Die Richter des Nabonid. moreIn: J. Marzahn and H. Neumann (eds.): Assyriologica et Semitica. Festschrift für Joachim Oelsner ... (Alter Orient und Altes Testament, vol. 252). Münster: Ugarit-Verlag 2000, pp. 557–597. |
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Ancient sealing, ANE Cylinder Seals, Ancient Seals and Sealings, Appointment of Judges, Judges, and Neo-Babylonian period
Sonderdruck aus:
Alter Orient und Altes Testament
Veroffentlichungen zur Kultur und Geschichte des Alten Orients
und des Alten Testaments
Herausgeber: Manfried Dietrich • Oswald Loretz
Band 252
ASSYRIOLOGICA ET SEMITICA
Festschrift
fur
Joachim Oelsner
anlaRlich seines 65. Geburtstages am 18. Februar 1997
herausgegeben von
Joachim Marzahn und Hans Neumann
unter Mitarbeit von Andreas Fuchs
2000
Ugarit-Verlag
Miinster
Die Richter des Nabonid
Cornelia Wunsch - Perth
Fiir diese, meinem verehrten Lehrer Professor Joachim Oelsner zugedachte Festschrift
mochte ich einen seiner eigenen Artikel, "Zur neu- und spatbabylonischen
Siegelpraxis" betitelt und seinerseits ein Festschriftbeitrag,1 in dem er der Frage
nachging, ob "an Hand der Siegelungsart spatbabylonischer Urkunden ein Kriterium
fiir die exakte Datierung von Texten aus spatachamenidischer Zeit zu gewinnen" sei,
als Anregung und Ankniipfungspunkt wahlen. Nicht die spatachamenidische Periode
soil jedoch hier im Mittelpunkt stehen, sondern die letzten beiden Dekaden des
neubabylonischen Reiches. Die Fragen meines Lehrers noch im Ohr (Sind Siegel
drauf? Wer hat gesiegelt? Wo hat er gesiegelt? Warum? ... ), hatte ich zunachst nur
Tafeln und Fragmente mit Richtersiegeln, die sich im Britischen Museum befinden
und mir bei meiner Suche nach Egibi-Texten unter die Augen kamen, gesammelt.^
Es zeigte sich aber schnell, daB die Siegel und Beischriften den Schlussel fiir die
Rekonstruktion der Richterkollegien in Babylon liefern (und damit unerwartete
Einsichten in das Gerichtswesen dieser Zeit gestatten), da die Siegelung der Tafeln
nicht so zufallig ist, wie es die allgemein in dieser Hinsicht unzulanglichen
Textveroffentlichungen erscheinen lassen.3 Wenngleich an dieser Stelle die eigentlich
1 In: B. Hruska - G. Komor6czy (Hrsg.), Festschrift Lubor Matous, Budapest 1978, Bd. 2, 167-
173.
Der Aufenthalt am Britischen Museum wurde durch ein Postdoktorandenstipendium der
Deutschen Forschungsgemeinschaft ermoglicht. Unpublizierte Texte werden mit freundlicher
Genehmigung der Trustees des Britischen Museums zitiert. Mein herzlicher Dank gilt alien
Kollegen, mit denen ich Gelegenheit hatte, die Texte zu diskutieren. W.G. Lambert gab mir
wichtige Hinweise beziiglich der Siegeldarstellungen und -legenden, ebenso wie I.L. Finkel, der
verschiedene Lesungen suggerierte und mir damit half, einige Fragmente von ProzeBurkunden
besser zu verstehen. Erica Ehrenberg stellte mir ihre Skizzen von unpublizierten Siegeln aus dem
Britischen Museum zur Verfiigung, wobei wir beide von den Vorarbeiten C.B.F. Walkers zum
Katalog der Babylon-Sammlung profitieren konnten. H.D. Baker verdanke ich wichtige
bibliographische Hinweise. M.T. Roth hatte zufallig zwei ProzeBurkunden im Rahmen ihres
Beitrags zu dieser Festschrift bearbeitet; sie stellte mir freundlicherweise ihr Manuskript zur
Verfiigung und wir konnten Details diskutieren und die Artikel aufeinander abstimmen. Fiir
Hinweise und Korrekturen danke ich M. Weszeli und M. Jursa.
Abgesehen von Siglen fiir Textpublikationen (s. unter "Die Richterurkunden") werden folgende
Abkurzungen verwendet: lRd = linker Rand, rRd = rechter Rand, oRd = oberer Rand, uRd = unterer
Rand, Vs = Vorderseite, Rs = Ruckseite; Camb = Cambyses, Cyr = Cyrus, Nbn = Nabonid , Ngl =
Neriglissar. Filiationen werden in der Form Personenname/Vatersname/Ahnherrenname bzw.
Personenname//Ahnherrenname angegeben.
* Eine Ausnahme bildet die Publikation von BM 41399 durch T.G. Pinches in 5R 67. Fotos der
Rander von TCL 12, 122 wurden von L. Delaporte veroffentlicht (s. Katalog). Ungesiegelte
Hinder mit Beischriften wurden bei TBER 60 (Kopie und Foto) und Edinb. 69 (Kopie)
558
C. Wunsch
unerlaBliche Publikation der von fruheren Kopisten ignorierten Tafelrander sowie der
neuen Textfragmente aus Platzgriinden nicht erfolgen kann/* seien die wichtigsten
Ergebnisse hier dargestellt und dem Jubilar in Dankbarkeit gewidmet.
Die Richterurkunden
Unter dem unspezifischen Begriff "Richterurkunden" verstehe ich im folgenden
jene Urkunden, in denen Kollegien von Richtern, die als dajjdnu (^DI.KUs)
ausgewiesen sind, als Zeugen fungieren,^ ungeachtet der Natur des beurkundeten
Vorgangs. Solche aus dem Bereich der Tempelgerichtsbarkeit bleiben hier auBer
Betracht. Das vorhandene Material ist weder in zeitlicher noch lokaler Hinsicht
homogen: Es wird von Zeugnissen aus Babylon dominiert, die sich uber einen
Zeitraum von zwanzig Jahren verteilen, wahrend Urkunden aus anderen Orten nicht
zahlreich genug sind, um im Rahmen dieser Studie mit ersteren konfrontiert werden
zu konnen.
Fast alle bislang bekannten Richterurkunden aus Babylon aus der Regierungszeit
Neriglissars und Nabonids befinden sich im Britischen Museum und sind bei J.N.
StraBmaier, Inschriften von Nabonidus, Konig von Babylon Leipzig 1889, zu
finden (zitiert als Nbn mit Textnummer). Ein Text ist von Pinches in H.C.
Rawlinson - T.G. Pinches, The Cuneiform Inscriptions of Western Asia, Vol. V,
London 1884, publiziert worden (zitiert als 5R 67, 1). Alle anderen Texte aus dem
Britischen Museum werden unter ihrer BM-Nummer zitiert; die Publikationsstellen
sind im "Katalog der Richterurkunden" angegeben. Fur die Tafeln aus dem Louvre
vergleiche G. Contenau, Contrats neo-babyloniens 1 11, Paris 1927-1929 (zitiert als
wiedergegeben. Skizzen von Siegelabrollungen auf den von J.N. StraBmaier publizierten Londoner
Texten hat S. Graziani in AION 49, 1989, veroffentlicht, allerdings lediglich von Tafeln aus
achamenidischer Zeit - unsere Richterurkunden sind somit nicht enthalten.
Eine Publikation von Siegelabrollungen ohne Angabe, wo sie sich auf der Tafei befinden und in
welcher Richtung sie abgerollt wurden, hat zwar ihren Wert fur archaologisch-kunsthistorische
Untersuchungen, ware aber fur unseren Zweck wenig hiifreich. Kiinftigen Kopisten sei daher
nachdrticklich ans Herz gelegt, die Tafelrander mit Siegeln und Beischriften in adaquater Weise
(gegebenenfalls durch Foto) abzubilden.
Es sei auf den Katalog der Richterurkunden am Ende dieses Artikels verwiesen, der die in
unserem Zusammenhang wichtigen Informationen uber Urkundentyp, TafeJformat and Siegelung
auffiihrt. Die bislang unbekannten Texte sind Gegenstand einer Studie von Verf. in AfO 44/45,
1997-2998, die neben Kopien dieser Tafeln auch Zeichnungen der gesiegelten Tafelrander von den
hier besprochenen StraBmaier-Texten enthalt.
* Bei den meisten Urkunden sind ausschlieBJich die Richter Zeugen, es gibt aber auch
Ausnahmen: In Edinb. 69 erscheinen auch zwei Beamte des Esagila-Tempels (sie werden nach dem
Sakin-temi und vor den Richtern aufgefiihrt) sowie andere Zeugen mit voller Filiation, die als
"Alteste von Babylon" bezeichnet werden. Ihre Ahnherrennamen machen deutlich, daB sie aus dem
gleichen Kreis wie die Richter und Gerichtsschreiber kommen. Es siegeln jedoch, den Beischriften
nach zu urteilen, nur der Sakin-temi und die Richter. Bei BM 32166, einem Grundstucks-
kaufvertrag, befindet sich ein zusatzlicher Zeuge mit voller Filiation zwischen Richtern und
Schreibern; vermutlich handelt es sich dabei um einen Angehorigen des Verkaufers.
Die Richter des Nabonid
559
TCL 12/13 mit Textnummer) sowie J.-M. Durand, Textes babyloniens d'epoque
recente, Paris 1981 (ein Text, zitiert als TBER 60). Eine weitere Urkunde wurde von
S. Dalley in A Catalogue of the Akkadian Cuneiform Tablets in the Collections of
the Royal Scottish Museum, Edinburgh 1979, veroffentlicht (zitiert als Edinb. 69).
Ein Text aus dem Museum des Klosters Montserrat ist von Verf. in AuOr 15, 1997,
159-163 publiziert worden und wird hier unter der Museumsnummer MM 363b
zitiert. Zwei Falschungen einer bislang nicht aufgefundenen Originaltafel, die sich im
University Museum in Chicago befinden, wurden von LL. Holt in AJSL 27, 1910-
1911, 216, publiziert (als AJSL 27, 216 zitiert).
