sukkallu und Richter ha- ben ihren Fall untersucht [und Bel-ahhe-iddin brachte (z. 12 Anfang)] (z. 8) seine [Schriftjstiicke (des In- halts), dafi solange (noch) nicht die Urkunde iiber die Freilassung der La-t[ubasinni] geschrieben worden war, Nabu-eda-usur, Bel-aha-usur, Esagil-[resua], Kisrinni und Gimilinni geboren sind, und eine Urkunde [dar- iiber, dafi ... Nabu]-eda-usur und Bel-aha-usur fur Sklavenabgabe [... haben] (z. 12) herbei und wies sie dem Sukkallu und den Richtern vor. [... Esa]gil-suma- ibni, der Vater des Bel-ah[he-iddin, ...] seine [Skla- v]en(?) (freigelassen und) dem (Tempel des Gottes) Bel gew[eiht ...]. Ih[re ...] haben sie gesehen und [ihre] Sa[che angehort (?) ...]. (z. 16) [Nabu-eda- usur], Bel-aha-usur, Kisri[nni und Gimilinni, die, so- lange] nicht die Urkunde iiber die Freilassung der La- tfubasinni (geschrieben war), geboren sind, haben sie an] Bel-ahhe-iddin gegeben. Und Ardija, [der nach dem Schreiben der Urkunde (iiber die Freilassung) der] La-tubasinni geboren ist, [gaben sie] an [LjI- tubasinni]. (z. 20) [(Damit) kiinf]tig La-tubasinni und Ardija, ihr Sohn, weg[en Nabu-eda-usur], Bel-aha- Nr. 5 (BM 31797) usur, Kisrinni und Gimilinni nicht [klagen], (z. 22) haben der Sukkallu und die Richter eine Urkunde geschrieben (und) mit [ihren Siegeln] gesiegelt und an Bel-ahhe-iddin ge[geben]. Kommentar: Die vorliegende Tafel diirfte eine Abschrift sein, darauf deutet neben dem Fehlen von Siegeln eine Reihe von Schreib- fehlern. Das Zeichen SUKKAL ist in mindestens zwei Fallen eindeutig in U verschrieben. Alle hier autgefiihrten Richter und der Schreiber erscheinen audi im Grundstiickskaufver- trag 5R 67, 1 vom 8.11.0 Ngl. Eine Frau namens La-tubasinni wird laut Tallqvist, NN s. v., noch in drei weiteren Urkunden genannt, es handelt sich aber jeweils um eine andere Person. Und die Richter berieten 77 Z. I: Wegen des Plurals beirn Verb in Z. 3 und 4 ist anzunehmen, daB nach La-tubasinni noch eine zweite Person folgt, die gemeinsam mit ihr als Klager auftritt, vermutlich ihr Sohn Ardija, der auch in Z. 20 beim Klageverzicht zusammen mit ihr genannt wird. Z. 2 Anfang: Es handelt sich um den Namen des Sukkal- lu, vgl. Z. 24. Z. 3: Das Sich-Wenden an die Richter wird sonst meist mit qabu "sprechen" ausgedriickt; ebenfalls bezeugt sind maharu "gegeniibertreten" (z. B. RA 12 6: 3), oder kasddu "herantreten" (z. B. Nbn 495: 14). Im vorliegenden Fall diirfte aldku "gehen" verwendet worden sein. Z. 7: Die Erganzung [a]l-du ware auch denkbar, aber dann waren wohl noch ein oder zwei Zeichen davor zu erwarten. Fur arkatu als "circumstances (of a case)" s. die in CAD s. v. 4b zitierte parallele Formulierung in TCL 12 86: 12. Am Ende der Zeile ist vermutlich noch der Name des Beklagten trotz Platzmangels zu erganzen, da er es war, der die im folgenden genannten Beweisstiicke vorgelegt haben muB. Z. 9: Zu adi la + Prasensform zur Bezeichnung der Gleichzeitigkeit in der Vergangenheit s. Streck, Zahl und Zeit, S. 111. Z. 11: Der Inhalt dieser Formulierung ist augenscheinlich, daB die genannten Personen fur mandattu (Sklavenabgabe) gearbeitet haben, vermietet wurden, abwesend waren o. a.; beim Verb konnte man vielleicht an eine Form von (w)asu § denken, ohne daB sich das durch Parallelen verifizieren lieBe. Z. 14: Die Verbindung mit ana Bel assoziiert eine Form von zaku D "(einen Sklaven) freilassen (und dem Tempel) weihen". Um welche Person es dabei jedoch geht, ist wegen der Liicken nicht ersichtlich. Anzumerken ist, daB der Ehe- mann der La-tubaSinni, Dagil-ili, ein plausibler Kandidat ware, da in seinem Namen eine Verbindung zum Tempel anklingt (Hinweis K. Kessler). Zu den entsprechenden Imp- likationen fur die Ehe zwischen La-tubaSinni und Dagil-ili sowie den Status ihrer Kinder siehe S. 65f. Z. 17: Fur die Erganzung zu adi la fuppi ... issaffaru analog zu Z. 8f. erscheint der Platz zu knapp; vermutlich liegt eine Ellipse vor. Z. 20-24 beinhaltet ein Klageverbot fur La-tubasinni und ihren jiingsten Sohn verbunden mit dem Vermerk uber die Ausstellung einer diesbeziiglichen Urkunde fiir den Beklag- ten. Die entsprechende Formulierung ist jedoch syntaktisch schwierig. Zu assu matima ... la ragamu dajjanu fuppa isfuru ... (vgl. Nbn 668: 18-21) oder einer analog zu ana la ene fuppa isturu "damit (die Abmachung) nicht geandert werde, haben sie eine Tafel ausgestellt" gebildeten Phrase kann nicht erganzt werden, da einerseits der Platz fur assu bzw. ana am Anfang von Z. 20 fehlt (ebenso wie am Ende der vorherge- henden) und andererseits die Nennung der potentiellen Kla- ger als Subjekt eine finite Verbalform erfordert. Dann wiede- rum ware eigentlich die Negation ul zu erwarten (vgl. das ana aframes ul iraggumii "sie werden/diirfen nicht gegenein- ander klagen" in der Nichtanfechtungsklausel von Kaufver- tragen). Eine Erganzung des Zeilenanfangs zu [i]t-ti {x} erscheint auch nicht angezeigt, da sich das Verbot gegen kiinftige Klagen durch die vormaligen Klager richten sollte. Es scheint bei dieser Klausel eine ungeschickte Koppelung von anderweitig bekannten Versatzstiicken vorzuliegen. Nr. 6 BM 32023 + 32155 + 32220 (76-11-17, 1750 + 1882 + 1947, Joins von I. L. Finkel) Kopie: Nr. 6 1 [^Bel-abh^-eriba mar-sit sd mdBel-usezib] 2 [mar mDabibi ana li']daj\Jdnemei] 3 [sd mydNabu-na>id(Nl.T\JK.y sdr Babili* iq-[bi] 4 um-ma mdNabu-u-tir-ri *qal-la-[a] 5 a-na 1 mana 5 siqil kaspi slmi gam-ru-[tu] 6 a-na mdBel-re-man-nu mdr-su sd mdMarduk-mukin{GlN)-a[pli] 1 mar mdSin-damdqu(SlG5) ad-din-ma *I-na-t[u4] 8 al-ti mApla-a afji-ia pa-qa-r[i] 9 ina mufjfji ardi su-a-tu tu-sab-si-ma dr-[ki] 10 a-fja-mes nim-gur-ma i-na kaspi su-a-[tu\ 11 sd ul-tu pa-ni mdBel-re-man-nu na-s[d-a-ku] 12 i-na lib-bi 18 siqil kaspa ^P-[na-tu^\ 13 rx1 [x x x x (x)] rx x x x x1 [x x (x) x] 14 sd ad-di-nu [ ] 15 a-na-ku al-te-q[i-ma riksa itti afydmes] 16 ni-is-ku-us-ma ixP-[na-tuA ina migir libbisu] 17 i-na tup-pi mal)iri(YA.LAM) sd XmdBel-re^-[man-nu] 18 ii-se-sib H-na-tuA md[B]el-re-man-nu l"qa[l-la] 19 u rik-su [s\u-a-tu a-n[a] malj-ri-ku-nu ub-la 20 purussa(E§.BAR)-a-ni suk-na ^dajjamV™1 dib-bi-su-nu is-mu-u 21 [r]ik-su su-a-tu ma-[fja]r-su-nu is-tas-su-ma 22 [r]TP-na-tu4 taq-[b]i um-ma 18 siqil kaspa 23 [i-na] sim mdN[abu]-u-lir-ri al-te-qe 78 Cornelia Wunsch Rs 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 [u i-na] mi-gir li[b-bi-i]a rik-su an-na-a [sd ittisu a]r-ku-su a-na [mdB]el-re-man-nu [l(1s]a-a-a-ma-nu at-t[a-din] i-na tup-pi maffiri(Kl.LAM) [set] mdBel-re-man-nu a-na s[i-bu-t]i at-ta-sab tup-pi a-na mufjjji sa-[a-a]-ma-a-na lm]dBel-re-man-nu it-ti'-[i]a ina mu/j-fji-su [i]a-a-nu l<,dajjdnumei dib-bi \an-n\u-lu is-mu-u ri-kis-su-nu la i-nu-u [tn]dBel-re-man-nu [i-na^ (up-pi maffiri(Kl.LAM)-su us-ziz-z[u] r«1 ds-su ma-ti-ma [la sa-fj]a-ri-im-ma la ra-ga-mu mdajjanumei [tup-p]i is-fu-ru-ma i-na m'k[unukki]-su-nu [i]b-ru-mu-ma a-na mdBel-re-man-nu [id-di]-nu [Nabu-balassu]-iqbi//Amelu 36 Einleitungsformel tp-na purusse(E&.BAR) di-i-ni su-[a-tu\ 37-42 Richterliste Nergal-banunu//Rab-[bane] Nabu-ahhe-iddin//Egi[bi] Nabu-§uma-ukin//Ir>aiini [Be]l-ahtje-iddin//Nur-Sin [Bel]-etir//Sin-tabni 43f. Schreiber [Nadi]nu//Paharu [Nabu-Suma-iSku]n//[Rab-bane] Ausstellungsort: [Babylon] Datum: weggebrochen Siegelbeischriften lRd oben [m'kunuk mdNergal-banunu \\ x<idajjanu] Siegel lRd Mitte [m'kunuk mdN\abu-a\}b^-iddin || ^dajjdnu Siegel lRd unten ™*kunuk mdNabu-suma-ukin(G\.NA) \\ adajjdnu Siegel rRd oben [™<kunuk ^Bel-abb&^-iddin \\ x<xdajjanu] Siegel rRd Mitte [m'kunuk ra]d#e/-e//r(KAR)'v \\ [x<1da]jjanu Siegel rRd unten [a*t]kunuk || [mdNabu]-balat-su-iq-bi \\ mdajjanu Siegel Nr. 6 (BM 32023+) Und die Richter berieten 79 Obersetzung: [Bel-ahhe-eriba] spra[ch zu den] Richtern [des] Nabonid, des Konigs von Babylon, (Z. 4) folgender- mafien: Nabu-utirri, [meinen] Sklaven, habe ich fur 1 Mine 5 Sekel Silber (zum) vollen Kaufpreis an Bel- remanni verkauft, und Inatu, die Ehefrau des Aplaja, meines Bruders, hat wegen des betreffenden Sklaven Vindikation vorhanden sein lassen, und darauf (Z. 10) haben wir uns miteinander geeinigt, und von dem betreffenden Silber, das [ich] von Bel-remanni erhal- ten habe, davon [hat] Inatu 18 Sekel Silber [erhalten. ((Lucke)) ...], das ich gezahlt habe [...] (Z. 15) habe ich erhalten [und einen Vertrag haben wir miteinan- der] geschlossen, und Inatu habe ich [aus (ihrem) freiem Entschlufi] dem Kaufvertrag des Bel-re[manni] als Zeuge beitreten lassen. Inatu, Bel-remanni, den Sklaven und den betreffenden Vertrag habe ich vor euch gebracht: Fallt fur uns eine Entscheidung! (Z. 20a) Die Richter horten ihre Angelegenheit an, den betreffenden Vertrag verlasen sie vor ihnen, und Inatu sprach folgendermafien: 18 Sekel Silber [vom] Kauf- preis des Nabu-utirri habe ich erhalten (Z. 24) [und aus] freiem Entschlufi habe ich diesen Vertrag, [den Nr. 7 BM 31070 (76-11-17, 797) Kopie: Nbn 516 1 2 3 4 5 6 7 Rs 8-11 Zeugen Uballissu-Gula/Musezib*-Marduk/$angu-Gula* Bel-iqi§a/Marduk-zera-ibni/Egibi 12f. Schreiber Nabu-nadin-a|ji/Kiribtu*-Marduk/Dabibi Ausstellungsort: Babylon Datum: 11.4.11 Nbn (16.7.545 v. Chr.) ich mit ihm (d. h. Bel-ahhe-eriba)] geschlossen habe, an Bel-remanni, den Kaufer, gegeben. Beim Kaufver- trag des Bel-remanni war ich (damit) als Zeuge anwe- send. (Z. 28) Eine Urkunde bezuglich des Verkaufers Bel-remanni mit mir zu seinen Lasten gibt es nicht. (Z. 30a) Die Richter horten diese Sache an. Ihren Vertrag anderten sie nicht. Sie bestatigten Bel-remanni(s Recht) bezuglich seines Kaufvertrages, und damit kiinftig nicht wie[derum] geklagt werde, schrieben die Richter eine [Urkunde] und siegelten sie mit ihren S[iegeln] und [gab]en sie Bel-remanni. Kommentar: Z. 4: qal-la-a "meinen Sklaven" (Akk.) z. B. Nbn 13: 4. Z. 7: Der Name Inatu leitet sich von inu "Auge" her, was im Plural auch in der Bedeutung "Edelstein, Augenstein" verwendet wird. Z. 25: Die Lucke am Anfang ist fur nur ein Zeichen zu groB, daher ist wohl noch ittisu tax erganzen. Z. 29: it-ti-ia uber Rasur. Z. 32: us-ziz-z[u] Kausativ zu AHw s. v. izuzzu G I 5e "stehen bleiben", "im Recht auf etwas bleiben". Z. 33: Erganzung nach Nbn 668: 18. Obersetzung: 18 Sekel Silber vom Kaufpreis des Nabu- utirri hat Ina-Esagil-zera-ibni im Aufirag der Inatu, der Ehefrau des Aplaja, von Bel- remanni erhalten. Kommentar: Die Auszahlung des Silbers erfolgt durch den Kaufer an einen Stellvertreter der Inatu. Es kann sich jedoch weder urn deren Ehemann (es ist Aplaja/Bel-usezib/Dabibi) noch ihren Sohn handeln. 18 siqil kaspa ina sim mdNabu-u-tir-ri mIna-E-sag-il-zera-ibni mar2-su sd m6Marduk-e(ir(iKAR)ir mdr2 mIb-ni-ili ina na-as-par-tu^ sd {I-na-tu4 alti mApla2-a ina qatelx mdBel-re-man-ni mdr2-su sd mdMarduk-mukin(G\N)-apli2 mar2 mASin-da-ma-qu ma-fyi-ir Nr. 8 BM 31562 (76-11-17, 1289) Kopie: Nbn 518 1 1 mana 5 siqil kaspu sim m6Nabu-u-t[ir-ri] 2 sd mdBel-re-man-ni mar2-su sd mdMarduk-mukin(GlN)-[apli] 3 mar2 mdSin-da-ma-qu ina qate" mdBel-a^e(PAP*)me*-[eriba] 4 mar2-su sd mdBel*-u-se-zib mar. mDa-bi-bi u {[Kassaja] 5 alti-su marat-su sd mdBel-iqisa^ [mar x x x x] 6 a-na kaspi i-bu-ku ina Ub-bi U8*1 [siqil kaspa * Inatu] 7 alti mApla*-a a\}i sd mdBel-ahhe[mei-eriba analkum] 8 kurummati{§UKU)bia-5rw ((Rasur)) tal-te-qi 1/3 ma[na kaspa m ] 80 Cornelia Wunsch mar2-su id m$u-la-a mar2 mdSin-na-din-sumi Mr<w[w](TUK)*r,>1* [sd eli] ^Bel-abbe^-eribaiSU) u sKas-sd-a a[lti-su ilteqe] x x x x x x [ ] 3* siqil* kaspa* mZeri-ia* mdr2-su sd ""x1-! ^rdsu] sd e*-li* ^Bel-abbe^-eribaiSU) u [{Kassaja altisu] il-te-qi 2 siqil 4-tu siqil* ka[spa* m... ] ['"rai]w([TU]K*)"* sd* e-li ^Bel-abb^-eribaiSV) u lKas-sd-a alti-su il-te-[qi x siqil kaspa] ^Bel-abbe^-eribaiSU) mdr2-su sd mdBel-ii-se-z[ib* mar2 mDdbibi] u cKas-sd-a alti-su na-di-na-nu lia-m[e-lut-ti] ina Ub-bi il-te-qu-ii napbar($U.NIGiN) 1 mana r5+1 [siqil kaspa] ^Bel-abb^-eribaiSU) mdr2-su sd mdBel-u-se-zib mar2 mDa-bi-[bi] {Kas-sd-a alti-su sim mdNabu-u-tir-ru {<xqal-li-su-nu ina gate11 mdB el-re-ma n-ni m[ab~ru-if] 9 10 Rd 11 12 13 Rs 14 15 16 17 18 19 20 21 22-26 Zeugen Damqija/Sulaja/[...] IqISaja/Bel-zera-ibni/Tabihu Nabu*-§iima-usur/Nabu-§apik-zeri*/Sahit*-gine* Gula-[balassu-iqbi]/Iqisaja/Rab-bane 26f. Schreiber [...]/Kittija*/Sangu*-[...] Ausstellungsort: Babylon Datum: 23.4.11 Nbn (28.7.545 v. Chr.) Ubersetzung: (Betrifft) 1 Mine 5 Sekel Silber, Kaufpreis des Nabu-ut[irri], den Bel-remanni von Bel-ahhe-[erTba] und [KaSSaja], seiner Ehefrau, fiir Silber weggefiihrt (= gekauft) haben: (Z. 6a) Davon hat 18 [Sekel Silber Inatu], die Ehefrau des Aplaja, des Bruders des Bel- ahhe-[eriba fiir] ihre Versorgung(sanspriiche) genom- men. (Z. 8a) 20 Sekel [Silber hat PN], der Glaubiger, [der (eine Forderung) gegeniiber] Bel-ahhe-enba und KaSsaja, [seiner] Ehe[frau (hat), genommen. ...] (Z. 12) 3 Sekel Silber hat Zerija, [der Glaubiger], der (eine Forderung) gegeniiber Bel-ahhe-erlba und [KaSSaja, seiner Ehefrau, (hat),] genonunen. 2 1/4 Se- kel Siflber hat PN2, der Glau]biger, der (eine Forde- rung) gegeniiber Bel-ahhe-erlba und Kassaja, seiner Ehefrau, (hat), genommen. [x Sekel Silber] haben Bel- ahhe-erlba und Kassaja, seine Ehefrau, die Verkaufer des Sklafven], davon genommen. (Z. 18a) Insgesamt 1 Mine 5 [Sekel Silber] haben Bel-ahhe-eriba (und) Ka§§aja, seine Ehefrau, (als) Kaufpreis des Nabu- utirri, ihres Sklaven, von Bel-remanni er[halten]. Kommentar: Eckige Klammera sind entsprechend den Beschadigungen auf der Tafel gesetzt, sie differieren teilweise von Straflmai- ers Kopie; sonst sind Kollationsergebnisse mit * markiert. Z. 3 Ende: Zeichenreste passen besser zu PAP.ME als zu SES.MES. Z. 6 Ende: Nach dem Winkelhaken sind noch Senkrechte zu erkennen, die selu wohl zur Zahl 18 passen. Z. 8f.: Ein gewisser Nabu-ere§, Sohn des Sulaja//Sin- nadin-sumi, wird in 5R 67,1: 9 als Nachbar bei einem Grundstiickskauf des Nabu-ahhe-iddin aus der Familie Egibi erwahnt (s. Tallqvist, NN); er konnte vielleicht mit unserem Glaubiger identisch sein. Z. 11 ist abgerieben, die Zeichen sind absolut unklar. Z. 15: Anfang auf lRd. Z. 18 Ende: Der Anfang der Zahl 5 ist noch zu erkennen. Dritter Zeuge: Er erscheint bei Tallqvist, NN, mit Vaters- namen Sapik-zeri noch fiinfmal; der vorliegende Beleg ist unter Bel-suma-usur, Nr. 1, gebucht. Vierter Zeuge: Erganzung nach Tallqvist, NN (Ngl 45: 11). Schreiber: Es handelt sich mit Sicherheit um einen der Sonne des Kittija aus der Famile Sangu-Ea, die u. a. als Schreiber/Notare von Grundstiicksgeschaften in Babylon ge- wirkt haben. Fur die Verkaufer des Sklaven bleiben vom Erlos hoch- stens 20 Sekel iibrig. Nr. 9 BM 31589 (76-11-17, 1316) Kopie: Nr. 9 Anfang weggebrochen !' ina qateu mdBel-abbe(VAP)me-enba(S\J) ^mdr^su-sd1 [mdBel-usezib] T mar2 mDa-bi-bi i-bu-uk-ka[m]-m[a (uppa] y ((Rasur)) a-na sumi sd mdBel-re-man-ni mdr2-su sd m[dMarduk-mukin-apli] 4' mdr2 mdSin-damdquiSlG^ e-le-ti tup-pi 5' ina bit di-i-nu a-na mubbi saf-ru 6' [kaspu sd] mItti-dMarduk-baldfu a-na sim T [mdNabu]-u-tir-ri it-ta-din Und die Richter berieten 81 uRd 8' [lu]-u '™1 fup-pi lu-u u-il-ti Rs 9' lu-u ri-ik-su sd ina bit mdBel-re-man-ni 10' il-la-c? sd mItti-dMarduk-bald(u su-u \V-\y Zeugen Nergal-ugallim/Marduk-etir/Ga^al Bel-iddin/Banija/Arabtu 13*f. Schreiber rBel1-[remanni]/rMarduk-mukin-apli1/[Sin-damaqu] Ausstellungsort: weggebrochen Datum: weggebrochen Obersetzung: [(Was) den Sklaven Nabu-utirri (betrifft), den Bel- remanni] (Z. 1') von Bel-ahhe-eriba weggefuhrt (= gekauft) hat und (woriiber) [eine Urkunde] auf den Namen des Bel-remanni ausgestellt worden ist (und) eine Urkunde vor Gericht daruber geschrieben worden ist: (Z. 6') [Silber des] Itti-Marduk-balatu hat er beim Kauf des [Nabu]-utirri gezahlt. Eine Urkunde, ein Verpflichtungsschein oder ein Vertrag, der im Hause des Bel-remanni auftaucht, gehort Itti-Marduk-balatu. Nr. 9 (BM 31589) Kommentar: Der Schreiber operiert als Mittelsmann im Auftrag des Itti-Marduk-balatu beim Weiterverkauf des Nabu-utirri und erscheint auch in Nbn 597: 20 (bei Tallqvist, NN unter Bel- etir gebucht). Nr. 10 BM 31921 (76-11-17, 1648) Kopie: Nbk 359 1 m[Arad-6Gu-l]a mar2-su sd mTdNabu-le^-H mar2 ^Bd'iru^V.KU^ 2 a-na {Dam-qa-a mdrat-su sd mr^(SUrj[)-e//r(SUR) 3 mdr2 mMar-duk-u alti-su ki-a-am iq-bi 4 um-ma ul-tu sanat(MU) 28.kam dNabu-kudurn(N\G.D\J)-usur 5 sdr BdbiliiE)^ a-na ds-su-tu ki-i 6 ar-su-ka mdra u mdrta it-ti ta*-fya*-mes*'* 7 ul ni-ir-su u tup-pi it-[ti] 8 a-lfa-mes ki-i ni-is-tu-ur-[ma] 9 nikkassi(NtG.§lD)-i-ni {m} eqlu(A.&A) a-fja-mes su-nu [...] 10 x x (x) tup-pi-i-ni sd-fi-ir [...] 11 [ ] rx-a m*Arad*-d*i[Gula ...] Rest des Vertragstextes weggebrochen Rs l'-4' (11-14) Zeugen (Anfang weggebrochen) Te§e-etir/§akin-§umi/[Marduku] (Vater der Damqaja) Bel-kasir/Sakin-Sumi/Marduku (Onkel der Damqaja) Tabnea/Nabu-leVBa^ru (Bruder des Arad-Gula) Bel-nasir/Nabu-le'i/Ba'iru (Bruder des Arad-Gula) Rs 5'f. (15f.) Schreiber §ama§-nasir/Bel-u§allim/Misiraja Ausstellungsort: rjursagkalamma 22.3.40 Nbk (10.6.565 v. Chr.) Obersetzung: [Arad-Gu]la hat zu Damqaja, seiner Ehefrau, fol- gendermaBen gesprochen: (Z. 4a) "Seit dem 28. Jahr Nebukadnezars, Konigs von Babylon, als ich dich zur Ehe nahm, haben wir mit[einander] keinen Sohn und keine Tochter bekommen. Und als wir miteinander eine Tafel geschrieben haben [und] unser Vermogen (und) Feld(?) gemeinsam ... [... in(?)] unsere Tafel geschrieben ist [...] Arad-[Gula ...] 82 Cornelia Wunsch Nr. 11 BM 30262 (76-10-16, 12) Kopie: Nbn 314 Bearbeitung: V. Scheil bei E. Cuq, RA 12 (1915), S. 100 (U), H. Petschow, NPR (1956), S. 158-160 (T+O). Fur weitere Literatur vgl. Anm. 37 2 mana 1/3 siqil kaspu sd mdNabu-suma-ukin(Gl.NA) mar2-su sd mIbna-a mdr2 mMlSangu-dNa-na-a ina mu))-\}i mArad-dGu-la mar2-su sd ^Nabu-le'KDA) mdr2 m W/n/(§U.KU6) u cDam-qa-a mdrat-su sd mIna-tese(Sl]H)-efir(SUK) alti mArad-dGu-la {dTas-me-tuA-at-kal *Amat-dNin-lil u tdNa-na-a-na-biti-su mdZa-baA-baA-iddin* ni*-is bltl-su-nu u mim-mu-su-nu 4 4 sd a//(URU) u ££t;'(EDEN) ma-la ba-ds-su-u mas-ka-nu sd mdNabu-suma-ukin(Gl.'NA) lfira.sw(TUK)" sd-nam-ma ina muhi-lji ul i-sal-lat a-di mulf-ffi sd mdNabu-suma-ukin{Gl.NA) kaspa aA 2 mana l/3!