Die Herkunft der Tafeln
Keine der Richterurkunden aus Babylon stammt aus regularen Grabungen; alle
sind iiber den Kunsthandel in verschiedene Museen gelangt, vornehmlich in das
Britische Museum. Zum iiberwiegenden Teil ist bereits aus ihrer Inventarnummer
abzulesen, daB sie zu Ankaufen gehoren, die sich mit dem Archiv der Familie Egibi
in Verbindung bringen lassen, falls nicht die Rechtsfalle selbst einen Bezug zu den
Geschaften dieser Familie aufweisen, wie es bei etwa der Halfte nachgewiesener-
maBen der Fall ist. Vermutlich ist dieser Anteil jedoch noch erheblich hoher, wenn
wir den fragmentarischen Erhaltungszustand nicht weniger Urkunden ebenso in
Betracht Ziehen wie das mogliche Fehlen von Bindegliedern. Dieses Bild wird durch
die unpublizierten Texte bestatigt, was allerdings nicht verwundern muB, da ich
gerade bei der Suche nach Egibi-Texten in den relevanten Ankaufen auf sie stieB.
Neben einer Verwicklung der Familie Egibi in die betreffenden Streitfalle oder
ihrem direkten Interesse an deren Objekten liefert die Tatsache, daB Nabu-ahhe-iddin,
Familienoberhaupt und Archivinhaber in der zweiten Generation, als koniglicher
Richter in Babylon zur Zeit Nabonids gewirkt hat, eine weitere Erklarungs-
moglichkeit fur die Anwesenheit so vieler Richterurkunden - speziell aus diesem
Zeitraum - im Familienarchiv. Bereits G. van Driel hatte vermutet, Nabu-ahhe-iddin
habe Kopien bzw. Abschriften aus uns nicht ersichtlichen Griinden in seinem Archiv
aufbewahrt.6 Wie dem auch sei, es bleibt festzuhalten, daB unsere Kenntnis des
neubabylonischen Gerichtswesens von Texten aus nur einem Archiv und einem sehr
beschrankten Zeitraum dominiert wird und die gewonnenen Ergebnisse nicht ohne
weiteres verallgemeinert werden konnen. Andererseits bietet sich dieses Material
wegen seiner relativen Homogenitat als Studienobjekt an.
° G. van Driel, The Rise of the House of Egibi. Nabu-ahhe-iddina, JEOL 29, 1985-1986, 55.
Insbesondere ungesiegelte Exemplare, bei denen sich Siegelbeischriften auf den Randern befinden,
konnten solche Abschriften sein. Jedoch laBt sich das Material nicht auf einfache Weise in
gesiegelt = Egibi und ungesiegelt * Egibi o.a. gruppieren. Gerade unter den Texten, die keinen
erkennbaren Bezug zu den Egibis aufweisen, finden sich viele gesiegelte Originale.
560
C. Wunsch
Der Inhalt der Richterurkunden
Die in Richterurkunden bezeugten Vorgange konnen verschiedener Natursein. Es
sind etwa zwei Dutzend vollstandig oder fragmentarisch erhaltene ProzeBurkunden
(oder ProzeBprotokolle) im eigentlichen Sinne uberliefert (im Katalog unter
"Urkundentyp" entsprechend vermerkt), die einem mehr oder weniger festen Schema
folgen: Zunachst wird festgehalten, daB sich der Klager in einer bestimmten Sache an
die Richter gewandt hat, haufig mit Angabe der Vorgeschichte. Es folgt in der Regel
die Befragung von Klager, Beklagtem und Zeugen durch die Richter, wobei die
Aussagen knapp in wortlicher Rede wiedergegeben werden. Wenn Urkunden als
Beweismittel hinzugezogen wurden, wird auch dies ausdriicklich erwahnt. Nach einem
Hinweis auf die Beratung der Richter wird die getroffene Entscheidung - falls eine
gefallt wurde - dokumentiert, haufig mit dem Vermerk iiber die Ausstellung einer
entsprechenden Urkunde. Es folgen dann, eingeleitet durch ina purusse dini sudti, die
Namen der Richter und Schreiber, in der Regel mit Angabe des Ahnherrennamens. In
Ausnahmefallen findet sich das allgemeinere ina safari tuppi sudti als
Einleitungsformel7
1st die Urkunde gesiegelt, so tragt sie die Siegel aller Richter sowie des Sakin-
temi, Sukkallu oder Sartennu, falls einer von ihnen dem Kollegium vorgestanden
hat. Sie wird aber in der Regel nicht durch die Schreiber gesiegelt.8
Ein internes ProzeBprotokoll scheint das Fragment MM 363b zu sein. Es
beinhaltet offenbar nur die Darstellung des Streitfalles und die Aussagen von Zeugen,
jedoch keine Entscheidung. Weder Richterliste, Schreiber, Ausstellungsort noch
Datum sind angegeben, es finden sich aber Richtersiegel mit Beischriften - allerdings
an vollig uniiblicher Stelle, dem Ende der Riickseite. Die Tafel steht somit, was die
Typologie betrifft, bislang isoliert da.
Neben den Protokollen gibt es weitere von Richtern bezeugte und teilweise auch
gesiegelte Dokumente, die nachweislich oder vermutlich im Ergebnis eines
Rechtsstreits ausgestellt wurden. Ihr Formular folgt dem entsprechender gewohnlicher
Geschaftsurkunden. Ihnen ist - trotz der verschiedenen Vorgange, die beurkundet
' Edinb. 69, TBER 60, Nbn 720. Nbn 1128 (vgl. dazu die folgende Anmerkung).
^ Gegen M. San Nicold, Ein l/rteil des kdniglichen Gerichtes in Babylon aus der Zeit des
Nabonid, in: J. Friedrich - J.G. Lautner - J. Miles (Hrsg.), Symbolae ... Paolo Koschaker
ded/cafae, Leiden 1939 (= Studia et documenta 2), 186 Anm. 33. Die von ihm angefiihrten Texte
Nbn 13 und Nbn 1128 sind gcrade die Ausnahmen: In crstercm Fallc ist Nergal-banunu//Rab-bane
allein Schreiber, bei Nbn 1128 zusammen mit Nabu-ahhe-iddin//Egibi. Beide sind sonst nur als
Richter bei Prozessen bezeugt, wahrend umgekehrt regulare ProzeBschreiber offenbar nicht als
Richter fungierten (s. Anm. 37). Nbn 1128 ist auch insofern ein Sonderfall, als die Richter hier
in einem Streitfall um Forderungen, deren Begleichung der Sohn des ursprunglichen Schuldners
nicht nachweisen kann, dem Glaubiger ein Grundstuck des Schuldners zusprechen. Die Urkunde
weist daher ebenso wie BM 113908 einige formale Gemeinsamkeiten mit Grundstiicks-
kaufurkunden auf (ausfuhrliche Beschreibung des Objektes, Schreibersiegel). jedoch weder
KaufabschluBklausel noch Nagelmarken.
Die Richter des Nabonid
561
werden - gemeinsam, daB die Richter ohne Filiation genannt werden/ eingeleitet
durch (ina) mahar/pdni (Namen der Richter) dajjdne (u'iltu elet Ipurussusunu sakin I
tuppu satir) "vor PN den Richtern, (ist die Urkunde ausgestellt / die Entscheidung
gefallt / die Tafel geschrieben worden)" bzw. einmal ina zitti zdzu u satdr [...]
(Namen der Richter) dajjdnu Bdbili "bei der Teilung der Anteile und beim Schreiben
[der Urkunde]: PN die Richter von Babylon" (vgl. im Katalog unter
"Einleitungsformel"). Letzteres findet sich in Nbn 776, einer Urkunde iiber die
Auflosung einer Geschaftsverbindung. Sie hatte zwischen drei Personen bestanden,
die uns als Richter bekannt sind und in einem fruheren Dokument, Nbn 608
(ebenfalls durch Richter beurkundet), auch ausdrucklich im Vertragstext als solche
bezeichnet werden. In der Urkunde Nbn 536 erscheinen die drei ebenfalls gemeinsam,
allerdings ist diese Quittung vor normalen Zeugen ausgestellt worden. Unklar bleibt
die Natur dieser Geschaftsverbindung, und ob sie rein privaten Charakter hatte.
Festzuhalten bleibt, daB Nbn 608 und 776 moglicherweise nur deshalb vor Richtern
ausgestellt wurden, weil die Vertragspartner Kollegen waren; ein Rechtsstreit muB
ihnen nicht notwendigerweise vorausgegangen sein. Der Hintergrund von Nbn 16,
einer Burgschaftsiibernahme, laBt sich ebenfalls nicht erschlieBen. Nbn 355 ist ein
Verpflichtungsschein iiber einen Kaufpreisanteil eines Grundstiickes, um das
prozessiert worden war. Ein Vermerk betrifft die Ubergabe der eigentlichen
ProzeBurkunde (tuppi dini ina mahar dajjdne) an den Schuldner (den Kaufer des
Grundstiickes). AJSL 27, 216 betrifft ebenfalls einen Rechtsstreit um ein
Grundstuck; in ihr verpflichtet sich der Eigentiimer, es solange nicht zu verkaufen, zu
verschenken oder mit einer Hypothek zu belasten, wie der Rechtsstreit dariiber
andauert. BM 79049 ist ein Verpflichtungsschein, der aus einem ProzeB iiber einen
Fall von Korperverletzung resultiert und die Zahlung einer Entschadigung durch den
Tater an das Opfer zum Gegenstand hat. In Nbn 668 schlieBlich geht es um das
Eigentumsrecht an Sklaven in einer Erbschaftsangelegenheit.
Eine weitere durch Richter beurkundete Textgattung stellen Grundstiicks-
kaufvertrage dar, von denen drei Beispiele uberliefert sind. Es handelt sich um
Sonderfalle, bei denen vorauszusetzen ist, daB dem Verkauf Streitigkeiten
vorausgingen bzw. besondere Griinde fiir den Kaufer bestanden, die Legitimitat des
Erwerbs zweifelsfrei nachweisen zu konnen. Im Falle von 5R 67, 1 geht es um ein
Grundstuck von betrachtlicher GroBe. Es war, wie aus bisher unpublizierten
Urkunden hervorgeht,'^ zur Zeit Nebukadnezars vom damaligen Sakin-temi von
Babylon gekauft worden und muBte nun, im Akzessionsjahr Neriglissars, von dessen
vier Sohnen verkauft werden, um Forderungen des Esagila-Tempels begleichen zu
konnen. Als Kaufer fungiert hier, wie auch im nachfolgenden Falle, BM 33056,
^ Eine Ausnahme ist Nbn 608, s. sogleich.