(2) siqle in-ni-fir-ru ina llxajjdri(GU4) kaspa a4 2 mana'l/3 siqle [ina] qaqqadi(S>AG.DU)-su a-na mdNabu*-suma-ukw(Gl.'NA) i-nam-din-i? l-en pu-ut 2-i na-su-u pu-ut e-\e-ru sd kaspi aA 2 mana 1/3 siqle mdBel-re-man-ni mdr2-su sd mLa-ba-si-dMarduk mdr2 lfi&i-ga/7-/7a(=A§gandu) na-si ki-i ina a-dan-m (DA)-su-nu kaspa a4 2 mana 1/3 siqle a-na mdNabu-suma-ukin(Gl.'NA) la it-tan-nu sd arfyi ina mul}-}ji 1 ma-ne-e 1 siqil kaspu ina mufy-fji-su-nu i-rab-bi 1 ? •J A 1 5 6 7 8 9 10 11 uRd 12 13 Rs 14 15 16 17 18 19 20-22 Zeugen Bel-uballit/Nadin/Nabu-<bul>litsu Guzanu/Nabu-u§ab§i/Tunaja §amas-suma-ukin/Nabu-etir-nap§ati/Bel-pir>a*-ibni 23 Schreiber Laba§i-Marduk/Nadin/Amel-Istar(LU-d§AR) 25f. ina-asdbi-Zeugin (nachgetragen) Reminni-<Islar>/Ina-tese-etir/Marduku (Schwester der Damqaja) Ausstellungsort: Babylon Datum: 22.12.8 Nbn (24.3.547 v. Chr.) Ubersetzung: 2 Minen 20 Sekel Silber, (Forderung) des Nabu- Suma-ukin zu Lasten von Arad-Gula und Damqaja, seiner Ehefrau. (Z. 5a) Tasmetu-atkal, Amat-Ninlil, und Nanaja-ana-biti§u (und) Zababa-iddin, ihre Skla- Nr. 12 BM 30523 (76-11-17, 250) Kopie: Nbn 626 Bearbeitung: Vgl. Anm. 37 ven, und alle ihre Habe in Stadt und Land, soviel vorhanden ist, ist Pfand des Nabu-suma-ukin. (Z. 9a) Ein anderer Glaubiger wird dariiber nicht verfugen, bis Nabu-suma-ukin beziiglich dieses Silbers bezahlt sein wird. (Z. 12) Im Monat Ajjar werden sie dieses Silber, 2 Minen 20 Sekel, in seinem Kapitalbetrag an Nabu-suma-ukTn zahlen. Einer biirgt fur den anderen. Fiir die Zahlung dieses Silbers, 2 Minen 20 Sekel, biirgt Bel-remanni. (Z. 17) Wenn sie zu ihrem Termin dieses Silber, 2 Minen 20 Sekel, nicht an Nabu-suma- ukin bezahlt haben werden, wachst pro Monat auf eine Mine ein Sekel Silber zu ihren Lasten an. Kommentar: Die Tafel weist einige unkonventionelle syllabische Schrei- bungen auf, insbesondere bei Namen. Z. 7: Emendation bereits bei Stamm, Namengebung, S. 194, Anm. 1. (s. HKL); durch Kollation bestatigt. 1 {Dam-qa-a mdrat-su sd m/«a-fe^(SOH)-e/i>-(SUR) mar2 mMar-duk-u 2 ina fru-ud lib-bi-su mtuppi(DUB) mar <banu>-u-tu sd 3 {{&xSa-la-en-qet u mdZa-ba4-ba4-iddin 4 [x (x) x (x)] Ha1 pa'-nf m*Arad*-d*Gu*-la* x (x)1 Rest des Vertragstextes weggebrochen Zeugen bis Rs 1' weggebrochen Ausstellungsort: IJursagkalamma Rs 2'(4') Schreiber ^ Datum: 1.7.12 Nbn (23.9.544 v. Chr.) Nergal-§uma-iddin/Suma-u§ur/Nabu*-suma?-ibni? Una die Richter beneten ... Obersetzung: Damqaja hat aus freiem EntschluB eine Urkunde iiber die Freilassung(l) von Sala-enqet und Zababa- iddin [ausgestellt ...] Kommentar: Z. 2: M. A. Powell bei M. A. Dandamaev, Slavery, S. Rs 1' Einleitungsformel [ina] pur[usse(E[S.BAR]) dini sudti] Rs 2*-8' Richterliste Nergal-u§allim//[ Sigua] Nergal-banunu//[Rab-bane] Nabu-ahhe-iddin//[Egibi] Nabu-§uma-ukTn//[Ir>anni] Bel-ahbe-iddin//[NQr-Sin] Bel-etir//[Sin-iabni] [Nabu-balassu-i]qbi//[Amelu] Rs 9'f. zwei Schreiber (Namen weggebrochen) Ausstellungsort: [Babylon] Datum: 25.9.12 [Nbn] (15.12.544 v. Chr.) Ubersetzung: [Bel-remanni hat sich an die Richter des Nabonid, Konigs von Babylon, gewandt und folgendermafien gesprochen:] (Z. 1') "Nabu-S[uma-ukm hatte (ein Guthaben von)] 2 Minen 20 Sekel [Silber zu Lasten von Arad-Gula und einen Verpflichtungsschein zu seinen (d. h. Arad- Gulas) Lasten und zu Lasten] von Dam[qaja, seiner (d. h. Arad-Gulas) Ehefrau hat er begriindet und Ana- TaSmetu-atkal], (Z. 5') Amat-N[inlil, Nanaja-ana-bitiSu und Zababa-iddin, ihre Kinder], seine Sklaven, und alle seine [Habe in Stadt und Land] nahm er als Pfand. Und [er liefi sie] fiirein[ander] biirgen (Z. 8') und mich [lieB er] die Zahlburgschaft [iibernehmen. Arad-Gula] hat das Silber nicht beglichen, Arad-Gula [und Damqaja haben das Silber] nicht gehabt und das Schicksal [holte sie fort]. [Dann hat] Nabu-Suma-ukin [...] 83 439, Anm. 470, erwagt die Emendation zu fuppi mdr-<bari>iiti und charakterisiert den Vorgang auf S. 145, Anm. 77a, als "deathbed attempt by Damqa to free at least two of these slaves". Eine Adoption ohne Erbanspruch unter Ausstellung einer fuppi maruti ware allerdings ebenfalls denkbar, hatte aber wohl die gleichen rechtlichen Konsequenzen. Z. 3: Der erste Name ist eindeutig Sala-enqet und keines- falls Amat-Ninlil oder Amtija zu lesen. Kommentar: Die Tafel ist weniger breit als TCL 12, 122 und enthalt wesentlich weniger Text. In TCL 12, 122 wird offensichtlich noch einmal wieder- holt, was bereits in dieser Urkunde steht, daher geht der Text beider Ur- kunden, soweit hier erhalten, fast parallel. Z. 8': Erganzung nach TCL 12, 122: 8; auch nasdku ware moglich. Z. 10': Vgl. TCL 12, 122: 9 s'u u altisu simtu ubil-ma ... Nr. 13 (BM 34196+34450) Nr. 13 BM 34196 + 34450 (Sp. 302 + 574, eigener Join) Kopie: Nr. 13 1' [m]ANabu-s[uma-ukln mdr-su sd mIbnaja mar x<xSangu-ANanaja\ T [1]+1 1/3 ma[na kaspa eli mArad-AGula mdr-su sd ^Nabu-le^i y mar lfiB[d^7rw(S[U.KU6) irsima uHlta elisu u eli] 4' {Dam-\qa-a altisu Pilma {Ana-ATasmelu-atkal\ 5' lAmat-dN[in-lil {dNanaja-ana-bitisu u ^Zababa-iddin mdresu] 6' «iie(UN)me5 bltl-su u mim-m[u-su sd dli u seri] 7 mas-ka-nu is-bat-ma l-en pu-ut [2-i usassisunuti] 8' u ia-a-tu pu-ut e-fe-ru [usassdnni mArad-dGula] 9' kaspa la i-fir mArad-dGu-l[a u {Damqaja kaspa] 10' la i-su-u u sim-tuA [ubilsunuti] U' [arki] lmdNabu-suma-ukin(Gl.'NA) x x x1 [x x x x x] Rest weggebrochen 84 Cornelia Wunsch Nr. 14 MNB 1809 Kopie: TCL 12, 122 Bearbeitung: E. W. Moore, NBAD Nr. 122 (S. 118-121, T+l)). Fur weitere Literatur vgl. Anm. 37 Photos der Siegel: L. Delaporte: Catalogue des cylindres cachets et pieires gravies [de style oriental] du Musee du Louvre, Paris 1920, PI. 120, Abb. la, lb 1 mdBel-re-man-ni mar-su sd mLa*-[a-ba]-si-dMarduk mar mAs-gan-du1 a-na ^dajjdne1"'* 2 sd mdNabu-na'id(Nl.TUK) s'dr Babili[* iq-b]i um-ma i-na sanat(MU) 8.kam ^Nabu-na'idiNl.TUK) 3 sdr Babili* mdNabu-suma-u[kin(G[l.'NA]) mar-s]u* sd mIb-na-a mar l<>$angu-dNa-na-a 4 2 1/3 mana kaspa e-li mA[rad-dG]u*-la mar-su sd mdNabu-le>i(V&) mar w505zrw($U.KU6) 5 ir-se-e-ma u-il-ti e-l[i-su u e]-li {Dam-qa-a alti-su i-i-il-ma 6 ^-na-^Tas-me-tu^a^-kal*1 {*A[mti*-ia ^^Na-na-a-a-na-biti-su u mdZa-ba4-ba4-iddin 7 mar^-su am[elu(L[(j])*-ut-tu-su] r«7* [mimmusu sd dli] u ^ercXEDEN)1 mas-ka-nu is-ba-at-ma 8 i-en pu-u[t* 2-i u-sd]-ds-si-su-nu-rtu* u* ia*^-a-tu pu-ut e-fe-ru u-sd-ds-sd-an-ni 9 mArad-d[Gu-l]a* kaspa la i-tir su-u u alti-su sim-tu4 u-bil-ma 10 dr-ki mdNabu-suma-ukin(Gl.'NA) a-na malj-ri-Tku]*-nu ub-la-an-ni-ma rik-sa-a-tu 11 ta-mu-ra-a-ma 2 1/3 mana kaspu e-Uat1* kaspi ma^ru(lGY)" sd i-na lib-bi ad-di-nu-su 12 e-li-ia tu-sd-ar-sd-a-su-ma ia-a-tu* a-na bit mArad-dGu-la 13 tu-sd-afy-fyi-sa-ay-in-ni kaspa* su*-a-tu* mdNabu-suma-ukin(Gl.NA) e-fi-ir-ma 14 u-il-ti u gaZ)re(GABA.RI) tup-pi di-i-ni id-di-nam-ma dr-ki 15 mdNergal-uballitu ia-a-ri-tu sd mArad-dGu-la u mRi-min4-ni-dIs*-tar* 16 tf/?a/w(NIN) sd mDam-qa-a al-ti mArad-dGu-la a-na mafj-ri-ku*-nu ub-lam-ma 17 [rik]-sa-a-tu-ii-a ta-mu-ra-a-ma mdNergal-uballif u mRi-min4-ni-dIstar(l5) 18 [iq-bu^it^-ku-nu-si {x x} um-ma ia-a-ri-tu-tu sd mArad-dGula(ME.ME) ul ni-ip-pu-us 19 [x x x x x x] ar-ki nikkassu(NlG.&\D) sd mArad-dGu-la u l<1a-me-lut-tu4 bit mas-ka-ni-su 20 [x x x x x ra-s]u*-ut-su i-na lib-bi lis-lim u (up-pi ji^-fu-ra-a-ma ^ /-/ fas 21 [x x x x x x x x x 3 m]a*-na 50 siqil kaspu dr-ku-u u mah-ru-u 22 [xxxxxxxxxx mArad-dGu-l]a* u {Dam-qa-a alti-su e-li mim-mu-su-nu 23 [ dr]-ki sd tup-pi su-a-tu {dTas-me-tu4-at-kal 24 [lAmtija aNanaja-ana-biti-s]u* it mZa-ba4-ba4-iddin mar^-su 25 [ a-b]u*-uk*-ma i-na pa-ni-ia su*-nu 26 ]-su/ma* mtuppa(D\JB)-a a-na mar banu-u-tu ka-ni-ik 27 [ t]i*-ia mu-du-u lu-bi-lam-ma 28 [ ]-A mar ^Ga-bal mdNergal-uballitif 29 [u mRimut-dBel mare™* sd mdB]el*-na-sir mare™* afc sd mArad-dGu-la 30 [ ]-su-nu tu-ub*-lam-ma nis Hi u* [sarri] 31 [ ]-ma* iq-bu-ku*-nu [x (x)] groBe Lucke, etwa 10 Zeilen (ca. 1/3 der Tafel, sehr eng beschrieben) fehlen Rs T (32) l<sdajjdnumel mu-kin-nu-ti [x (\)]-ni-ti [...] 2' (33) {A-na-dTas-me-tu4-at-kal ummu(AMA) sd {Amti-ia u amelu(UJ)*-t[u* ...] 