Fiir eine ausfuhrliche Darstellung dieser Vorgange sei auf C. Wunsch, Das Egibi-Archiv. I.
Die Felder und Garten, Groningen 2000 (Cuneiform Monographs 20), Bd. I, 65ff. verwiesen (im
folgenden als CM 20 zitiert).
562
C. Wunsch
Nabu-ahhe-iddin//Egibi. Diese Tafel selbst enthalt zwar keinen Hinweis auf einen
Rechtsstreit, sie laBt sich aber mit anderen, darunter BM 31961, einer ProzeBurkunde
iiber die Vindikation des betreffenden Feldes, in Verbindung bringen.11 Das
Fragment BM 32166 laBt nur vermuten, daB es sich um einen ahnlichen Fall handelt;
Kaufer und Verkaufer sind nicht erhalten.
Diese Urkunden unterscheiden sich hochstens durch Zusatze von normalen
Kaufvertragen, die Einleitungsformel vor den Zeugen lautet - wie beim normalen
Grundstiickskauf - ina kanak tuppi sudti. Die Richter, denen im Falle von 5R 67, 1
der Sakin-temi vorangeht, werden wie bei ProzeBurkunden mit Ahnherrennamen
genannt. Im Unterschied zu letztgenannten Dokumenten siegeln aber auch die
Schreiber (bei normalen Grundstuckskaufen lediglich diese). Die Tafeln weisen
auBerdem (symbolische) Nagelmarken der Verkaufer auf.'2
Tafelformat und Siegelung
ProzeBurkunden und Grundstiickskaufvertrage aus neubabylonischer Zeit lassen
sich allein aufgrund ihrer auBeren Form relativ leicht aus dem iibrigen Material
heraussammeln, selbst wenn es sich um kleine Fragmente handelt. Die Tafeln sind
dicker als gewohnlich (meistens um 2 cm), haben flache, breite Rander und deutlich
abgesetzte Kanten. Ihre Vorder- und Riickseiten sind nicht oder nur wenig gewolbt.
die Schrift meist sehr sorgfaltig. Zudem handelt es sich um die einzigen beiden
Textgattungen, die regelmaBig gesiegelt werden, und zwar auf den Seitenrandern.
gelegentlich auch auf dem oberen und unteren Rand. Fur die Trennung von
Grundstiickskaufvertragen und ProzeBurkunden wiederum gibt es recht eindeutige
Kriterien: Erstere haben Schreibersiegel und Nagelmarken mit dem entsprechenden
Vermerk supur PN kima kunukkisu am Ende des Vertragstexles. Sie folgen einem so
starren Formular, daB sich selbst winzige Bruchstucke identifizieren lassen. Die
Zeugen werden, falls es sich nicht um ein Richterkollegium handelt, mit voller
Filiation angegeben und durch ina kanak tuppi sudti eingeleitet. Demgegeniiber
haben ProzeBurkunden eine andere Einleitungsformel (s.o.) und nennen die Richter
nur mit Ahnherrennamen, haben weder Schreibersiegel noch Nagelmarken und
enthalten keine fur Kaufvertrage typischen Formularbestandteile. Mit anderen
Worten: Was wie ein Fragment eines Kaufvertrages aussieht, aber keines ist, diirfte
mit ziemlicher Sicherheit zu einer ProzeBurkunde gehoren.
Die Urkunden werden nach festen Regeln entsprechend ihrem Format gesiegelt,
Zu den Zusammenhangen vgl. den Artikel von M.T. Roth in diesem Band.
Bei 5R 67, 1 gibt es beispielsweise aus Platzgrtinden nur eine Dreiergruppe von Nagel-
marken bei insgesamt vier Verkaufern. Zu Siegel und Nagelmarken auf Grundstiickskaufvertragen
vgl. G. Boyer, Supur X kima kunukkisu, in: J. Friedrich - J.G. Lautner - J. Miles (Hrsg.),
Symbolae ... Koschaker. 208-218, bes. 213f., und H. Petschow, Neubabylonisches Pfandrecht,
Berlin 1956, Anm. 28, S. 14 unten, sowie C. Wunsch, CM 20, Bd. 1, 32-39.
Die Richter des Nabonid
563
offensichtlich bevor die Beischriften und der eigentliche Text geschrieben werden. i
Es siegeln grundsatzlich alle Richter14 und, wenn uberhaupt, dann wohl auch alle
Schreiber.
Bei den Tafelformaten ist zwischen Langsformat (hoher als breit, bei fehlender
oder schwacher Wolbung der Vorder- und Riickseite und relativ breiten Randern von
mir als "Ziegelform" bezeichnet) und Querformat (breiter als hoch) zu unterscheiden.
Ersteres findet generell bei Grundsttickskaufen sowie bei einem Teil der
ProzeBurkunden Anwendung. Der Rest der ProzeBurkunden und die sonstigen von
Richtern bezeugten Urkunden haben Querformat, die ungesiegelten sehen haufig wie
normale Geschaftsurkunden aus. Die Anordnung der Siegel folgt der in der
Richterliste vorgegebenen Rangfolge und beginnt immer am linken Rand oben. Es
folgt der rechte Rand (kann beim Querformat ubersprungen werden) vor unterem und
oberem Rand (manchmal oberer vor unterem Rand, die Reihenfolge scheint hier nicht
so starr zu sein wie bei den Seitenrandern). Die Siegel werden so angesetzt, daB ihre
Bilder, wenn die Tafel auf der Riickseite liegt, an alien Randern aufrecht stehen.15
Die Beischriften folgen links und rechts der Schriftrichtung der Vorderseite; auf dem
oberen und unteren Rand sind sie so angebracht, daB sie von rechts zu lesen sind und,
in Schriftrichtung gesehen, iiber dem Siegel stehen. Das folgende Schema soil dies
verdeutlichen:
Deutlich zu erkennen ist dies bei 5R 67, 1 (rRd, Siegel des Nabu-iddin//Mudammiq-Adad:
Senkrechte des Zeichens DUB der Beischrift schneiden den Hinterkopf des Beters), Nbn 13 (rRd.
Siegel des Marduk-suma-usur//Adad-samme: Der Senkrechte des letzten Zeichens von Vs Z. 9
schneidet den Kopf des Beters), BM 32672[(+)33056] (oRd rechts: Die Siegelbeischrift, die falsch
herum angebracht ist und sich ganz rechts befindet, lauft iiber die Siegellegende) und BM 79049
(Die letzte Zeile der Datenformel muB den Siegelbeischriften auf dem oRd ausweichen und wird in
die Liicken gesetzt). Auch normale Immobiliarkaufvertrage werden zuerst gesiegelt, dann
geschrieben.
" Die einzige Ausnahme ist Nbn 1128, wo die Siegel des Sartennu und zweier Richter fehlen.
Sie sollten jedoch ebenfalls abgerollt werden, da sich die entsprechenden Beischriften an richtiger
Stelle befinden und der Platz fur die Siegel leer ist. Die auf der Basis von z.T. unvollstandigen
Angaben in den jeweiligen Publikationen getroffene Feststellung von J. Oelsner, in: B. Hruska -
G. Komoroczy (Hrsg.), Festschrift Lubor Matous, Bd. 2, 177 Anm. 16: "In der Regel siegelt nur
ein Teil der genannten Richter", ist daher so allgemein nicht aufrecht zu erhalten. Es muB in
dieser Hinsicht zwischen Urkunden aus neubabylonischer und achamenidischer Zeit (abgesehen
davon, daB verschiedene lokale Traditionen existiert haben mogen) unterschieden werden.
Spatestens zur Zeit Darius' ist ein Wandel in der Siegelungspraxis zu beobachten.
'~* Ausnahmen bestatigen die Regel.
564
C. Wunsch
00
^—V
Beischritt 1
I>Ce
Beischrift 2
>C
Beischrift 3
0
On
5
Langsformat
Vorderseite
o
CD
Beischrift 4
@
M
Beischrift 5
Beischrift 6
r-
u
CQ
Querformat
Vorderseite
Beischrift 3
Die Richter des Nabonid
565
Die Siegel
Die Siegel aller Richter mit Ausnahme des Balassu//Malahu sind durch
mindestens einen Beleg bekannt, wobei die Identifizierung des Siegels des Bel-
zeri//Eppes-ili nicht vollig sicher ist. Allerdings sind haufig nur kleine Segmente des
betreffenden Rollsiegels auf den Tafelrand abgerollt bzw. aufgedriickt worden, so daB
das Siegelbild - wo dies iiberhaupt moglich ist - aus verschiedenen Abrollungen
rekonstruiert werden muB. Da das Siegel nicht immer gleich stark aufgedriickt und
manchmal beim Rollen geschoben oder leicht gedreht oder mehrfach angesetzt worden
ist, konnen die Abbildungen betrachtlich verzerrt sein. Die beigefiigten Zeichnungen
sollen daher nur zur Orientierung dienen; auch kann einer Darstellung der neu- und
spatbabylonischen Siegelkunst hier zwar ein wenig neues Material geliefert, aber
insgesamt nicht vorgegriffen werden.16
Es sind ausschlieBlich Rollsiegel von z.T. imposanter GroBe, die eher der
Funktion und Wiirde der Richter als der GroBe der zu siegelnden Urkunden Rechnung
tragen, verwendet worden. Auf kleinen Tafeln mit schmalen Randern wurden diese
denn auch gelegentlich wie Stempel aufgesetzt. Ob diese Siegel (und die Funktion
des Richters) in der Familie vererbt wurden, laBt sich bisher nicht ermitteln. Nur in
einem Falle kann nachgewiesen werden, daB ein Richter, Nabu-balassu-iqbi//Amelu,
zwei verschiedene Siegel benutzte. Die Belege auf datierbaren Urkunden lassen eine
klare zeitliche Verteilung erkennen, die auf einen Gebrauch von Siegel 1 bis
mindestens zum Jahre 9 Nbn und die Verwendung von Siegel 2 ab spatestens 12 Nbn
schlieBen lassen. Damit stellt das Siegel dieses Richters eine zusatzliche
Orientierungshilfe fiir die zeitliche Einordnung von Textfragmenten dar, deren Datum
nicht erhalten ist.