3' (34) iAmti-ia ki-i rik-sa-a-ti-su a-na mdBel-r[e-man-ni ... iddinii] Rs 4' (35) Einleitungsformel Bel-etir//Sin-tabni i-na purusse(E&.BAR) di-i-ni [suati] (kein IGI) Nabu-balassu-iqbi//Amelu Rs 5'-ll' (36-42) Richterliste Rs 12'f. (43f.) Schreiber Nergal-usalum//[Sig]ua* Nadin//Paharu Nergal-banunu//Rab-bane Nabu-§uma-iskun//R[ab-bane] Nabu-ah^e-iddin//Egibi Nabu-suma-ukm//Ir>anni Ausstellungsort: [Babylon] Bel-ahbe-iddin//Nur-Sin Datum: 21.10.1[2] Nbn (10.1.543 v. Chr.) Siegelbeischriften und Siegelabrollungen IRd oben m<kunuk mdNergal-usallim(Gl) ^dajjanu Siegel lRd 2. von oben ^'kunuk mdNergal-ba-nu-nu x"dajjdnu Siegel IRd unten na'ku[nuk ^Nabu-afylj^-iddin l<1dajjdnu] [Siegel] rRd oben °*'kunuk mldNabu-suma-ukin] \\ ^dajUdnu] Siegel rRd 2. von oben a3,kunuk ^Bel-afjfj^-iddin || ^dajjdnu Siegel rRd 3. von oben ^kunuk mdBel-etir(KAR)ir ^dajjdnu Siegel rRd unten na'ku[nuk mdNabu-baldssu-iqbi] \\ ^dal/jdnu] [Siegel] Und die Richter berieten 85 Obersetzung: Bel-remanni hat zu den Richtera des Nabonid, Konigs von Babylon, folgendermaBen [gesprochen]: Im 8. Jahre Nabonids hatte Nabu-suma-ukln (eine Forderung iiber) 2 Minen 20 Sekel Silber zu Lasten von Arad-Gula und hat einen Verpflichtungsschein zu [seinen (= A.s)] Lasten [und zu] Lasten von Damqaja, seiner Ehefrau, begriindet, und (Z. 6) Ana-Tasmetu- atkal, A[mtija], Nanaja-ana-bMsu und Zababa-iddin, ihre Kinder, [seine Sklavjen, und [alle seine Habe in Stadt] und Land hat er als Pfand genommen, und er hat sie ftir[einander] biirgen [lassen] und mich hat er die Zahlbiirgschaft ubernehmen lassen. (Z. 9) Arad- [Gula] hat das Silber nicht beglichen. Ihn und seine Frau holte das Schicksal fort, und danach hat Nabu- suma-ukln mich vor Euch gebracht, und die Vertrage habt ihr angesehen, und (eine Forderung iiber) 2 Mi- nen 20 Sekel Silber, abgesehen von fruherem Silber, das ich ihm davon(?) gezahlt habe, (Z. 12) zu meinen Lasten lieBt ihr ihn haben und mich habt ihr an das Haus Arad-Gulas zuriickverwiesen. Das betreffende Silber habe ich (an) Nabu-suma-ukln gezahlt und den Verpflichtungsschein und ein Duplikat der ProzeBur- kunde hat er mir gegeben. Und dann habe ich Nergal- uballit, den Erben des Arad-Gula, und Reminni-Istar, die Schwester der Damqaja, der Ehefrau des Arad- Gula, vor euch gebracht und (Z. 17) meine Vertrage habt ihr angesehen und Nergal-uballit und Reminni- IStar haben zu euch folgendermaBen [gesprochen]: 'Die Erbschaft des Arad-Gula treten wir nicht an.' [...] ... das Vermogen des Arad-Gula und die Sklaven, seine Pfandobjekte [...] sein [Gut]haben (gegeniiber Arad-Gula, d. h. seine Forderung) moge er damit be- l ikr friedigen. Und meine Urkunde habjsn 3ic(fcm. Pl-.-jj jCseUhc^nguhig gomachj und (Z. 21) [...] 3 Minen 50 Sekel ^>c*1, spateres und fruheres Silber [... Arad-Gul]a und Dam- qaja, seine Ehefrau, iiber alle ihre Habe [... na]ch (der Ausstellung) der betreffenden Urkunde [habe ich] TaSmetu-atkal, [Amtija, Nanaja-ana-bMsu] und Zaba- ba-iddin, ihre Kinder, [...] weggefuhrt und sie sind zu meiner Verfugung. (Z. 26) [...] meine Urkunde zur Freilassung gesiegelt [...] meines(?) [...] will ich ("moge sie" auch moglich?) Zeugen herbeibringen und (Z. 28) [PN] (und) Nergal-uballit [und RImut-Bel, die Sonne des Bel]-nasir, die Sonne des Bruders des Arad-Gula, [...] hat sie herbeigebracht und einen Eid bei Gott und [Konig ...] und haben zu euch folgendermaBen [ge- sagt: ...] ((groBe Liicke)) (Rs V) Die Richter haben das Zeugnis(oder die Zeugen?) ... [...] Ana-Tasmetu-atkal, die Mutter der Amtija, und die Sklaven [...] Amtija entsprechend (dem Wortlaut) seiner Vertrage an Bel-[remanni ... gegeben.] Kommentar: Z. 13: So bereits von H. Petschow (Anm. 37), S. 48, und M. A. Powell (Anm. 37), S. 127, ubersetzt. Anders CAD N/1, S. 132 s. v. nahasu lib: "you will let me return to PNs house" (eher zu 11a: "to send back"). Z. 19-31: Fur die Liicken am Zeilenanfang bieten sich kaum testes Formular oder Personennamen als Anhaltspunkt. Die bei Petschow (Anm. 37), S. 34f., Anm. 1, angegebenen Vorschlage fiillen sie keinesfalls aus. Z. 20: pafdru "losen, losmachen, ungiiltig rnachen": Ver- mutlich ist damit der Erbvertrag Nbk 359 (Nr. 10) gemeint (ahnlich Petschow (Anm. 37), S. 48, allerdings ohne Verweis auf diese Urkunde). Z. 29: Erganzung nach Nbn 665: 15 (beide Neffen Arad- Gulas erscheinen als Zeugen beim Verkauf der Sklavin Am- tija durch Bel-remanni). Datum: Von der Jahreszahl ist lediglich 10+ erhalten. Den tenninus post quern bietet BM 34196+ (Nr. 13) vom 25.9.12 [Nbn], da der entsprechende Vorgang in unserer Urkunde zitiert wird. Das 13. Jahr wiederum scheidet aus, weil der Richter Nabu-ahhe-iddin//Egibi, der zu Beginn des 13. Jahres verstorben ist, in der vorliegenden Urkunde noch amtiert. Nr. 15 BM 32861 (77-4-17, 12) Kopie: Nbn 665 Bearbeitung: F. E. Peiser, BRL 4 (1898), S. 72 (U). Fur weitere Literatur vgl. Anm. 37 1 m6Bel-re-man-ni mar2-su sd mLa-ba-a-si-AMarduk 2 mar2 x<sAs-gan-du ina \}u-ud lib-bi-su 3 lAmti-ia iqal-lat-su a-na 4 1 mana 10 siqil kaspi a-na slmi gam-ru-t[u] 5 a-na mSu-qa-a-a mar2-su sd mBa-lat-su 6 mar2 lilPa^dru(BAE.AR) id-din pu-ut se-tyi-i 1 x<ipa-qir-ra-nu amat iara/(LUGAL)-«-fa 8 u mar banu-u-tu sd iAmti-ia Rd 9 mdBel-re-man-ni na-si Rs 10 kaspa a' 1 mana 10 siqle mdBel-re-man-ni 11 slm a-me-li4t-tuA-su ina qdte11 mSuqa(S\LA)-a-a 12 e-tir 86 Cornelia Wunsch 12a-17 Zeugen Laba§i/Marduk-Sumu-lisir/Gahal Nabu-etir-napsati/Nasir/Rab-bane Rimut-Bel/Bel-nasir/Ba^ru (Neffe des Arad-Gula) Nergal-uballit/Bel-nasir/Ba'iru (Neffe des Arad-Gula) Arad-Bel/Nergal-uballit/Nagiru 18f. Schreiber Arad-Gula/Nabu-balassu-iqbi/Asgandu Ausstellungsort: FJursagkalamma 13.11.12 Nbn (31.1.543 v. Chr.) Obersetzung: Bel-remanni hat aus freiem EntschluB Amtija, sei- ne Sklavin, fur eine Mine 10 Sekel Silber zum voll- standigen Kaufpreis an Suqaja gegeben. (Z. 6a) Fur (das Nichtvorhandensein von) Vertragsanfechtung, Vin- dikation, (Status der Sklavin als) konigliche Sklavin und Freie biirgt Bel-remanni. (Z. 10) Dieses Silber, eine Mine 10 Sekel, hat Bel-remanni (als) Kaufpreis seiner Sklavin von Suqaja beglichen bekommen. Nr. 16 BM 30645 (76-11-17, 372) Kopie: Nbn 668 Bearbeitung: F. E. Peiser, BRL 4 (1898), S. 85f. (0); V. Scheil bei E. Cuq, RA 12 (1915), S. lOOf. (U). Fur weitere Literatur vgl. Anm. 37 Rs 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 3 ma-na 50 siqil kaspa sd adajjdnumei i-na tup-pi is-fu-ru-ma a-na mABel-re-man-nu mar-su sd mLa-a-ba-si-AMarduk mar mAs-gan-du1 id-di-nu-ma e-li nikkassi(NlG.§ID) sd* mArad-AGu-la u {Dam-qa-a alti-su it e-li amelu(LU)-tu bit mas-ka-ni-su mABel-re-man-nu u-[sar-s\u-u it mANergal-uballit'' ia-a-ri-tu-{tu] sd mArad-dGu-la iq-bu-u um-ma ia-a-ri-tu-tu sd mArad-AGu-la id e-ep-pu-us mABel-re-man-nu i-na amelu(LU)-tu bit mas-ka-ni-su lis-lim dr-ki mABel-re-man-nu rA-na-ATas-me-tu4-at-kal (Amti-ia {ANa-na-a-a-na-biti-su u mAZa-ba4-baA-iddin(S\JM.'NA) nise(\J'N)mei biti sd mArad-AGu-la bit mas-ka-ni-su a-na ma-fjar ^dajjdne™** sarri(L\JGAL) ub-lam-m[a] amelu(UJ)-tu sa a-na ku-mu 3 mana 50 siqil [kaspi] simi gam!(TAR)-ru-tu pa-ni mABel-re-man-n[u] ki-i pi-i fup-pi-su u-sad-gi-l[u]* na-din ma-ljir a-pil ru-gum-ma-a id i-si u ds-sit ma-ti-ma la sa-ija-ri-im-ma a-na muhfji amelu(L(j)-tu su-a-tu la ra-ga-mu adajjanumeS tup-pi is-fu-ru-ma ina ™'<kunukki>mei-su-nu ib-ru-mu-ma a-na mABel-re-man-ni id-di-n[u] Kommentar: Z. 6: Erganzt nach TCL 12, 122: 12. Die Emendation zu jaritu bereits durch B. MeiBner, AJO 11 (1936/37), S. 153f. und CAD I/J 325 s. v. Z. 18: CAD S, S. 40, s. v. saharu le: (in hendiadys) to do again, to resume doing. 22-24 Einleitungsformel und Richterliste i-na ma-fjar ... ^dajjane™** tup-pi sd-fir Nergal-usallim(//5igua) Nabu-ahhe-iddin(//Egibi) Nabu-Suma-ukin^/I^anni) Bel-etir(//Sin-tabni) Nabu-balassu-iqbi(//Amelu) 24a Schreiber Nadin(//Paharu) Nabu-§uma-iSkun(//Rab-bane) Ausstellungsort: Babylon Datum: 26.11.12 Nbn (13.2.543 v. Chr.) Siegelbeischriflen (so angebracht, als waren Vorder- und Riickseite vertauscht), keine Siegel IRd unten kopfstehend (statt oben) Ritkunuk \\ mANergal-usallim(Gl) || ^dajjdnu rRd Siegelbeischrift ausgelassen (zu erwarten ware der Names des zweiten Richters). oRd links ™'kunuk \\ mANabu-suma-ukin(Gl.'NA) \\ ^dajjdnu oRd Mitte m-kunuk || mA Bel-efir(K AR)ir \\ *dajjanu uRd links ^'kunuk \\ mANabu-bald(-su-iq-bi \\ ^dajjdnu Und die Richter berieten 87 Obersetzung: (Betrifft) die 3 Minen 50 Sekel Silber, (Forderung,) die die Richter in einer Urkunde (fest)geschrieben und an Bel-remanni gegeben haben und (Z. 4) gegeniiber dem Vermogen des Arad-Gula und der Damqaja, sei- ner Ehefrau, der Sklaven, seinen Pfandobjekten, Bel- remanni haben [bekommen] lassen, und Nergal-ubal- lit, der Erbe des Arad-Gula, folgendermafien gespro- chen hat: "Die Erbschaft des Arad-Gula trete ich nicht an (wortlich: mache ich nicht). Bel-remanni moge (seine Forderung) durch die Sklaven, seine Pfandob- jekte, befriedigen." (Z. 9a) Daraufhin hat Bel-remanni Ana-Tasmetu-atkal, Amtija, Nanaja-ana-bTtisu und Zababa-iddin, die Sklaven des Arad-Gula, seine Pfand- objekte, vor die Richter des Konigs gebracht und (Z. 14) die Sklaven {die} haben sie fur den Gegenwert von 3 Minen 50 Sekel [Silber] (als) vollstandigen Kaufpreis an B., entsprechend dem Wortlaut seiner Tafel, (als Eigentum) ubertragen. (Z. 17) Gegeben, empfangen, er ist befriedigt, Klageanspruch hat er nicht. Und damit kiinftig nicht wiederum wegen dieser Sklaven geklagt werde, haben die Richter eine Tafel geschrieben und nut ihren <Siegeln> gesiegelt und an Bel-remanni gegeben. Nr. 17 BM 31253 (76-11-17, 980) Kopie: Nbn 679 Bearbeitung: F. E. Peiser, BRL 4 (1898), S. 29 (0); B. MeiBner, MAOG 11/1-2 (1937), S. 14 (0); J. Krecher, Egibi (1970), S. 183 (Regeste); M. A. Dandamaev, Slavery (1984), S. 133f. (0), S. 679, Nr. 36 (T) 1 ina xuJ-mu ^Amti-ia qal-la-Uu^ 2 sd mItti-dMarduk-baldtu mar2-su sd ^Nabu-ahb^-iddin 3 mar2 mE-gi-bi a-na mNur(ZALAG2)-dSin mar2-su sd 4 mdSamas-afja-iddin mdr2 ^Rabi{GAL)-bane tu-uk*-tin-nu 5 um-ma tje-le-[q(\-ia se-ma*-a-ta* mNiir(ZALAG2)-dSin 6 man-da-at-tu4 sd fAmti-ia 7 a-na mItti-dMarduk-baldfu i-nam-din Rs 8-11 Zeugen $uma-ukin/Aplaja/Ga{ial Nabu-etir/$illaja/Gallabu(uber Rasur) Nabu-belsunu/Sapik-zeri/Adad-Se'a 12f. Schreiber Nabu-apla-iddin/Nummuru/Misiraja Ausstellungsort: Babylon Datum: 20.12a.12 Nbn (7.4.543 v. Chr.) Obersetzung: Wenn Amtija, die Sklaven des Itti-Marduk-balatu, den Niir-Sin beschuldigl, (Z. 5) folgendermafien: 'Von meinem Fliehen hast Du gehort', dann wird Nur-Sin die Sklavenabgabe der (= fur) Amtija an Itti-Marduk- balatu leisten. Kommentar: Z. 5: Bisherige Cbersetzungen basierten auf der Lesung kuzbi(Hl.Ll)-(\)-ia tu-a-di "du hast meine Scham erkannt(?)", die bereits auf Peiser zuriickgeht. MeiCner fragte sich darauf- hin, "ob die Besitzer von Sklavinnen mit deren unzuchtigem Gewerbe sogar Geschafte gemacht haben". Seine SchluBfol- gerung (S. 15), naTimuru itti werde fur den "aufierehelichen geschlechtlichen Verkehr einer Frau mit einem Manne" ge- braucht, basiert auf diesem Beleg. Die Obersetzung bei Dan- damaev folgt der gleichen Tradition. CAD K, S. 615, s. v. kuzbu, lehnt zwar diese Lesung der Textstelle ab, weil kuzbu und HI.LI nur in literarischem Kontext belegt sind, kann aber keine Alternative anbieten. Den Vorschlag, zu frelequ, der spatbabylonischen Variante fur halaqu, zu erganzen, verdan- ke ich Michael Jursa. Nr. 18 BM 30868 (76-11-17, 595) Kopie: Nbn 682 Bearbeitung: Peiser, KB 4 (1896), S. 244f. (T+0); Meifiner, MAOG 11/1-2 (1937), S. 54 (0); J. Krecher, Egibi (1970), S. 184 (Regeste); M. A. Dandamaev, Slavery (1984), S. 134 (0) 1 ina uA-mu rAmti-ia ^qal-la-ta 2 sd mItti-6Marduk-balatu mar2-su sd mdNabii-ahhen>eS-iddin 3 mdr2 mE-gi-bi it-ti mGu-za-nu 4 mdr2-su sd mdNabu-fmu-se-tP-iq-udde (<VD>.DA) 5 mar2 mMudammiq(KAL)-dAdad(\M) ta-at-na-mar-ri 6 u* si*-mu-us-su it-ti-su 7 it-te-se-mu-u uA-mu 3 (BAN) «//a/a(§E.BAR) 8 man-da-at-ta-su mGu-za-nu 9 a-na mItti-dMarduk-baldfu i-nam-din 88 Cornelia Wunsch Rs 10-13 Zeugen [Nab]u-nadin-ab.i/MuSezib-Bel/Nannaja Nabu-zeru-li§ir/Balassu/Nabunnaja Rimut/Nabu-nasir/Malahu 14f. Schreiber Nabu-nadin-ahi/Kiribtu-Marduk/Dabibi Ausstellungsort: Babylon Datum: 25.12(a?).12 Nbn (12.4.543 v. Chr.) Ubersetzung: Wenn Amtija, die Sklavin des Itti-Marduk-balatu, bei Guzanu gesehen wird (Z. 6) und das Gerucht(?), (daB) sie bei ihm (ist), gehort wird, wird Guzanu Nr. 19 BM 32431 (76-11-17, 2166) Kopie: Nr. 19 taglich 3 Ban Gerste (als) ihre Sklavenabgabe an Itti- Marduk-balatu geben. Kommentar: Z. 6: Bei Peiser und MeiBner findet sich die Emendation der ersten Zeichen zu uA[\]-mu-us-su ("taglich"), da die Kopie am Anfang zwei Schragkeile zeigt. Dieser Lesung folgt CAD §/2, S. 287, ^. v. semu 9a. Es sind jedoch zwei deutlich voneinander abgesetzte Winkelhaken zu erkennen, der zweite gehort zum Zeichen IGI. Daher sollte man vielleicht an ein Abstraktum semutu denken, wenngleich diese Ableitung in den Worterbuchern nicht belegt ist. [S. hier S. 423. Red.] Datum: Obwohl das Jahr 12 Nbn einen Schaltaddar hatte, ist in dieser Urkunde nur ITI.SE angegeben. Es ist daher nicht zu entscheiden, aus welchem Monat die Urkunde stammt. Die Umrechnung geht von Addar I aus. Vorderseite nicht erhalten Rs 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Rest des Vertragstextes weggebrochen. Richterliste, Schreiber, Ausstellungsort und Datum weggebrochen. [...-m]u-tu4 sd mar ban[u ...] [...] mArad-dGu-la [x x x (x x) x x] [..J-1^1 -H-in-ni-ma ^fuppu [x x x x (x) x] [...]-ti-si ma-la tu-ub-[\ (x)] [... ta-ar-k]u-us-ma ta-ad-di-nu sd a-[dr] [...] a-na mafy-ri-ku-nu ub-la purussd(E§.BAR)-a-ni suk-na [l(sdajjdnumei dibbisunu is\-mu-u rik-su-su a-na ma-har-su-nu [iltasu f...] i-sd-lu-ma taq-bi um-ma mtuppa(D\}&)-a [... ina] mi-gir lib-bi-ia ri-ik-su [... m]dBel-re-man-ni at-ta-din [...] x [x x]-{x*-mu-ru-ma [...] mdBel-re-man-[ni] Siegelbeischrift mit Siegelabrollung rRd 2.(?) von oben [™'kunuk mdNabu-baldssu]-iq-[bi] Ubersetzung: [...] des Vollfreien-[Status ...] des Arad-Gula [...] ... und eine Tafel [...] soviel sie gebra[cht hat ... (einen Vertrag) geschl]ossen(?) und gegeben hat, ... [...] (Z. 6) [...] habe ich vor euch gebracht. Fallt eine Entschei- dung fur uns! [Die Richter horjten (sie an). Seinen/ ihren Vertrag [verlasen sie] vor ihnen und befiragten (sie) und sie sprach folgendermaBen: Meine Tafel [...] habe ich aus freiem EntschluB [... und an] Bel-remanni gegeben. [...] sahen(?) sie und [...] Bel-remanni [...] Kommentar: Die ungefahre zeitliche Einordnung dieser Urkunde kann nur uber den Richter Nabu-balassu-iqbi erfolgen. Dieser amtierte, wie aus der Position seines Siegels (am rechten Rand, in der oberen Halfte) zu schlieBen ist, auf ca. 3. oder 4. Position, jedenfalls offenbar nicht - wie in alien Urkunden "dajjdn]u bis zum Jahre 12 Nbn - an letzter Stelle. Die Urkunde ist daher wohl nicht vor 13 Nbn zu datieren. Unklar bleibt dabei, ob sie aufgrund des spaten Datums iiber- haupt zur Affare um den NachlaB des Arad-Gula gehort, auch wenn mit Arad- Gula und Bel-remanni die Namen zweier Protagonisten genannt werden. Deren Filiationen sind hier namlich nicht erhal- ten, es konnte sich also auch um einen ganz anderen Fall handeln. Der Wortlaut weist groBe Ahnlichkeit mit dem von BM 32023 (Nr. 6) auf, einer Urkunde, in der es um die auBergerichtliche Einigung uber den Anteil einer Frau am Kaufpreis des Sklaven Nabu-utirri geht (insbeson- dere Z. 19-26). Es wird in diesem Zu- sammenhang auch ein Bel-remanni er- wahnt (der Kaufer des Sklaven), aller- dings kein Arad-Gula. Moglicherweise reprasentiert das vorliegende Fragment einen Beleg fur einen anderen, ahnlichen Vort'all. Nr. 19 (BM 32431) Und die Richter berieten 89 Nr. 20 Kopie: V T y 4' 5' 6' T 8' 9' 10* XV 12' 13' 14' 15' 16' 17 18' BM 32174 (76-11-17, 1901) Nr. 20 mdN[abu- ana mdSin-eriba] ^sar-te-inu u ^dajjane*™* sa mAN[abu-na>id sar Babili*] iq-b[i] um-ma i-na sanat(MU) 2.kam radA/fli6M-/ifl>i[rf(Nf.T[UK]) sar Bdbili*] mArad-d[Ma]rduk mar-su sa radAfar<M-f?/i'r(KAR),r mar [x x x x (x)] iq-ba-a [um-m]a kaspu sib-tuA e-li-ia [x x x x] kaspa a-na mufrfyi-ia e-fir-ma ^zera u qanati(Gl)mei [(maskanu)] lu-sd-as-bit-ka ia-a-ti kaspa su-a-tu ba-lu {[Busasa] ummi(AMA)-su la ad-din-su 16 mana kaspa ad-din-su-fnu-tu1 u-il-e-ti e-li-su e-H-il-ma 1 GUR 1 (PI) 4 (BAN) "zero sa mubbi nari(l7) es-su sa i-na qatexx mdNabu-mu-se-ti-iq-udde(UD.DA) mab-ru u bita sa ina lib-bi ds-bu mas-ka-nu u-sd-as-bit-an-ni-ma *Bu-sa-sa ummi(AMA)-s[u u] tAmat^ZarpanituiE^.RUJ marat-su a-na si-[bu-u-ti] ina lib-bi u-se-sib u sd-a-su u md*NabulBeP-[x x (x) x] mu-tu sa {Amat-dZarpanitu(E4.R{J6) \+en p[u-ut sani\ u-sd-ds-si-ma kaspa su-a-tu i[P x x (x x) x] wrasw(TUK)me5 sd mubbi-su i-fir u a-na [x x (x x) x] lRd oben lRd 2. von oben lRd 3. von oben lRd unten a-na ummi(AMA)-su Talti mx x1 [x x (x x) x] Rest des Urkundentextes weggebrochen Rs l1 Einleitungsformel [ina] purusse(ES.BAR) d[i-i-ni sudti] Rs 2'-9" Richterliste [S]in-eriba, [der Sartennu] [Na]bu-etir//[Buraqu] Bel-zeri//[Rimut-GN] Nergal-u§allim//[Sigua] Bel-uballit//[Rab-§uS§i] Bel-zeri//[Eppe§-ili] Nergal-banunu//[Rab-bane] Nabu-abbe-iddin//[Egibi] Rs 10'f. Schreiber Nadin//[Pa^aru] Nabu-§uma-i§kun//[Rab-bane] Ausstellungsort: Babylon Datum: weggebrochen (nach 2 Nbn, 554 v. Chr.) Siegelbeischriften mit Siegelabrollungen [^'kunuk mdSm-eriba || x<ssar-te-e]n-nu *m'kunuk mdNab& -e/ir(KAR)ir x<sdajjanu ^'kunuk mdBel-zeri Xi,dajjdnu [™<kunuk mdNergal-us\allim(G\) x<sdajjanu Siegel Siegel Siegel [Siegel] Nr. 20 (BM 32174) Rs. Obersetzung: [PN ... hat zu Sin-eriba], dem Sartennu, und den Richtern des Nabonid, Kfonigs von Babylon], folgen- dermaBen gesprochen: "Im Jahre 2 Nbn sprach Arad- Marduk zu mir folgendermafien: (Z. 5'a) '(Eine) ver- zinsliche (Forderung iiber) Silber zu meinen Lasten [besteht]. Begleiche das Silber auf meine Rechnung und ich will dich (dafiir) Feld- und Hausgrundstuck [(als Pfand)] ergreifen lassen.' Ich habe das betreffen- de Silber ohne (Zustimmung der) [Busasa], seiner Mutter, ihm nicht gegeben. 