Die Siegelbilder zeigen keine groBe Motivvielfalt; meist ist eine Person im
Gestus der Anbetung vor verschiedenen Gottersymbolen zu sehen.17 Sie diirfte
zweifellos den Siegelinhaber reprasentieren, tragt aber keine individuellen Ziige,
sondern die Darstellung ist formalisiert. Es handelt sich entweder um einen bartigen
Beter mit schulterlangem, gelocktem Haar, oder um eine kahle, bartlose Gestalt, die
man mit einer priesterlichen Funktion assoziiert. Der rechte Arm ist angewinkelt, die
Fiir Literatur zur neubabylonischen Glyptik und Publikationen von Siegelabrollungen vgl.
die Zusammenstellung bei J. MacGinnis. Letter Orders from Sippar and the Administration of the
Ebabbara in the Late-Babylonian Period, Poznan 1995, 164 Anm. 1. Das Kapitel 5 (S. 164-181)
dieses Buches widmet sich ausfiihrlich den Siegeln, die auf Briefen ("letter orders") vom
Verwaltungspersonal des Ebabbar-Tempels verwendet wurden. Von den sieben Kategorien, die der
Autor beziiglich der Darstellung unterscheidet, sind die ersten drei (A: "humans standing, facing
right, before altar", B: "humans standing, facing left, before altar" und C: "contest scenes in
which a hero grapples with beasts on either side") auch bei unseren Richtersiegeln vertreten.
Die hier verwendete Terminologie folgt U. Seidl, Die babylonischen Kudurru-Reliefs. BaM 4.
1968, 7-220, und OBO 87. 1987 [Neuauflage mit Nachtragen S. 221-235], sowie: Gottersymbole
und -attribute, R1A 3. 1957-1973, 483-490.
566
C. Wunsch
Hand erhoben, wobei der Handrucken in der Regel nach vorn weist.1^ Der linke Arm
hangt herab, was freilich nur bei Blickrichtung nach links dargestellt ist. Eine
Ausnahme bildet das Siegel des Rimut-bel-ili//Ahu-bani, auf dem der Beter ein nicht
identifizierbares Gerat^ in der erhobenen rechten Hand halt und einen Behalter in der
linken. Die Gottersymbole stehen entweder auf einem Symbolsockel, oder sind frei
schwebend im Raum gruppiert. Die Mondsichel des Sin findet sich fast iiberall, wo
sie fehlt, ist nicht auszuschlieBen, daB sie sich auf dem uns nicht bekannten Teil der
Siegeldarstellung befunden hat. AuBerdem sind der Lowenstab2^ als Symbol des
Nergal, Widderstab21 (Ea), Blitzbiindel22 (Adad), der Stern der Istar23, Sonnen-
scheibe24 und Fliigelsonne25 als Symbole des Samas, der Griffel26 (Nabu) sowie der
hockende Hund2^ als Symboltier der Gula bezeugt. Zumindest im letzten Falle
scheint es einen Bezug zwischen der dargestellten Gottheit und dem theophoren
Element im Namen der Richter zu geben.
In drei Fallen sind Teile einer Siegellegende erhalten. Wahrend die Spuren einmal
zu fragmentarisch sind, um eine sichere Lesung zu gestatten, konnen die beiden
anderen als Gebete an Nabu bzw. Tasmetu bestimmt werden, was gut zur abgebil-
deten Anbetungsszene paBt (s. Katalog).2^
Menschengestaltige Wesen mit zwei oder vier Fliigeln, offenbar im Kontext von
Kampfszenen, sind auf den Siegeln des Esagil-sadunu//Arad-Ea, Gimil-Gula//Ir'anni-
Marduk und Nabu-etir//Buraqu abgebildet. Ebenfalls als Teile von Kampfszenen sind
die Darstellungen von ausschreitenden bartigen Mannern mit erhobenem Arm auf den
18
Lediglich die beiden Siegel des Nabu-balassu-iqbi//Amelu zeigen ihn mit ausgestreckter
Hand, deren Handflache (Siegel 1, nach links blickend) bzw. Handrucken (Siegel 2, nach rechts
blickend) zum Betrachter weist.
19
Es kann sich nicht um einen zapfenformigen Gegenstand handeln.
20 Bel-etir//SIn-tabni.
91
Nabu-baIassu-iqbi//Amelu (Siegel 2), Nergal-banunu//Rab-bane, Nergal-ina-tese-etir//Rab-
bane.
99
Rimut-Bel//Misiraja, Musezib-Marduk//Hi-tillatu.
Nabu-etel-ilani//Adad-samme, Nergal-banunu//Rab-bane, Bel-zeri//Eppes-ili(?).
^ Nabu-iddin//Mudammiq-Adad.
25 Rimut-Gula//Esagilaja.
26 Marduk-suma-usur//Adad-samme (Typus des Doppelgriffels, vgl. OBO 87, 1987, 124; R1A 3,
1957-1973, 486 §5b, rechts).
27
Arad-Gula//Adad-samme, Rimut-Gula//Esagilaja.
2^ Beim Siegel des Bel-etir//Sin-tabni konnte man an ein na4KI$IB denken, allerdings scheinen
die Reste des zweiten Zeichens dies nicht zu stutzen. Die Legenden der Siegel von Marduk-sakin-
sumi//URU.DU-mansum und Nergal-banunu entsprechen dem von I.J. Gelb, Typology of
Mesopotamian Seal Inscriptions, BiMes 6, 1977, 107-126 unter Nr. XXVII beschriebenen Typ.
Direkte Parallelen lassen sich bei H. Limet, Les legendes des sceaux cassites, Brussel 1971, nicht
finden. Fur libur bzw. die Verbindung von libur mit lidis, limmir, lilabbir (fur eine Erganzung
ware auf unserem Siegel noch Platz) bezogen auf den Siegelinhaber, sdkin kunukki, siehe Nr. 7.1,
2, 4. Nicht klar ist unser Abstraktum NIG.X; eine Erganzung zu NIG.TUKU-iH wie in 7.3 scheint
der syntaktische Zusammenhang nicht zu gestatten, vielleicht ware NIG.SI.SA, angesichts der
Tatsache, daB es sich um ein Richtersiegel handelt, in Erwagung zu Ziehen? Zur vorgeschlagenen
Erganzung at-ta /«-[« rest] vgl. die Phrase lu resi ... atta-ma in zeitgleichen Konigsinschriften
(AHw s.v. resu lb).
Die Richter des Nabonid
567
Siegeln des Bel-ahhe-iddin//Nur-Sin, Marduk-sakin-sumi//Atkuppu und Musezib-
Bel//Eppes-ilI zu interpretieren. Die jeweiligen Gegenspieler sind nicht erhalten,
vermutlich handelt es sich urn Tiere oder Mischwesen.29 Die zuletzt genannten
beiden Fragmente konnten aber auch zu Szenen gehoren, wie sie das Siegel des
Nergal-usallim//Sigua zeigt, das dank der Haufigkeit der Belege besser rekonstruiert
werden kann. Es zeigt zwei mannliche Figuren, zwischen denen eine dritte mit
gefalteten Handen kniet oder hockt, deren Gesicht frontal zum Betrachter zeigt und
deren Haartracht in sechs Locken auslauft. Die anderen zwei Figuren halten sie von
beiden Seiten gepackt, die rechte setzt ihren FuB auf sie und holt zum Schlag aus.
Die linke Figur ist durch ihre Kleidung als hoherrangig ausgewiesen. Dieser
Szenentyp wurde von W.G. Lambert mit dem Gilgamesepos in Verbindung gebracht
und als Gilgames und Enkidu, die Huwawa toten, interpretiert.30 Rechts von dieser
Figurengruppe ist eine vierte Gestalt zu sehen, die mit ausgestrecktem Arm
ausschreitet oder ihren FuB auf etwas setzt. Wiederum ist das Gesicht dem Betrachter
zugewandt, von sechs Locken gerahmt und der Bart deutlich zu erkennen.
Ikonographisch diirfte sie damit der mittleren Figur entsprechen.31 Da sich der
AnschluB zum linken Rand der anderen Figurengruppe auf keiner der erhaltenen
Abrollungen findet, laBt sich nicht ermitteln, ob es sich ursprunglich um eine
Einzelfigur oder eine Figurengruppe gehandelt hat.
Die Richterkollegien
Haufig wird in der Einleitung von ProzeBurkunden konstatiert, der Klager habe
den Fall den Richtern des Konigs vorgebracht32. Kollegien von "Richtern des
Neriglissar" bzw. "Richtern des Nabonid" werden in Urkunden aus verschiedenen
Orten genannt.33 Babylon als Hauptstadt diirfte einen besonderen Stellenwert als
29 Vgl. die Beispiele bei D. Collon, First Impressions. Cylinder Seals in the Ancient Near
East, London 1987, Nr. 366-374. Fur das Nebeneinander von Belegen mit gefliigelten und
ungefliigelten anthropomorphen Gestalten in Kampfszenen mit Tieren vgl. F.A.M. Wiggermann,
Mischwesen, RIA 8/3-4, 1994, 241.
W.G. Lambert, Gilgamesh in Literature and Art: the Second and First Millennia, in: A.E.
Farkas - P.O. Harper - E.B. Harrison (Hrsg.), Monsters and Demons in the Ancient and Medieval
Worlds. Papers presented in Honor of Edith Porada, Mainz 1987. 37-52 und Tafeln VII-XI.
3* Diese Haltung entspricht der Darstellung der mittleren Figur auf neuassyrischen Siegeln, sie
findet sich z.B. auf den bei W.G. Lambert, Gilgamesh .... als Nr. 6-8 auf Tafel Vllf. abgebildeten
Siegeln. Bei Nr. 6 und 8 ist diese Kampfszene mit einer Anbetungsszene (Beter vor
Gottersymbolen) kombiniert.
32 BM 31797, Edinb. 69 (Neriglissar), BM 31672, 31676[(+)34392], 32023, 32174, Nbn 13,
356, 720, 1128, TBER 60, TCL 12, 86 und 122 (Nabonid).