16 Minen Silber zahlte ich Nr. 20 (BM 32174) Vs. 90 Cornelia Wunsch an sie(PL). (Z. 9') Verpflichtungsscheine habe ich zu seinen Laslen begriindet und 1.1.4 Kur Anbauflache am Neuen Kauai, die er von Nabu-muSetiq-udde er- worben hatte, und das Haus, in dem er wohnt, hat er mich (als) Pfand ergreifen lassen. (Z. 12'a) Und Busa- sa, seine Mutter, [und] Amat-Zarpanitu, seine Tochter, habe ich als Zeu[gen] dabei anwesend sein lassen. Und sie und [PN], den Ehemann der Amat-Zarpanitu, habe ich fiir[einander] burgen lassen (Z. 16'a) und das betreffende Silber [... (und) an] seine Glaubiger begli- chen. Und an/fur [...] an seine Mutter, die Ehefrau des [...]" Kommentar: Z. 1': Am Anfang des Textes fehlen vermutlich ein oder zwei Zeilen (vgl. die Beischrift des Sartennu auf dem linken Rand), das Formular beginnt wahrscheinlich: PN (mit voller Filiation) ina sanat x.kam ... Die ersten erhaltenen Zeichen sind daher wo hi zu miNa[bu-na^id sar Babili* zu erganzen. Z. 4': Zu einer moglichen Erganzung des Ahnherrenna- mens vgl. Anm. 49. Z. 5': sibtu "Zins" erscheint nur ausnahmsweise in neuba- bylonischen Texten; als einzigen syllabischen Beleg fuhrt das CAD eine ProzeBurkunde an, TCL 12 86: 18: kaspu ana $ib- tu4 se-im ana UR5.RA "silver at interest, barley at ffubullu- interest". Im vorliegenden Falle ist die Formulierung wohl als kaspu (u) $ibtu "Silber (und) Zins" oder kasap $ibti "Silber des Zinses, verzinsliche Forderung" zu verstehen. Am Ende der Zeile ist vielleicht elija ibassi zu erganzen. Z. 18': Die erhaltenen Zeichenspuren scheinen nicht zu DAM mdAMAR.UTU-KAR-/r zu passen, wie man eigentlich vermuten sollte. Datierung: Das Richterkollegium amtiert in dieser Zusam- mensetzung etwa zwischen dem 2. und 6. Regierungsjahr Nabonids. Nr. 21 BM 34392 + 41543 + 41700 + 41907 (+) BM 31676 (Sp. 511 + 81-6-25, 319 + 319 + 527 (+) 76- 11-17, 1403) (alles eigene Joins) Kopie: Nr. 21 1 [- 2 3 [sar Babili* ... Liicke von etwa 8-10 Zeilen ]-rx! a-na ^dajjdne10* [sd **Naburtu?id sar Babili*] iq-bi um-ma sanat(MU) 28.kam mdNabu-kudurri(NiG.DU)-usur Rs V T y 4' 5' 6' T 8' 9' 10* ir 12' 13' 14' 15' 16' IT 18' 19' 20' 21' ] ummi(AMA)-ia mfuppi(D\JB) fbitati ]-bu-u rxM me«? XXX [ Tx* [x x x x x (x)] ub-la-ds-su-nu-tu purussd(E&.BAR)-a-ni [sukna] ^dajjdlnu™]* [l-ew]-TA-AM dib-bi-su-nu is-mu-[u-ma] {Tal-te-ma-an-ni taq-bi um-ma mdNabu-sarra(LVGAL)-usur [x x (x x)] sd mAAmurru(K\JR.GAL)-qdte<n>-sa-bat ik-nu-uk-ma sd-a-su [x x x (x)] id-di-na-[an]-ni-ma fup-pi ds-^su^-ti [x x x x x] ku-um «[w?-x-x x x x x] t^AmurruiKXJR.GALyqdt^-sa-bat ma-fjar-su-nu x x x [ina] lib-b[i satir u]m-ma ki-i mAAmurru(YJJR.GAL)-qaten-sa-bat bel-su i-tab-ku-us [rGu-z]u-um-ma-a x x ina mufyfri {A-li-ba-a> ul ta-sal-laf \^dajjanu\mei iq-bu(uber Rasm)-su-nu-tu ul ardumei-um-ma sd {{§A}Gu-zu-um-ma-a [x (x) s\u-nu mi-nam-ma ki-i pi-i an-ni-i ina mluppi(JR3B>)-ku-nu sd-fir Tdr-kP mdNabu-sarra(lAJGAL)-usur sd ""fuppa^DMBysu-nu ik-nu-ku ub-lu-nim-ma iq-bi um-ma w'.se(UN)meS biti sd cGu-zu-um-ma-a su-nu dr-ki mArad-ANabu u-il-ti sd ina sanat(MU) 33.kam mdNabu-kud[urri(NlG.D\J)-usur] sar Bdbili* {Gu-zu-um-ma-a it-ti mIl-t[a-x x a]-na mujjjji mdAmurru(KUR.GAL)-qdten-sa-bat man-da-at-ti [x x x x x x] sd a-na mufrlfi {Tal-te-ma-an-ni it-ti mTdNabu^-suma-iskun(GAR)U" e-let ub-lam-ma ma-fjar-su-nu is-tas-su-u u is-ta-lu-ma ul-tu sanat(MU) 33.kam amelu{UJ)-tu su-a-tu ina bit mdNabu-etir(KAR)-napsdti(Zl)mcS si-i im-tal-ku-u ^AmurruiKXJR.GALyqdt^-sa-bat alti-su u mdr^-su i-il-sa-a a-na mdNabu-etir(KAR)-napsati(Zl)mei belJ-su i-di-nu Rs 22' Einleitungsformel i-na purusse(E&.BAR) di-i-ni su-a-ti Rs 22'a-26' Richterliste Nabu-etir//Buraqu Bel-zeri//RJmut-Marduk(d§U) Mu§ezib-Marduk//IlI-[tillatu] [Nergal-u§allim]//Sigua [Bel-uballit//Rab-§u§si] [Bel-zeri//Eppe§-ilT] Nergal-banunu//Rab-bane [Nabu-ahhe-iddin]//Egibi Rs 27* Schreiber [Nadin//Pa]haru vielleicht noch ein zweiter Schreiber Ausstellungsort: [Babylon] Datum: 21.2.3 Nbn (27.5.553 v. Chr.) Und die Richter berieten 91 Siegelbeischriften lRd oben lRd 2. von oben lRd 3. von oben lRd unten rRd oben rRd 2.von oben rRd 3. von oben rRd unten ohne Siegelabrollungen [m'kunuk mdNabu-efir l<,dajjanu] [m'kunuk mABel-zeri l(,dajjdnu] ™'kunuk mdMusezib(¥J^R)-f^[Marduk] || ^dajjanu m'kunuk mdNergal-us[allim{G\)\ || Hajjdnu [m-kunuk ^Bel-uballif)1 \\ [l<sdajjdnu] [m'kunuk mAB)el-zeri \\ [x<idajja]nu [™'kunuk miNe]rgal-ba-nu-nu \\ []"dajjdnu] m'kunuk || ^Nabu-abb^-iddin \\ ^dajjanu Nr. 21 (BM 34392+) Ubersetzung: [PN] hat zu den Richtern [des Nabonid, Konigs von Babylon,] folgendermaflen gesprochen: "Im 28. Jahre Nebukadnezars, [Konigs von Babylon, ...], meiner Mutter, eine Urkunde iiber Hauser(?) [((groBe Liik- ke))] (Z. 1') [...] habe ich/hat er ihnen hergebracht. [Entscheidet] unseren Rechtsstreit!" (Z. 3') Die Rich- ter horten je eine (= beide Seiten der) Angelegenheit [an und] Taltemanni sprach folgendermafien: "Nabu- Sarra-usur hat [...] des Amurru-qate-sabat selbst gesie- gelt und jene(n) [...] mir gegeben. (Z. 6'a) Und eine Eheurkunde [...] anstelle von [...] Amurru-qate-sabat vor ihnen [... und da]rin folgendermafien [geschrie- ben(?)]: "Wenn den Amurru-qate-sabat sein Herr weg- gefiihrt (haben wird), wird [Guz]ummaja, [...], iiber Aliba nicht verfugen. (Z. 10') [Die Richter] sprachen zu ihnen: "Es sind keine Sklaven! Der Guzummaja [gehoren sie?] War- um ist dieser Wortlaut in eure Tafel geschrieben?" (Z. 12') Dann brachten sie den Nabu-§arra-usur herbei, der ihre Tafel (geschrieben und) gesiegelt hat- te, und er sprach folgendermafien: "Sklaven {nisi biti) der Guzummaja [(...)] sind sie." (Z. 13'a) Dann brachte Arad-Nabu den Verpflich- tungsschein, den im 33. Jahre Nebukadnezars Guzum- maja mit Ilta[...] wegen Amurru-qate-sabat (und) [sei- ner] mandattu [... und den Verpflichtungsschein], den deswegen Taltemanni mit Nabu-suma-iSkun begriindet hatte, herbei, und vor ihnen verlasen sie ihn und befragten (ihn/sie), und seit dem Jahre 33 Nbk sind diese Sklaven im Hause des Nabu-etir-napsati. (Z. 20') Sie berieten. Amurru-qate-sabat, seine Ehe- frau und seine Kinder ... gaben sie an Nabu-etir- napSati, seinen Herrn. Kommentar: Z. 3': Die Erganzung des Formulars erfolgt nach BM 31961: 9 (vgl. Anm. 2). Z. 8': Es ist kaum eine andere Erganzung als angegeben moglich, da nur Platz fur zwei kurze Zeichen vorhanden ist. Z. 9': Bei den beiden Zeichen vor ina muhfri konnte es sich um a-na handeln, was freilich an dieser Stelle uberfliis- sig ist. Ob die Zeichen beschadigt oder aber halb radiert worden sind, laBt sich nicht entscheiden. Z. 19': si bezieht sich auf das Abstraktum amelutu, das als Sg. fern, konstruiert wird. Die Formulierung betrifft daher die Sklavenfamilie, nicht die zuvor genannte Taltemanni. Z. 20' Ende: Die Zeichen sind deutlich erkennbar, aber ihre Bedeutung unklar. 92 Cornelia Wunsch Nr. 22 Kopie: Lucke Rs V T y 4' 5' 6* 1" 2" 3" 4" 5" 6" 7" V T y 4' 5' 6' BM 32157 (+) BM 34432 (76-11-17, 1884 (+) Sp. 555) Nr. 22 [ ] xx [ ] mufrfri mSu-la-a [mar-su sd m mar] liSd-fdbti(M\J'Nfia-su [ ] SAL-M-a [ m]dSamas-zera-ibni [ ) m-u\i) [X (X)]| X X [...] uzeri-su sd rxn [..,] mas-ka-nu sab-tu [...] afju sd mSu-la-a ...] i-na ma-tjar ^dajjdlne™** sd mANabu-na>id] sdr Bdbili* [...] [md$amas-zera]-ibni [...] [x x x x x] rxn [...] [x x (x)]-^1-^ ina lib-b[i ...] 5M/«/?/7e(ZU.LUM.MA)-iw-nw #-[...] 1/2 mana kaspi im-[...] ill mana kaspu sim su[luppe(Z[u.LUM.MA) ...] mdSamas-zera-ibni [...] Ubersetzung nicht sinnvoll Kommentar: Beide Bruchstiicke gehoren eindeutig zur gleichen Tafel; neben der Ahnlichkeit von Schriftduktus und Tafelform spricht auch die Nennung des Personennamens §amas-suma-ibni in beiden Fragmenten dafur. Wahrend auf der Riickseite die Zeichen der letzten Zeile von BM 32157 und der ersten von BM 34432 zum gleichen Namen gehoren (dem des ersten Rich- ters), lafit sich fur die Vorderseite der Textan- schluB nicht genau bestimmen. Z. 1" konnte bereits mit 5' zusammengehoren. Die Identifizierung des Siegels auf dem rechten Rand von BM 34432 als das des Rich- ters Bel-zeri//Eppes-ilI (das bislang auf keiner anderen Urkunde erhalten ist) basiert auf des- sen Position in der Richterliste. Die Siegel der vor und nach ihm genannten anderen Richter sind bekannt und sehen anders aus. Datierung: Da sich Richterkollegien in ahn- licher Zusammensetzung in datierten Urkun- den bis zum 6. Jahr Nabonids finden, ist auch die vorliegende in die erste Halfte seiner Re- gierung einzuordnen. Rs 7 Einleitungsformel [i-n]a purusse(E&.BAR) di-[i-ni suati] Rs 8'-12' Richterliste [NabuPetir^/ZBuratou [Nergal-u§allim//§i] gua [Bel-uballit//]Rab-§u§§i [Bel-zeri//Ep]pe§-ili [Nergal-banunu//Rab-ban]e Rest der Richterliste, Schreiber, Ausstellungsort und Datum weggebrochen Siegelbeischriften mit Siegelabrollungen lRd Mitte [™'kunuk mdNergal-usallim \\ {<idajjdnu] Siegel IRd unten ™'kunuk mdBel-uballit" \\ [x<1dajjanu\ [Siegel] rRd oben [m'kunuk mABel-zeri] \\ ^dajjdnu1 Siegel 5' Nr. 22 (BM 32157 (+)) Und die Richter berieten 93 Nr. 23 BM 31681 (76-11-17, 1408) Kopie: Nr. 23 1 [...-id^w([SU]M.NA) mar-su sd mSu-l[a]Ja1 2 [...]-ni a-na ^dajjane™*] 3 [...] x x [x x x (x)] Rs Y-T Richterliste, Anfang weggebrochen [PN]//[AN], [Richler] [Nergal-bantin]u//Rab-bane, Richter Rs 3'f. Schreiber [Nadin]//Pabharu Nabu-Suma-iSkun[//Rab-bane] Ausstellungsort: Babylon Datum: 7.5.5 Nbn (17.8.551 v. Chr.) Siegelbeischrift (unklar, ob die Tafel gesiegelt war) rRd oben m'kunuk \\ [m]Bel-zeri \\ mdajjanu* Kommentar: Rechte obere Ecke einer ProzeBurkunde. Beim Klager, der in Z. If. genannt wird, konnte es sich urn Nabu-ahhe- iddin aus der Familie Egibi handeln, dann ware wohl nicht die Formel PN ana dajjane ... imhurliksud zu erwarten, sondern [... di-i]-ni in Z. 2 zu erganzen. Nr. 24 BM 37323 (80-6-17, 1079) Kopie: Nr. 24 1 12 gur [...] 2 marat-su [sd ...] 3 i-na [...] 4 mar %..] 5 xx [...] 6 sd mMU-[...] 7 *x [...] 8 sd rx! [...] Rest weggebrochen Rs 1-4' Richterliste, Anfang weggebrochen [Nergal-u§allim](//Sigua) vgl. Siegel Nab[u-sumu-libur](//Gahul-Marduk) [MuSezib-Bel] (//Eppe§-ili) Rimut-[Bel](//Misiraja) Rs 5' Schreiber Nabu-Suma-iSkun(//Rab-bane) Ausstellungsort: Babylon Datum: x.x.13 [Nbn] (543/542 v. Chr.) Siegelbeischriften (ohne Siegelabrollungen) lRd oben (kopfstehend) ™'kunuk \\ mdNergal-usallim(Gl) lRd 2. von oben [™'kunuk PN] || mdajjdmS oRd links m'kunuk II m6Nabu-sumu-li-bur I Nr. 23 (BM 31681) Kommentar: Linke obere Ecke einer von Richtern bezeugten und gesiegelten Urkunde, die offensichtlich ein Grundstiick zum Gegenstand hat. Die Richter diirften ohne Filiation in der Liste genannt sein, daher ist zwischen Nabu-§umu-libur und Rimut-Bel noch ein weiterer Name zu erwarten. Laut Nbn 720 und TBER Nr. 60 ist an dieser Position Musezib-Bel// Eppes-ili bezeugt. Die Siegelbeischriften auf dem linken Rand sind falsch herum angebracht; Nergal-usallim diirfte aber in erster Position zu erwarten sein, da er diese in alien Urkunden seit dem Jahre 9 Nbn innehat. | <l<idajjdnu> iudajjdnu 94 Cornelia Wunsch Nr. 25 BM 40263 (81-3-24, 130) Kopie: Nr. 25 V [...] 'x xi [...] T [... *]dajjan&wai x [x (x)] 3' \...]-ma mdNabu-zera-ukin(GlN) 4' [... s]u-a-ti u-kin-nu-ma 5' [... qaqq]adu([SA]G.DU) u fjubullu(\JR5.RA) ki-i pi-i 6' [...-/]/ i-pu-su-ma T [...] siqil gi-ru-u kaspu e-li 8' [...\-su ip-ru-su-m[a] 9* [...]-W-m-ti id-[di-nu] Rs 10' Einleilungsformel [ina purusse(E&].BAR) di-i-ni su-a-ti Rs 11'-14' Richterliste [Nergal-u§all]im//$igua [Bel-ahhe-iddin]//Nur-Sm [Nabu-balassu-iqbi]//Amelu [Nabu-Sumu-libur//Gabul-M]arduk Rest der Richterliste und Schreiber weggebrochen Ausstellungsort: [Babylon] Datum: weggebrochen (um v. Chr.) 13/14 Nbn, etwa 542 Siegelbeischrift mit Siegelabrollung rRd unten [m>kunuk || PN] || ^dajjantf Obersetzung: [...] Richter [...] und Nabu-zera-ukhi [...] das be- treffende [...] bestatigt hatte und [...] Kapitalbetrag und Zins, entsprechend [...] gemacht hat und [... x]+l/24 Sekel Silber zu Lasten [von ...] entschieden sie und ga[ben (es) an ...]. \ Nr. 25 (BM 40263) Kommentar: Rechte untere Ecke einer ProzeBurkunde. Der fragmenta- rische Erhaltungszustand laBt kaum einen Zusammenhang erkennen. Offenbar geht es um eine verzinsliche Forderung, und die Richter fallen die Entscheidung, daB Silber an [...]nati (eine Frau?) zu zahlen ist. Das Siege 1 auf dem rechten Rand laBt sich nicht sicher identifizieren, es konnte RImut-Bel//Misiraja geho- ren. Datierung: Wegen der beteiligten Richter ist die Urkunde in das Jahr 13 oder 14 Nbn zu datieren. I umma Nr. 26 Kopie: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 [ Rest weggebrochen BM 41785 (81-6-25, 404) Nr. 26 [mItti-Marduk-balatu mar-su sd ^Nabii-abb^-idjdin mar mE-gi-bi [ina maljar ^dajjdne™*6 sd mANabu-na>id sdr] Babili^ iq-bi ]-MU mar-su sd mBa-ni-ia ]-*x^-sa-am-mu ] mufrbi TAR TIR BA mdNabu]-na'id(l) sdr BabilF ]-rx1-wa ]-rxWr (Ni-din-tuA \-me-er Richterliste weggebrochen Rs T Schreiber [Bel-iddin]//At[u(i.DUg)] (vgl. Nbn 776 und TBER Nr. 60) Ausstellungsort: [Babylon] Datum: x.x.17 [Nbn] (539 v. Chr.) Nr. 26 (BM 41785) Und die Richter berieten 95 Siegelbeischrift mit Siegelabrollung rRd oben "Hunuk || mMusezib(KAR)-dBel || <li,>dajjdnu oRd rechts [™>kunuk || ...] Obersetzung: [Itti-Marduk-balatu hat zu den Richtern des Nabo- nid, Konigs] von Babylon, [folgendermaCen] gespro- chen: [PN ...] ... [im Jahre x] des Nabonid, Konigs von Babylon, [...] und [...] die/der Nidintu [...] Kommentar: Die Siegelbilder sind falsch herum abgerollt. Nr. 27 BM 42040 (81-6-25, 662) Kopie: Nr. 27 Text der Urkunde nicht erhalten Rs l*-6* Richterliste [erster Richter oder Sartennu/Sukkallu/Sakin-temi] [Richter] [Richter] Rim[ut-Bel//Misiraja] Marduk-[§uma-iddin//Esagilaja] Balas[su//Malahu] Rs T Schreiber Nabu-suma-[i§kun//Rab-bane] Nabu-[kasir//Atkuppu] Rest weggebrochen Ausstellungsort: [Babylon] Datum: weggebrochen, wegen der beteiligten Richter nicht vor 14 Nbn (542 v. Chr.). Siegelbeischrift mit Siegelabrollung lRd, 1. oder 2. Siegel von oben n3ik[unuk] \\ mdNabii- baldt-su-[iqbi] \\ <x<1>dajjdnu Nr. 29 BM 32166 (76-11-17, 1893) Kopie: Nr. 29 Nr. 27 (BM 42040) Nr. 28 (BM 48562) Nr. 28 BM 48562 (81-11-3, 1273) Kopie: Nr. 28 1 [... m]dMarduk-sdkin-sumi mar mdURU.[DU- mansum] 2 [...] mAE-a-ahh^-iddin mar m[...] 3 [... {LP]-bar-tu4 mdratF[ei ...] 4 [...-S]E§ mdru sd mdEa-a\}h^%-\iddin ...] 5 [...]-si-na mABel-ik-$ur mar [...] 6 [... m\a\}-ri '"dajjdne*1* sd mdNabu-na['id{^\.l\}K) ...] 7 [...]-ku-ut-tu4 u-il-t[i ...] 8 [...] nu-dun-ne-e [...] 9 [... mdNabu]-na'id sar Bab[UP] 10 [...] mdE-a-MV[...] Kommentar: Eine zusammenhangende Obersetzung ist nicht moglich. Die Formulierung "vor die Richter des Nabonid" in Z. 6 laBt an einen Rechtsstreit denken, bei dem es um "(Schuld)forde- rung(en)" (Z. 7) und "Mitgift" (Z. 8) gehen diirfte. Das Verhaltnis der erwahnten Personen zueinander ist unklar. Bei der in Z. 1 genannten Person handelt es sich wohl um einen Sohn oder eine Tochter des koniglichen Richters Marduk- sakin-§umi/AJRU.DU-mansum (in 5R 67, 1 und Edinb. 69 bezeugt). Eine Tochter, deren Namen nicht erhalten ist, er- scheint in BM 48712 als Kauferin eines Feldes. Richterliste, Ausstellungsort und Datum sind nicht erhal- ten. 1' x [ ]-na-sir mar m[...] 2' 4 me 15 KU$ siddu(US) saplu(Kl.[TA]) ^m5W/w(Ulg.LU) ta[t}(tiS.[SA.DU) ...] 3' bit qasti(BXN) libbu(&A) eqli(A.Sk) sd /a/?(US.[SA].DU)] f£?-[... mdrat-su] 4' sd mMu-se-zib-dMarduk mar ^Bd'iru^V.KV^) u [...] 5' 51 KU§ putu(SAG) e/i/w(AN.TA) ^^(MAR.TU) /dMUS.SA.DU) [...] 6' sd tSu-un-na-a mdrat-su sd mdMarduk-zera-[...] T 49 Ktl§ 6 §U.SI putu(SAG) saplitu(Kl.TA) ™sadu /aMUS.SA.DU) [...] 8' w*/?£ar(SU.NIGIN) 1 (PI) 1 (BAN) 2 1/2 SILA *zeru l-et mi-[sib-ti] Linie 9' 1 Um 90 KU§ siddu(U&) elu(AN.TA) miltdnu(Sl.SA) /a/z(US.SA.DU) [...] 10' [ ] x x [...] Rest des Vertragstextes weggebrochen 96 Cornelia Wunsch Rs 2' Einleitungsformel i-na k[a-na-ku \uppi suati] Rs 3'-6' Richterliste Nergal-uSallim//Sigua [Bel-uballit//Rab-§u§§i] Nergal-banunu//Rab-bane [ein Richter, wohl Nabu-guma-ukln/ZlPanni] Bel-abke-iddin//Nur-Sin [Bel-etir//Sin-tabni] Nabu-balassu-iqbi//[Amelu] Rs 7' Zeuge Iddin-Marduk/[...] Rs 8*-ir Schreiber Nabu-zeru-li§ir//[...] (wohl Familie Nabunnaja) Nabu-zeru-lI§ir//[...] (wohl Familie Sama§-(a)bari) Marduk-mu§allim//[...] (wohl Familie Suhaja) Ausstellungsort: Babylon Datum: 6.5.x [Nbn] (zwischen 9. und 12. Jahr, ca. 547 bis 544 v. Chr.) Siegelbeischriflen mit Siegelabrollungen lRd oben [™'kunuk mdNergal-usallim \\ ^dajjdnu] lRd Mitle ™'kunuk m6Bel-uballif' \\ ^dajjanu lRd unten [m,kunuk mdNer]gal-ba-nu-nu || [l"dajjdnu] oRd links [m'kunuk ... || ^fupsarru] Obersetzung: (Z. 2') 415 Ellen untere Langsseite im Suden, ne- ben dem [...] Bogenland, die im folgenden zu vermes- sende Flache, die neben E. und [... (liegt)]. (Z. 5') 51 Ellen obere Stirnseite im Westen, neben [...] der S. (Z. 7') 49 Ellen 6 Finger untere Langsseite im Osten, neben [...]. (Z. 8') Insgesamt 0.1.1.2 1/2 Kur Anbauflache, er- ste verme[ssene Flache]. (Z. 9') 1090 Ellen obere Langsseite im Norden, neben [...] Kommentar: Es handelt sich urn das Fragment eines von Richtern und Schreibern bezeugten und gesiegelten Grundstiickskaufver- trages. Es wurde wegen der Richterliste in unserem Zusam- menhang aufgenommen. Die Namen von Kaufer und Verkaufer sowie der meisten Nachbarn sind nicht erhalten, weshalb sich der Vorgang Nr. 30 BM 41402 (81-6-25, 13) Kopie: Nbn 13, Siegel Nr. 30 Bearbeitung: F. E. Peiser, ZA 3 (1988), S. 82f. (0); ders., KB 4 (1896), S. 206-209 (T+O); A. Boissier, Recherches (1890), S. 56-58 (T+O); V. Marx, BA 4 (1902), S. 53 (Kommentar); J. Krecher, Egibi (1970), S. 144 (Regeste); M. A. Dandamaev, Slavery (1984), S. 189f. (O) keinen bekannten Urkunden zuordnen lafit Moglicherweise besteht eine Verbindung zu den Geschaften der Familie Egibi, in deren Archiv ahnliche Dokumente aufbewahrt wur- den (siehe Anm. 6); dies lieBe sich jedoch nur erweisen, wenn es gelingt, die Tafel zu joinen. Die zeitliche Einord- nung erfolgt aufgrund der Besetzung des Richterkollegiums. Schreiber: Die Zahl der Schreiber, die regelmaBig Grund- stiickskaufe beurkunden und siegeln, ist begrenzt. Daher konnen die Familiennamen mit groBer Sicherheit erganzt werden. Die beiden letztgenannten erscheinen auch in Nbn 687 zusammen. Das Siegel auf dem oberen Rand gehort sicher einem Schreiber (im Unterschied zu ProzeGurkunden siegeln bei Kaufvertragen auch die Schreiber), vielleicht Nabu-zeru-li§ir//Nabunnaja, vgl. Nbn 116 = 5R 68, 1 (rechts oben). Siegel Siegel [Siegel] Siegel i i i t Nr. 29 (BM 32166) Kommentar: ProzeBurkunde. Die Verkauferin eines Sklaven behauptet, den Kaufpreis nicht erhalten zu haben. Der Kaufer (Nabu- ahhe-iddin//Egibi) legt den Richtern die entsprechende Quit- tung vor. Auch die Sonne der Verkauferin bezeugen, daB der Preis gezahlt wurde. Sie wird daraufhin zur Zahlung einer Strafe in Ho he des Streitwertes verurteilt. Und die Richter berieten 97 Nr. 31 BM 30549 (76-11-17, 276) Kopie: Nbn 16 Bearbeitung: F. E. Peiser, BRL 4 (1898), S. 21 (0) Kommentar: Vor Richtern ausgestellte ungesiegel- te Biirgschaftsurkunde, deren Hintergrund nicht ersichtlich ist. Peiser spricht von "Stiftungsschenkung". Kollationsergeb- nisse: Die bereits in CAD S, S. 174 s. v. saraqu B b vermerkten Emendationen sind mit * gekennzeichnet, eigene Ergebnisse mit **. Z. 1: [p]u*-ut* sa-ra-qu sd** {dBa- b[ab-en-qet] Z. 2: CAD liest ana rsffl Nin-lil; W steht nicht da. Z. 4: a-di iUAPIN na*'-si* BURU14?