33 Vor "Richtern des Neriglissar" (so Vs Z. 2) in Uruk wird ein Fall laut RA 12, 1915, 6f.,
verhandelt. Die Zeugenliste nennt nach der Einleitungsformel ina seme dini sudti zunachst den
Qipu von Eanna (ohne Filiation), dann zwei Richter (jeweils mit Vatersnamen), deren
Siegelstempel auch auf der Ruckseite der Tafel unten zu finden sind, den Tupsar-Eanna (ohne
Filiation) und vier weitere Zeugen ohne Funktionsbezeichnung. Die Richter sind nicht aus
Babylon-Urkunden der gleichen Zeit bekannt und die Tafel verkorpert auch hinsichtlich der
568
C. Wunsch
iibergeordnete Instanz gehabt haben, wie aus TBER 60 abzulesen ist: Hier bringen im
17. Jahr Nabonids zwei Beamte des Eanna-Tempels aus Uruk einen Fall in Babylon
vor, bei dem es um das Eigentumsrecht an einer Sklavin geht, die sowohl der Eanna-
Tempel als auch eine Privatperson fur sich reklamieren.
Nur aus Babylon ist eine ausreichende Menge von Belegen iiberliefert, anhand derer
die Zusammensetzung derartiger Kollegien uber einen gewissen Zeitraum, konkret
vom Beginn der Regierung Neriglissars bis zum Ende von Nabonids Herrschaft,
verfolgt werden kann. Sie werden von drei bis acht Richtern gebildet, denen
Sukkallu, Sakin-temi oder Sartennu als konigliche Beamte vorstehen konnen und
denen meist mehrere Gerichtsschreiber beigeordnet sind. Sie rekrutieren sich aus
einem sehr begrenzten Kreis von Personen (weshalb die Angabe des Ahnherren-
namens zu ihrer Identifizierung vollig ausreicht, aber nicht einmal notig ist) und
tragen Familiennamen, die auch in den Geschaftsurkunden der gleichen Zeit gut
bezeugt sind, womit allgemein bestatigt sein diirfte, was ohnehin zu vermuten war:
Die in okonomischer Hinsicht einfluBreichen Kreise hatten auch Zugang zu
entsprechend wichtigen Amtern. Nur in Ausnahmefallen begegnen uns allerdings die
als Richter bekannten Personen selbst in Geschaftsurkunden.34 Niemals sind zwei
Siegelung eine andere Tradition.
Bei AO 18897 mit Duplikat 18898 (TBER PI. 58f.) handelt es sich um ein ungesiegeltes und
ein gesiegeltes Exemplar einer ProzeBurkunde aus der Zeit des Nabonid (2. Jahr) aus Tapsuhu. Die
beteiligten Richter, die sonst unbekannt sind, werden in Z. 4f. als Richter des Nabonid, Konigs
von Babylon, bezeichnet. Die Einleitungsformel folgt dem auch in Babylon ublichen Schema, die
Richterliste jedoch nicht: Die ersten drei Richter werden nur mit Personen- und Vatersnamen
genannt, der vierte (und letzte) mit voller Filiation; es folgt der Schreiber mit voller Filiation.
Zwei der Siegel scheinen Stempelsiegel zu sein. Am Ende der Urkunde findet sich eine aramaische
Beischrift.
Ein Richterkollegium aus Borsippa aus dem Jahre 10 Nbn ist in der Urkunde Nr. 874 bei
F.M.Th. Bohl, Mededeelingen uit de Leidsche verzameling van spijkerschrift-inscripties. III.
Assyrische en Nieuw-Babylonische Oorkonden (1100-91 v. Chr.), Amsterdam 1934, 61-63, zu
finden. Die Urkunde unterscheidet sich in formalen Aspekten nicht von denen aus Babylon, die
Richter sind jedoch andere.
In der Urkunde Nbn 1113, in Bit-sar-Babili ausgestellt, ist ein Rechtsstreit dokumentiert, der
dem Sukkallu, den "GroBen" ('"GALm") und den Richtern des Nabonid vorgetragen wurde. Die
beiden in der Zeugenliste ohne Filiation genannten Richter Nergal-aha-usur und Suma-ukin und der
durch die Siegelbeischrift zu identifizierende Kizu Kiribtu erscheinen auch in TCL 12, 120 aus dem
17. Jahr Nabonids. ebenfalls aus Bit-sar-Babili, wo noch ein weiterer Kizu, Musezib-Bel, genannt
wird. In Nbn 738 (13. Jahr) aus Bab-nar-Samas erscheint der auch in Nbn 1113 genannte Sukkallu
neben dem Richter Suma-ukin. Damit diirfte auch Nbn 1113 aus Nabonids spaten Regierungsjahren
stammen (die Jahreszahl des Datums ist beschadigt, im Text wird ein Vorgang im 7. Jahr
Nabonids erwahnt). Die betreffenden Richter gehoren offensichtlich nicht dem uns bekannten
(Collegium von Babylon an. Bemerkenswert ist ferner der Umstand, daB in alien drei Fallen Itti-
Marduk-balatu, der Sohn des inzwischen verstorbenen Richters Nabu-ahhe-iddin//Egibi, in die
Angelegenheiten verwickelt ist. Bei TCL 12, 120 geht es z.B. um die Herausgabe eines
Depositums, das sein Vater (in seiner Funktion als Richter?) in Verwahrung genommen hatte. Es
geht aus der Urkunde nicht hervor, warum der Fall nicht den Richtern aus Babylon vorgelegt
worden ist.
Die Ausnahme bildet verstandlicherweise Nabu-ahhe-iddin//Egibi, aus dessen Archiv die
meisten Urkunden stammen durften. Sonst s. jeweils unter "weitere Belege" im Abschnitt "Die
Richter und ihre Siegel".
Die Richter des Nabonid
569
Mitglieder aus einer Familie gleichzeitig als Richter in einem Kollegium vertreten,
wohl aber in vier Fallen nacheinander:
Adad-samme:
Ahu-bani:
Amelu:
Arad-Ea:
Atkuppu:
Buraqu:
Egibi:
Eppes-ili:
Esagilaja:
Gahul-Marduk:
Ili-tillatu:
Ir'anni-Marduk:
Ir'anni:
Malahu:
Misiraja:
Mudammiq-Adad:
Nur-Sm:
Rab-bane:
Rab-sussi:
Rimut-GN(Ea/Marduk):
STn-tabni:
Sigua:
Sulmanu:
URU.DU-mansum:
Arad-Gula (0 Ngl)
Marduk-suma-usur (0 Nbn - 1+ Nbn)
Nabu-etel-ilani (13-17 Nbn)
Rimut-bel-ili (0 Ngl)
Nabu-balassu-iqbi (9-17 Nbn)
Esagil-sadunu (0-1+ Nbn)
Marduk-sakin-sumi (0 Ngl - 2 Nbn)
Nabu-etir (2-6 Nbn)
Nabu-ahhe-iddin (0-12 Nbn)
Bel-zeri (2-6 Nbn)
Musezib-Bel (13-17 Nbn)
Rimut-Gula (1+ Nbn)
Marduk-suma-iddin (14-17 Nbn)
Nabu-sumu-libur (13-14 Nbn)
Musezib-Marduk (0-3 Nbn)
Gimil-Gula (0 Ngl)
Nabu-suma-ukin (9-12 Nbn)
Balassu(17Nbn)
Rimut-Bel (13-17 Nbn)
Nabu-iddin (0 Ngl)
Bel-ahhe-iddin (9-13 Nbn)
Nergal-ina-tese-etir (0-1 Ngl)
Nergal-banunu (0-12 Nbn)
Bel-uballit (0-9 Nbn)
Bel-zeri (1 Ngl - 3 Nbn)
Bel-etir (9-12 Nbn)
Nergal-usallim (0-14 Nbn)
Nabu-zer-kitti-lisir (0-1+ Nbn)
Marduk-sakin-sumi (0-1 Ngl)
C. Wunsch
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Die Richter des Nabonid
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572
C. Wunsch
Wie stabil und hierarchisch geordnet die Kollegien waren, laBt sich aus der
beigefiigten Ubersicht entnehmen. Nur in einem Fall haben Richter einmal ihre
Position getauscht.35 Ob diese vom Alter oder Dienstalter in der Verwaltung abhing,
laBt sich nicht ermitteln. Aufsteiger innerhalb der Hierarchie scheint es nicht gegeben
zu haben. Neulinge beginnen - soweit das zu beurteilen ist - jeweils auf den letzten
Positionen und gelangen, relativ gesehen, nur nach oben, wenn ein Ranghoherer
stirbt oder ausscheidet. Es ist vorauszusetzen, daB alle Richter eine Schreiberaus-
bildung durchlaufen haben,36 wenngleich der Karriereweg zum Richter offenbar nicht
notwendigerweise iiber die Position des Gerichtsschreibers fiihrt.37
Es kann davon ausgegangen werden, daB die "Richter des Konigs" in irgendeiner
Form durch den Konig eingesetzt bzw. berufen wurden. Die Frage, wieviel
Entscheidungsspielraum der Konig bei ihrer Auswahl hatte und ob eine Abberufung
oder Suspendierung von Richtern aus politischen Griinden beim Machtwechsel oder
wahrend der Regierungszeit moglich war, laBt sich jedoch sehr schwer beant-
worten.3^ Aus den bisher bekannten Texten laBt sich eine erstaunliche personelle
Kontinuitat ablesen, zumal wir die zeitliche Verteilung der Texte beriicksichtigen
mussen: Fast die Halfte stammt aus nur vier Jahren vom 9. bis zum 12. Regierungs-
jahr Nabonids und vermittelt daher ein sehr einheitliches Bild, wahrend die fruhen und
35 Nergal-usallim//$igua und Bel-uballit//Rab-sussi zu Beginn von Nabonids Regierung. Bei
Marduk-sakin-sumi//Atkuppu und Nabu-etir//Buraqu kann man nicht von einem Tausch der Position
sprechen, da beide nur in Nbn 64 gemeinsam belegt sind. Fur die Einordnung Nabu-etirs in die
Tabelle war in erster Linie ausschlaggebend, in welchen Urkunden er bezeugt ist. Es ist nicht
auszuschlieBen, daB er auch schon zur Zeit Neriglissars eine hohere Position als Marduk-sakin-
sumi innehatte.
36 Nachweisen laBt sich dies nur fur Nergal-banunu (Nbn 13 und 1128, vgl. Anm. 8) und Nabu-
ahhe-iddin, der auch auBerhalb der Gerichtssphare als Schreiber von Urkunden bezeugt ist (vgl. die
Belege bei K. Tallqvist, Neubabylonisches Namenbuch zu den Geschaftsurkunden aus der Zeit des
Samassumukin bis Xerxes, Helsingfors 1906 (= Annales Academiae Scientiarum Fennicae 32/2).
Es sei ferner daran erinnert, daB entsprechend dem Wortlaut der ProzeBurkunden die Richter Tafeln
als Beweismaterial "verlesen" (sasu) bzw. "schreiben" (sataru) und "siegeln" (bardmu).
3^ Unter "Gerichtsschreiber" verstehe ich hier diejenigen, die als Schreiber der oben definierten
Richterurkunden (auBer Grundstiickskaufen und Verwandtem) in Erscheinung treten und in diesen
Urkunden (wie die Richter selbst) in der Regel nur mit Ahnherrennamen genannt sind. Es handelt
sich um Nadin//Pahharu, Nabu-suma-iskun//Rab-bane, Bel(Nabu)-kasir//Atkuppu und Bel-
iddin//Atu. Diese Schreiber haben offenbar niemals Siegel gebraucht. Anders verhalt es sich mit
einer Gruppe von Schreibern, die Grundstuckskaufvertrage und diesbeziigliche Gerichtsdokumente
ausgestellt und gesiegelt haben. Auch sie geben in der Regel keinen Vatersnamen an. Da diese
Urkunden aus Archiven verschiedener Familien aus Babylon stammen. konnen wir in diesen
Schreibern gewissermaBen amtliche Notare vermuten. Keiner von ihnen hat je als Richter fungiert
und es ist daher anzunehmen, daB beide Funktionsbereiche geschieden waren. Von unseren
Richtern ist nur in einem Falle die personliche Vorgeschichte bekannt: Zu den Anfangen der
Karriere des Nabu-ahhe-iddin//Egibi s. G. van Driel, JEOL 29. 1985-1986, 54f., wo die
Dokumente aus der Zeit Nebukadnezars und Neriglissars zusammengestellt sind, die ihn als
Schreiber von Urkunden zeigen, die in irgendeiner Form mit Rechtsstreitigkeiten zu tun haben,
ohne ProzeBurkunden als solche zu sein.
38 F. Joannes, Les consequences du retour de Nabonide. NABU 1992/90, hatte vermutet, die
massive Neunominierung von Richtern im 13. Jahr Nabonids widerspiegele eine Kaderreform
durch Nabonid nach seiner Riickkehr nach Babylon.
Die Richter des Nabonid
573
spaten Jahre sparlicher bezeugt sind. Aus Neriglissars Regierung sind iiberhaupt nur
drei Urkunden erhalten, aber von den acht Richtern, die in ihnen genannt werden, sind
immerhin zwei auch zur Zeit Nabonids tatig. Man muB auBerdem beriicksichtigen,
daB die Kollegien durchaus nicht immer in groBtmoglicher Besetzung agierten, also
nicht alle schon oder noch amtierenden Richter gemeinsam aufgefuhrt werden. Da die
Richter erst mit fortgeschrittenem Alter ihre Positionen iiberhaupt erlangt haben
diirften, sollten wir zudem nicht mit allzu langen Amtszeiten rechnen. Festzuhalten
ist auBerdem, daB ausgerechnet Nabu-ahhe-iddin//Egibi, von dem man zumindest
sagen muB, er habe in der Gunst Neriglissars gestanden,^^ mit Beginn der Regierung
Nabonids koniglicher Richter wird: Seine Karriere hat somit den Machtwechsel
unbeschadet uberstanden.
Im Jahre 13 Nbn hat es, wie von F. Joannes bereits konstatiert (s. oben Anm.
38) einen gewissen Umbruch gegeben, da vier Richter von da ab nicht mehr genannt
werden und stattdessen vier neue erstmals erscheinen. Die Situation war aber um das
Jahr 9 Nbn nicht viel anders, es scheint daher etwas voreilig, sie als gezielten
Austausch von Personen in Schliisselpositionen durch den Konig zu interpretieren.
Es diirfte sich eher um einen Generationswechsel handeln, denn zwei der Richter
(Nabu-ahhe-iddin und Nergal-banunu) sind nachweislich gestorben,4^ nur zwei
konnten also willkurlich ausgetauscht worden sein (falls sie nicht doch noch in Amt
und Wiirden und nur bei Ausstellung von Nbn 720 aus guten Griinden nicht
anwesend waren), wahrend zwei andere weiterhin im Amt bleiben, und zwar
ausgerechnet der Dienstalteste, Nergal-usallim, sowie Nabu-balassu-iqbi, der
moglicherweise noch bis zum 8. Regierungsjahr Cyrus' als Richter fungiert (s. im
folgenden). Der Eindruck des Umbruchs um das Jahr 13 Nbn ist auBerdem ein wenig
durch die Uberlieferungslage bedingt: Mit dem Tod des Nabu-ahhe-iddin versiegt
unsere beste Quelle.
Wiederum gibt es jedoch Grund, eine personelle Kontinuitat bei der Institution der
Richter des Konigs zu vermuten, selbst iiber das Ende des neubabylonischen Reiches
hinaus bis in die letzten Jahre der Herrschaft des Cyrus.41 Eine ProzeBurkunde42 aus
39 Zur "Neriglissar connection" zuletzt G. van Driel, JEOL 29, 1985-1986, 57-59.
^ Ihre Sonne erscheinen u.a. gemeinsam in Nbn 776 im Jahre 14 Nbn als Rechtsnachfolger.
Bereits F. Joannes hat in NABU 1992/90. mit Anm. 2. argumentiert, das Ausscheiden NabO-ahhe-
iddins sei mit dessen Tod zu erklaren. Zu korrigieren ist allerdings die Feststellung, er habe noch
im 13. Jahr beim ProzeB Nbn 720 als Richter gewirkt. Sein Sohn erscheint in diesem ProzeB
namlich als Partei, und zwar als Rechtsnachfolger seines Vaters. Schon dadurch ist die
Moglichkeit, der Vater konne als Richter amtiert haben, vbllig ausgeschlossen: Er kann nicht
Richter in eigener Sache gewesen sein. Somit ist weiterhin, A. Ungnad, AfO 14. 1941-1944, 60,
folgend, der Beginn des 13. Jahres als Nabu-ahhe-iddins Todesdatum zu betrachten. Der in der
Urkunde Nbn 720 erwahnte Richter ist Bel-ahhe-iddin//Nur-Sin (so bereits bei M. San Nicolb, in:
J. Friedrich - J.G. Lautner - J. Miles (Hrsg.) Symbolae ... Koschaker, 184 Anm. 24f. [nunmehr
durch Kollation bestatigt]).
41 Ebenfalls bereits bei F. Joannes, NABU 1992/90.
4^ Es handelt sich um Cyr 312, einen Rechtsstreit um die Gultigkeit einer ohne Bciscin des
Vaters ausgestellten Eheurkunde.
574
C. Wunsch
dem 8. Jahr dieses Herrschers nennt nach Sartennu, Sakin-temi und Sukkallu sechs
"Richter des Cyrus", ohne allerdings den Ahnherrennamen anzugeben. Nach einem
gewissen Nabu-apla-iddin (sonst unbekannt) folgt Nabu-balassu-iqbi, dann kommen
mit Kabti-<ili>-Marduk und Nabu-usallim zwei weitere Unbekannte vor Rlmut-Bel
und Nabu-etel-ilani. Drei Namen von Richtern aus dem letzten Jahr Nabonids hier in
richtiger Rangfolge wiederzufinden kann schwerlich Zufall sein. Erklarungsbediirftig
bleibt freilich, warum die anderen drei vor b/w. zwischen ihnen positioniert sind.
Zumindest Nabu-apla-iddins Spitzenposition stellt einen Sprung in der Hierarchie dar.
Die Richter des Nabonid
575
Die Richter und ihre Siegel
Arad-Gula, Familie Adad-Samme
Siegel:
Bartiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach rechts blickend, vor einem Sym -
bolsockel mit hockendem Hund. Zeichnung: 5R 67, I.
Belege:
5R 67,1 ONgl (R5) mit Siegel und Beischrift.
Balassu, Familie Malahu
Siegel: nicht bekannt.
Belege:
BM 42040 [x Nbn] (R6?) Siegel und Beischrift weggebrochen, in der Rich-
terliste ist mBa-lat-[su ...] zu lesen.
TBER60 17 Nbn (R6) Tafel ist ungesiegelt, Beischrift erhalten.
Bel-ahhe-iddin, Familie Nur-Sin
Siegel:
Bartige menschliche Gestalt mit erhobenen Armen als Teil einer Kampfszene.
Foto: L. Delaporte, Catalogue des cylindres, cachets et pierres gravies [de
style oriental] du Musee du Louvre, Paris 1920, pi. 120, A 776. Abb. la, 2.
von rechts.
Belege:
BM 31546 [9+x Nbn] (R5)
BM 33056 [9] Nbn (R5)
BM 32166 [x Nbn] (R5)
BM 31961 [9 Nbn] (R4)
Nbn 355 Nbn 356 9 Nbn 9 Nbn (R3) (R4)
BM 32023 [11 Nbn] (R4)
Nbn 495 BM 34196 [11+] Nbn 12 Nbn (R4) (R5)
Nbn 608 BM 79049 TCL 12, 122 Nbn 720 12 Nbn 12 Nbn 12 Nbn 13 Nbn (R3) (R5) (R5) (R2)
BM 40263 [x Nbn] (R2)
Siegel und Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
Siegel weggebrochen, Name in der Beischrift
teilweise erhalten, in der Richterliste wegge-
brochen.
Siegel und Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
Tafel ist vermutlich ungesiegelt (Rander nicht
erhalten), Name in der Richterliste teilweise
erhalten.
Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
beide Exemplare sind ungesiegelt, aber BM 41459
mit Beischriften: Name weggebrochen, in der
Richterliste erhalten.
mit Siegel, Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
mit Siegel und Beischrift.
Tafelrander weggebrochen, Name in der Rich-
terliste erhalten.
Tafel ist ungesiegelt.
mit Siegel und Beischrift.
mit Siegel und Beischrift.
mit Siegel, Name in der Beischrift weggebrochen,
in der Richterliste teilweise erhalten.
Siegel und Beischrift weggebrochen, Ahnherren-
name in der Richterliste erhalten.