* A.§A?* (alles uber Rasur und schwer erkennbar, es durfte sich allerdings nicht um einen Personennamen handeln). Z. 7: a-di mub-fri {a-di muffffi] (teil- weise Rasur)** Z. 13: e-le**-et Die Tafel ist sehr schlecht geschrie- ben. Nr. 30 (Nbn 13) Nr. 32 BM 31398 (76-11-17, 1125) Kopie: Nbn 64, Siegel Nr. 32 Kommentar: Der Text der Vorderseite ist bis auf geringe Spuren nicht erhalten, der Vorgang somit nicht zu klassifizieren. Nr. 33 Kopie: Bearbeitung: <P) BM 31535 (76-11-17, 1262) Nbn 495, Siegel Nr. 33 F. E. Peiser, BRL 4 (1898), S. 81-83 Kommentar: ProzeBurkunde uber die Vindikation einer Sklavin. Die Urkunde gehort zum Sklavenkaufvertrag Nbn 400 und 509 (Duplikate, beide am 2.1.11 Nbn ausgestellt - kolla- tioniert), sowie zu Nbn 508 (nachtraglicher Beitritt weite- rer Zeugen zum Vertrag am 26.2.11 Nbn), wie bereits bei Peiser angegeben. Die ProzeBurkunde Nbn 495 gibt als Kaufzeitpunkt Ajjar des 11. Jahres an und ist selbst im Nisan ausgestellt, weshalb sie wohl in das 12. Jahr Nabo- nids zu datieren ist. Die Entscheidung der Richter ist nicht erhalten. Nr. 34 BM 30707 (76-11-17, 434) Kopie: Nbn 776, Siegel Nr. 34 Bearbeitung: F. E. Peiser, BRL 4 (1898), S. 81 (0) Nr. 32 (Nbn 64) Kommentar: Von Richtern beurkundete Geschaftsauflosung. In den gleichen Kontext gehoren die Urkunde Nbn 608, ein Vertrag uber ein Boot, der vor vier Richtern abgeschlossen wurde, sowie Nbn 536, ebenfalls ein Boot betreffend. Geschaftspart- ner waren drei Richter. 98 Cornelia Wunsch Nr. 33 (Nbn 495) Nr. 35 Kopie: Bearbeitung: S. 70f. ((J) BM 41415 (81-6-25, 26) Nbn 1128, Siegel Nr. 35 F.E. Peiser, BRL 2 (1892), Kommentar: ProzeB um eine Forderung zwischen den Erben von Glaubiger und Schuldner. Da die Riickzahlung der Schuld nicht durch Urkunden belegt werden kann, iibertragen die Richter ei- nen Anteil an einem Hausgrundstiick des Erben des Schuldners an den Klager. Wegen der Zusammensetzung des Richter- kollegiums ist die Urkunde in die ersten Regie- rungsjahre Nabonids zu datieren. Vgl. den Kommentar zur folgenden Urkunde. Nr. 34 (Nbn 776) Nr. 36 (BM 32551) Nr. 36 BM 32551 (76-11-17, 2294) Kopie: Nr. 36 1' [x x x (x)] rx-e,1-s7 su rx1 [ ] 2' [x x x] 'x1 i-na qandti(gi)meS sd mM[u-se-zib-Bel mdr2-su sd] 3' [mN\a-di-nu mdr2 l"Rabi-bane sd x<ssa-a[r-te-en-nu] 4' [u] x<1dajjdmtmei ku-um kasap ra-su-t[i] 5> r^i ^Nabu-ahb^-bul-lit mar mMi-sir-a-[a pa-ni] 6' mANabu-ga-mil mdri sd ^Nabu-ahffj^-lbul-lit] 7 u-sad-gi-lu napfyar{l[vL-.mgm) ] 8' [mi]-si-ii}-ti b[iti sudti 9' [it-t]i m<iN[abu-ga-mil ] Resl des Vertragstextes weggebrochen, Riickseite nicht erhalten Und die Richter berieten 99 Nr. 35 (Nbn 1128) Obersetzung: [...] ... [...] des Hausgrundstuckes des M., das der Sa[rtennu] und die Richter (als Gegenwert) fur das Silber der Forderung (Z. 5') des N. [an] N2, den Sohn des N., (als Eigentum) uber- tragen haben. Ins[gesamt ...], das MaB [die- ses Hausgrundstuckes], (Z. 9') hat von N[abu-gamil ...] Kommentar: Z. 2': Am Anfang durfte eine MaBangabe gestanden haben, allerdings stimmen die Spuren nicht mit dem in Nbn 1 128: 24 genannten Be- trag ii herein. Z. 4': Das neutrale rasiitu "Guthaben" ist in diesem Zusammenhang als "Forderung" zu ver- stehen. Z. 9': Hier ist der Name des Verkaufers zu erwarten, d.h. Nabu-gamil. Dieses Fragment nimmt direkten Bezug auf die in Nbn 1128 (Nr. 35) dokumentierte Vermo- gensubertragung durch den Sartennu und die Richter. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um einen Kaufvertrag, in Z. 1' bis 8' wird das Objekt beschrieben. Durch eine Linie getrennt, folgt die KaufabschluBklausel, von der aller- dings so gut wie nichts erhalten ist. Die Zeichen- spuren passen aber zum ublichen Formular. Da- mit liefert dieses kleine Fragment, aus dem sonst leider keine Details zu entnehmen sind, zumindest eine Bestatigung dafiir, daB das Ob- jekt der erwahnten richterlichen Verfugung ver- kauft worden ist, vermutlich innerhalb kurzer Zeit. Zwar ist der Name des Kaufers nicht erhal- ten, aber die Vennutung liegt nahe, daB die Familie Egibi ein Interesse daran hatte und beide Urkunden daher in ihr Archiv gelangten. Nr. 37 BM 32846 (77-2-22,8) Kopie: Nr. 37 Am Anfang mindestens ein Drittel der Tafel weggebrochen 1' [x x x x] d[ T [x (x) myiddirf-dMarduk ma-\}d\r y {Dam-qa-a i-sd-lu-ma [ 4' sd e-fe-ru sd u-il-ti sd rm?1[ 5' sd fKas-sd-a la tu-ub-la [ 6' sd mIddin-dMarduk ina u>ileti{\].\L.l\M)mei [ 7 ki-i pi-i 8i7<?5/(DA) sd {Dam-[qa-a 8' [i]b-f}i-su-ni u re-etj-tu 2/3 ma-n[a kaspu 9' [x (x)] u-il-ti sd mIddin-dMarduk m[a-la (?) 10' [x (x)]-/7?-ma kaspu ina qaqqadi(SAG.DU) e-li-[ ] IV [u]-ses-bu-u u {Ba-zi-tu4 u-[ ] 12" ^Kas-sd-a u mIddin-dMarduk nikkassu(NiG.&\D) sd ra?[ 13' W lBa-zi-tu4 sd a//(URU) u seri(ED\N) ma-l[a ba-su-u] Riickseite weggebrochen Richterliste, Schreiber, Ausstellungsort und Datum nicht erhalten Nr. 37 (BM 32846) lRd Mille ["-kunuk "»'Nergal]-ba-nu-nu || [*'dajj\anu Siegel lRd unten ["•kunuk "'Nabu-abb^T-'ddin || [*dajjan]u [Siegel] 100 Cornelia Wunsch tJbersetzung: [.„] L vor [...] D. befragt und [...] zum Begleichen der Forderung des [...] (Z. 5') der K. hat sie nicht herbeigebracht [...] was I. von den Forderungen [...] entsprechend dem Wortlaut der Tafel der D. [...] ha- ben sie abgezogen und den Rest, 20 Sekel [Silber ... der (?)] Forderung des I., so[viel (?) ...] (Z. 10') [...] und das Silber im Kapitalbetrag zu Lasten [von ...] liefien sie (als Zeugen) anwesend sein und B. [...] (Z. 12') K. und I. [haben] das Vermogen von [...] und B. in Stadt und Land, sovi[el vorhanden ist, ...] Kommentar: Die Urkunde ist leider zu fragmentarisch, um den Rechts- streit zu beurteilen, zumal die beteiligten Personen nicht identifiziert werden konnen. Offensichtlich geht es um For- derungen (sicher gegen einen NachlaB), deren Begleichung nicht durch Urkunden belegt werden konnte und die nun entsprechend den Verpflichtungsscheinen den Glaubigern gutgeschrieben werden. Die Details und das Verhaltnis der Personen zueinander entziehen sich unserer Kenntnis. Wegen der Richter Nergal-banunu//Rab-bane und Nabu- ahhe-iddin//Egibi, die auf Position 2 und 3 des Kollegiums amtierten (was aus der Anordnung ihrer Siegel hervorgeht), ist die Urkunde in die Zeit zwischen dem 9. und 12. Regie- rungsjahr Nabonids einzuordnen. Katalog der Urkunden BM 30228 siehe Ngl 2 BM 30262 siehe Nbn 314 BM 30342 siehe Nbk 193 BM 30523 siehe Nbn 626 BM 30549 siehe Nbn 16 BM 30571 siehe Nbk 101 BM 30645 siehe Nbn 668 BM 30707 siehe Nbn 776 BM 30868 siehe Nbn 682 BM 31070 siehe Nbn 516 BM 31253 siehe Nbn 679 BM 31285 Nr. 3 BM 31398 siehe Nbn 64 BM 31535 siehe Nbn 495 BM 31562 siehe Nbn 518 BM 31589 Nr. 9 BM 31676 siehe BM 34392 BM 31681 Nr. 23 BM 31797 Nr. 5 BM 31921 siehe Nbk 359 BM 32023 Nr. 6 BM 32155 siehe BM 32023 BM 32157 Nr. 22 BM 32166 Nr. 29 BM 32174 Nr. 20 BM 32220 siehe BM 32023 BM 32431 Nr. 19 BM 32551 Nr. 36 BM 32846 Nr 37 BM 32861 siehe Nbn 665 BM 34196 Nr. 13 Nr. ii TZ>\jf 1 A A1 siene dm jzIj/ BM J443U siene JdM J4iyo BM 37323 Nr. 24 BM 40263 Nr. 25 T~* I if A 1 A f \ ^ BM 41402 siehe Nbn 13 BM 41415 siehe Nbn 1128 BM 41543 siehe BM 34392 BM 41700 siehe BM 34392 BM 41785 Nr. 26 BM 41907 siehe BM 34392 BM 42040 Nr. 27 BM 48562 Nr. 28 MNB 1809 siehe TCL 12, 122 Nbk 101 Nr. 1 Nbk 193 Nr. 2 Nbk 359 Nr. 10 Nbn 13 Nr. 30 Nbn 16 Nr. 31 INbn o4 Nr. 32 \IUn 1 1 A in on j 14 Nr. 1 1 inDn ^yj Nr. 33 Nbn 516 Nr. 7 Nbn 518 Nr. 8 Nbn 626 Nr. 12 Nbn 665 Nr. 15 Nbn 668 Nr. 16 Nbn 679 Nr. 17 Nbn 682 Nr. 18 Nbn 776 Nr. 34 Nbn 1128 Nr. 35 Ngl 2 Nr. 4 TCL 12, 122 Nr. 14 Nachtrag: Als dieser Artikel bereits umgebrochen war, mach- te mich C. B. F. Walker dankenswerterweise auf eine gesiegelte neubabylonische Tafel aufmerksam, o^ie dem Britischen Museum 1919 als Schenkung zuging und unter BM 113908 (1919-11-8, 1) registriert wurde. Es handelt sich um eine ProzeBurkunde aus der Regie- rungszeit Neriglissars. Beginn und Schlufl des ProzeB- protokolls samt Entscheidung sind nicht erhalten, auch Richterliste und Datum sind weggebrochen. Beide Seitenrander tragen Siegelabdriicke. Links oben befin- det sich das Stempelsiegel des im Text genannten Sukkallu Nabu-mukin-apli (die Beischrift ist nicht er- halten), gefolgt von den Siegeln des Rimut-bel-ili (Familie Atju-bani) und Marduk-§akin-sumi (Familie URU.DlJ-mansum), die beide auch durch 5R 67, 1 bekannt sind. Rechts ist das obere Siegel nicht erhal- ten, die beiden anderen lassen sich nicht nut bekann- ten Richter- oder Schreibersiegeln identifizieren. Ge- genstand des Rechtsstreites ist u. a. ein Grundstiick, auf das eine Witwe und ihre Kinder Anspruch erhe- ben, da es vom Sakin-temi und den Richtern als Kom- pensation fiir Silber aus ihrer Mitgift bestimmt worden war. Eine Kopie und Bearbeitung dieser Urkunde durch Verf. ist in Vorbereitung.
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