576 C. Wunsch
Weitere Belege:
Ein Verwandtschaftsverhaltnis zwischen diesem Richter und dem Geschaftsmann Iddin-
Marduk/Iqisaja/Nur-Stn, dessen Tochter mit dem Sohn des Richters Nabu-ahhe-iddin//Egibi
verheiratet war, laBt sich nicht nachweisen. Der bei K. Tallqvist, Namenbuch aufgefiihrte Itti-
Marduk-balatu/Bel-ahhe-iddin/Nur-Sin konnte eventuell ein Sohn unseres Richters gewesen sein:
Camb 193 (3 Camb) dokumentiert die Mitgift seiner Tochter; Camb 432 (x Camb) erwahnt ihn als
Nachbar bei einem Hauskauf in Kutha.
Bel-etir, Familie Stn-tabni
Sicgcl:
Bartiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach rechts blickend,
vor einem Altar mit Mondsichel und vor einem Lowenstab
Siegelinschrift (nur Zeichenspuren der ersten Zeile, nicht lesbar).
Foto: L. Delaporte, Catalogue A 776, Abb. la, 3. von rechts.
BM 31546 [9+x Nbn] (R6) mit Siegel, Beischrift weggebrochen, Name in der Richterliste erhalten.
MM 363b fx Nbn) (R4+) mit Siegel und Beischrift.
BM 33056 [91 Nbn (R6) mit Siegel, Beischrift weggebrochen, Name in der Richterliste weggebrochen, Identitat durch Position und Siegel erschlossen.
BM 32166 [x Nbn] [R6] Siegel und Beischrift weggebrochen, Name in der Richterliste nicht erhalten, aber durch Position zu erschlieBen, da ein Richtername zwischen Bel-ahhe-iddin und Nabu-balassu-iqbi gestanden hat.
BM 31961 [9 Nbn] (R5) Tafel ist vermutlich ungesiegelt (Rander nicht erhalten), Name in der Richterliste teilweise erhalten.
Nbn 355 9 Nbn (R4) Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
Nbn 356 9 Nbn (R5) beide Exemplare sind ungesiegelt, aber BM 41459 mit Beischrift.
BM 32023 [11 Nbn] (R5) mit Siegel und Beischrift.
Nbn 495 [11+] Nbn (R5) mit Siegel und Beischrift.
BM 34196 12 Nbn (R6) Tafelrander weggebrochen, Name in der Richterliste erhalten.
Nbn 608 12 Nbn (R4) Tafel ist ungesiegelt.
TCL 12, 122 12 Nbn (R6) mit Siegel und Beischrift.
Nbn 668 12 Nbn (R4) Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
Bel-uballit, Familie Rab-§u§§i
Siegel:
Bartiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach rechts blickend,
vor einem Altar mit Mondsichel.
Belege:
Nbn 13
Nbn 1128
Nbn 64
BM 32174
ONbn
1+Nbn
2 Nbn
2+x Nbn
BM 34392+ 3 Nbn
(R5)
(R5)
(R5)
(R4)
(R5)
AJSL 27, 216 [xNbn?] (R4)
mit Siegel und Beischrift.
mit Siegel und Beischrift.
mit Siegel und Beischrift.
Siegel und Beischrift weggebrochen. Name in der
Richterliste erhalten.
Tafel ist ungesiegelt, aber Zeichenspuren der Bei-
schrift erhalten, Name in der Richterliste erhalten.
Tafel ist ungesiegelt.
Die Richter des Nabonid
577
TCL 12, 86 6Nbn
(R3) Tafel ist ungesiegelt.
BM 31546 [9+x Nbn] (R2) mit Siegel, Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
[x Nbn] (R3) Siegel weggebrochen, Beischrift erhalten.
[9] Nbn (R2) Siegel und Beischrift weggebrochen, Ahnherren-
name in der Richterliste teilweise erhalten.
mit Siegel und Beischrift.
BM 32157(+)
BM 33056
BM 32166 [xNbn] (R2)
Bel-zeri, Familie EppeS-ili
Siegel:
Bartiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach rechts blickend, vor Altaren
mit Mondsichel und achtzackigem Stern. Die Identifizierung dieses nur auf
dem Fragment BM 34432 erhaltenen Siegels ais das des Bel-zeri basiert auf
der Erwahnung des Namens in der Richterliste und der dadurch gegebenen
Position sowie der Tatsache, daB es sich nicht um das Siegel der vor und nach
ihm genannten Richter handeln kann, da diese bekannt sind und anders
aussehen.
Belege:
Nbn 64
2 Nbn
(R6)
BM 32174 2+xNbn (R5)
BM 34392+ 3 Nbn (R6)
AJSL 27, 216 [xNbn?] (R5)
BM 31681 5 Nbn (R?)
TCL 12, 86 6 Nbn (R4)
BM32157(+) [xNbn] (R4)
Siegel und Beischrift weggebrochen. Name in der
Richterliste erhalten.
Siegel und Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
Tafel ist ungesiegelt, aber Name in der Beischrift
erhalten, in der Richterliste weggebrochen.
Tafel ist ungesiegelt.
unklar, ob die Tafel gesiegelt war. Name in der
Beischrift erhalten, in der Richterliste
weggebrochen.
Tafel ist ungesiegelt.
mit Siegel, aber Name in der Beischrift wegge-
brochen, Ahnherrenname in der Richterliste teil-
weise erhalten.
Bel-zeri, Familie Rimut-GN (Ea bzw. Marduk)
Siegel:
Kahlkopfiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach rechts blickend,
vor Altar mit Mondsichel.
Belege:
Edinb. 69 1 Ngl
BM 34392+ 3 Nbn
(R3)
BM 32174 2+xNbn (R2)
(R2)
AJSL 27, 216 [xNbn?] (R2)
Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift [als
Ahnherrenname wird in der Richterliste Rimut-
Ea(BE) angegeben].
mit Siegel und Beischrift. Der Ahnherrenname in
der Richterliste ist weggebrochen; aufgrund der
Position ist eindeutig, daB es sich nur um Bel-zeri
aus der Familie Rimut-GN handeln kann.
Tafel ist ungesiegelt, Beischrift weggebrochen
[als Ahnherrenname wird in der Richterliste
Rimut-Marduk(SU) angegeben].
Tafel ist ungesiegelt.
578
C. Wunsch
Esagil-sadflnu, Familie Arad-Ea
Siegel:
Kampfszene mit zwei menschenkopfigen bartigen Gestalten mit vier
bzw. zwei Flugeln.
Belege:
Nbn 13
Nbn 1128
0 Nbn (Rl) mit Siegel und Beischrift.
1+Nbn (Rl) Tafel ist gesiegelt, aber dieses Siegel nicht
abgerollt, mit Beischrift.
Gimil-Gula, Familie Ir'anni-Marduk
Siegel:
Menschenkopfige bartige Gestalt mit vier Flugeln als Teil einer Kampfszene.
Zeichnung: 5R 67, 1.
Belege:
5R 67,1
ONgl
(R6) mit Siegel und Beischrift.
Marduk-§akin-§umi, Familie Atkuppu
Siegel:
Bartige Figur mit erhobenem Arm als Teil einer Kampfszene.
Zeichnung: 5R 67, 1.
Belege:
5R 67,1
Nbn 64
0 Ngl (R3) mit Siegel und Beischrift.
2 Nbn (R2) mit Siegel, Name in der Beischrift weggebrochen.
Marduk-§akin-§umi, Familie URU.DU-mansum
Siegel:
Bartiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach rechts blickend, vor
Altar mit Mondsichel sowie Lampe iiber einem Vogel. Mindestens
drei Zeilen Siegelinschrift: ^PAii-sur Z[I-r/] II ina u^-me dan-n[a-tim]
Wat-ta lu-[ii re-si (?)] "O Nabu, schiitze [mein] Le[ben], in den Tagen
der No[t] sei du [mein Helfer(?)]".
Zeichnung: 5R 67, 1.
St
m
n
Belege:
BM 31797
5R 67,1
Edinb. 69
BM 113908
ONgl (Rl) Tafel ist ungesiegelt.
0 Ngl (R4) mit Siegel und Beischrift.
1 Ngl (R2) Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
[x Ngl] (R2) mit Siegel und Beischrift.
Weitere Belege:
Die Tochter dieses Richters ist in BM 48562 (Fragment einer ProzeBurkunde?) sowie in BM
48712 (unpubliziertes Fragment, Datum nicht erhalten) als Kauferin eines Grundstiickes bezeugt.
Der Ahnherrenname wird dort mdURU.DU-man.sum geschrieben. Wie dieser Name tatsachlich zu
lesen ist, laBt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. In 5R 44 ii: 16 wird mdURU.DU-ma.an.sum
zwar als mdPA+TUG- sum.na erklart (Hinweis W.G. Lambert), daraus ist aber nicht unbedingt zu
schlieBen, er sei Nusku-iddin(am) gesprochen worden. An gleicher Stelle in iii: 53 wird z.B. der
NamemdE4.GI7-ba.ti.la, der normalerweise zu Egibi verkiirzt und auch so gesprochen wird (vgl. die
Varianten e-gi/gi-bi) mit md30-ta-qi'-M-lib-lut geglichen.
Marduk-§uma-iddin, Familie Esagilaja
Siegel:
Bartiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach rechts blickend.
Die Richter des Nabonid
579
Belege:
Nbn776 14 Nbn (R5) mit Siegel und Beischrift.
BM 42040 [x Nbn] (R5+) Siegel und Beischrift weggebrochen, in der Rich-
terliste ist m^Mard[uk-...] zu lesen.
TBER 60 17 Nbn (R5) Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
Weitere Belege:
Ein gewisser Marduk-suma-iddin/Sapik-zeri/Sagilaja, der mit unserem Richter identisch sein diirfte,
vermietet laut Nbn 261 im Jahre 7 Nbn ein Haus an Nabu-usallim/Inija, einen fruheren Cfe-
schaftspartner Iddin-Marduks (dessen Tochter mit dem Sohn des Richters Nabu-ahhe-iddin//Egibi
verheiratet ist).
I)
Marduk-suma-usur, Familie Adad-samme
Siegel:
Bartiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach rechts blickend, vor V }\\
stilisiertem Griffel. ^jf|
Belege:
Nbn 13 0 Nbn (R2) mit Siegel, Beischrift weggebrochen.
Nbn 1128 1+ Nbn (R2) Tafel ist gesiegelt, aber dieses Siegel nicht abge-
rollt, mit Beischrift.
Musezib-Bel, Familie Eppes-ili
Siegel:
Bartige Figur, nach rechts blickend und ausschreitend, als Teil einer Kampfszene.
Belege:
Nbn 720 13 Nbn (R5) mit Siegel, Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
BM 41785 17 Nbn (R?) mit Spuren des Siegels und Beischrift (rRd oben,
d.h. etwa auf 4. Position).
TBER 60 17 Nbn (R2) Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
Mu§ezib-Marduk, Familie Ili-tillatu
Siegel:
Bartiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach rechts blickend, vor Altaren
mit Mondsichel und Blitzbiindel.
Belege:
Nbn 13
Nbn 16
Nbn 1128
Nbn 64
Nabfi-ahhe-iddin, Familie Egibi
Siegel:
Bartiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach rechts blickend,
vor Altar mit Mondsichel.
Belege:
Nbn 16 0 Nbn (R4) Tafel ist ungesiegelt.
Nbn 1128 1+ Nbn (S2) mit Siegel und Beischrift.
0 Nbn (R3) mit Siegel und Beischrift. 1 \r
ONbn (Rl) Tafel ist ungesiegelt.
1+Nbn (R3) mit Siegel und Beischrift.
2 Nbn (R3) mit Siegel und Beischrift.
3 Nbn (R3) Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
580
C. Wunsch
BM 32174 2+xNbn (R7)
BM 34392+
TCL 12, 86
MM 363b
Nbn 356
BM 32023
BM 34196
BM 79049
TCL 12, 122
Nbn 668
BM 32846
Nbn 64 2 Nbn (R8) Spuren des Siegels mit Beischrift auf uRd, Name
in der Richterliste erhalten.
Siegel und Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
3 Nbn (R8) Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
6 Nbn (R6) Tafel ist ungesiegelt.
(x Nbn) (R2+) mit Siegel und Beischrift.
9 Nbn (R2) beide Exemplare ungesiegelt, aber BM 41459 mit
Beischriften: Name weggebrochen, in der
Richterliste erhalten.
[11 Nbn] (R2) mit Siegel und Beischrift.
12 Nbn (R3) Tafelrander weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
12 Nbn (R3) mit Siegel und Beischrift.
12 Nbn (R3) Siegel und Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
12 Nbn (R2) Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
[x Nbn] (R2+) Siegel weggebrochen, Beischrift teilweise erhalten
[Die Zeichenspuren passen zwar auch zu Bel-ahhe-
iddin/Nur-Sin, aber dieser ist nie direkt nach
Nergal-banunu bezeugt].
Weitere Belege:
In der Urkunde Moldenke I 23 wird Nabu-ahhe-iddin als Schuldner als "Richter" bezeichnet. Siehe
auch unter Nabu-balassu-iqbi//Amelu.
Nabu-ahhe-iddin ist der Vertreter der zweiten Generation einer gut dokumentierten Linie der
Familie Egibi. Zu seiner Zeit erfolgte der wirtschaftliche und gesellschaftliche Aufstieg dieses
Familienzweiges. Eine Zusammenstellung der vor 1970 publizierten Urkunden Nabu-ahhe-iddins in
Regestenform findet sich bei J. Krecher, Das Geschaftshaus Egibi in Babylon in
neubabylonischer und achamenidischer Zeit, Habilitationsschrift, Munster/W. 1970. Nabu-ahhe-
iddins Karriere als Geschaftsmann wird von G. van Driel, The Rise of the House of Egibi. Nabu-
ahhe-iddina, JEOL 29, 1985-1986, 50-67, behandelt, seine Karriere als Richter auf S. 54-57. Zu
den Grundstucksgeschaften s. C. Wunsch. CM 20.
Nabfl-balassu-iqbi, Familie Amelfl
Siegel 1:
Kahlkopfiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach links blickend, vor
frei schwebender Mondsichel.
Siegel 2:
Kahlkopfiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach rechts blickend, vor
Altaren mit Mondsichel und Widderstab.
Belege:
BM 31546
MM 363b
BM 33056
BM 32166
[9+x Nbn] (R7) mit Siegel 1 und Beischrift.
(x Nbn) (R5+) mit Siegel 1 und Beischrift.
[9] Nbn (R7) mit Siegel 1 und Beischrift.
[x Nbn] (R7) Siegel und Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
Tafel ist vermutlich ungesiegelt (Rander nicht er-
halten), Name in der Richterliste teilweise
erhalten.
9 Nbn (R5) Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
9 Nbn (R6) beide Exemplare sind ungesiegelt, aber BM 41459
mit Beischrift.
BM 31961 [9 Nbn] (R6)
Nbn 355
Nbn 356
Die Richter des Nabonid
581
mit Siegel 1 und Beischrift.
Siegel und Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
Tafelrander weggebrochen, Zeichenspuren des Na-
mens in der Richterliste erhalten, durch Position
nach Bel-etir erschlossen.
mit Siegel 2 und Beischrift.
mit Siegel (stark zerstort) und Beischrift.
Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
mit Siegel 2 und Beischrift.
Siegel und Beischrift weggebrochen, Ahnherren-
name in der Richterliste erhalten.
mit Siegel 2 und Beischrift (lRd, wohl 2. von
oben).
mit Siegel 2, Spuren des Namens in der Beischrift
erhalten (rRd, erster oder zweiter von unten, d.h.
auf vorletzter oder letzter Position).
Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
Tafel ist ungesiegelt; ohne Filiation in der Rich-
terliste nach einem sonst nicht bezeugten Richter
Nabu-apla-iddin genannt, vermutlich mit dem
gleichnamigen Richter des Nabonid identisch.
Weitere Belege:
Nabu-balassu-iqbi (Sohn des Dajjan-Marduk) erscheint gemeinsam mit zwei anderen Richtern,
(Nergal)-banunu und Nabu-ahhe-iddin, in Nbn 608 (einem nicht klassifizierbaren Vertrag, ein Boot
betreffend). Da die drei Manner ausdrucklich im Vertragstext als "Richter" bezeichnet werden und
die Urkunde von vier ihrer Richterkollegen bezeugt wird. sind Zweifel angebracht, ob es sich urn
eine rein private Angelegenheit handelt. In den gleichen Kontext gehoren auch Nbn 536, wo die
drei, diesmal nur durch den Vatersnamen identifiziert, einen Kaufpreisanteil fur ein Boot
auszahlen, und Nbn 776, wo Nabu-balassu-iqbi und die Sonne der beiden anderen die Ge-
schaftsverbindung auflosen.
BM 32023 [11 Nbn] (R6)
Nbn 495 [11+] Nbn (R6)
BM 34196 12 Nbn (R7)
BM 79049 12 Nbn
TCL 12, 122 12 Nbn (R7)
Nbn 668 12 Nbn
Nbn 720 13 Nbn (R3)
BM 40263 [x Nbn] (R3)
BM 42040 [x Nbn] (R1+)
BM 32431 [x Nbn] (R?)
TBER 60
Cyr312
17 Nbn
8 Cyr
(Rl)
(R2)
Nabfl-etel-ilani, Familie Adad-SammS
Siegel:
Bartiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach rechts blickend, vor
Altaren mit Mondsichel und achtzackigem Stern.
Belege:
Nbn 720 13 Nbn (R7) mit Siegel und Beischrift.
Nbn 776 14 Nbn (R4) mit Siegel und Beischrift.
TBER 60 17 Nbn (R4) Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
Cyr 312 8 Cyr (R6) Tafel ist ungesiegelt; ohne Filiation in der Rich-
terliste genannt, vermutlich mit dem gleichnami-
gen Richter des Nabonid identisch.
Nabfl-ejir, Familie Buraqu
Siegel:
Menschenkbpfige bartige Gestalt mit vier Fliigeln, nach links blickend.
Belege:
Nbn 64 2 Nbn
BM 32174 2+xNbn
BM 34392+ 3 Nbn
AJSL27, 216 [xNbn?]
(Rl) mit Siegel, Beischrift weggebrochen.
(Rl) mit Siegel und Beischrift.
(Rl) Tafel ist ungesiegelt, Beischrift weggebrochen.
(Rl) Tafel ist ungesiegelt.
582
C. Wunsch
TCL 12, 86 6Nbn (Rl) Tafel ist ungesiegelt.
BM 32157(+) [x Nbn] (Rl) Siegel und Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste teilweise erhalten.
Nabfl-iddin, Familie Mudammiq-Adad
Siegel:
Bartiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach links blickend, vor Altaren
mit Mondsichel und Sonnenscheibe. Zeichnung: 5R 67, 1.
Belege:
BM 31797 ONgl (R2) Tafel ist ungesiegelt.
5R67,1 ONgl (R7) mit Siegel und Beischrift.
Weitere Belege:
Nabfl-iddin, Sohn des Eriba-[...], wird als erster Zeuge in der Urkunde BM 32184 (C. Wunsch, CM
20, Nr. 7, Jahr 2 Ngl) genannt, die einen direkten Bezug zu 5R 67,1 aufweist.
Nabfl-Sumu-libur, Familie Gahul-Marduk
Siegel:
Bartiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach rechts blickend, vor Altar mit
Mondsichel.
Belege:
Nbn 720 13 Nbn (R4) Siegel weggebrochen, Name in der Beischrift und
der Richterliste erhalten.
BM 37323 13 Nbn (R?) Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift (oRd
links). In der Richterliste konnte, auf etwa
viertletzter Position stehend, der Name md'Nabu-
sumu1-[...] zu lesen sein.
BM 40263 [x Nbn] (R4) Siegel und Beischrift weggebrochen, Spuren des
Ahnherrennamens in der Richterliste erhalten.
Nbn 776 14 Nbn (R2) mit Siegel und Beischrift.
Nabfl-§uma-ukin, Familie Ir'anni
Siegel:
Kahlkopfiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach rechts blickend. Foto: L.
Delaporte, Catalogue A 776, Abb. la, 1. von rechts.
Belege:
BM 31546 [9+x Nbn] (R4) Siegel und Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
MM 363b (x Nbn) (R3+) mit Siegel und Beischrift.
BM 33056 [9] Nbn (R4) Siegel und Beischrift weggebrochen, Zeichenspu-
ren des Ahnherrennamens in der Richterliste er-
halten.
BM 31961 [9 Nbn] (R3) Tafel ist vermutlich ungesiegelt (Rander nicht er-
halten), Name in der Richterliste teilweise
erhalten.
Nbn 355 9 Nbn (R2) Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
Nbn 356 9 Nbn (R3) beide Exemplare ungesiegelt, aber BM 41459 mit
Beischriften: Name weggebrochen, in der
Richterliste erhalten.
BM 32023 [11 Nbn] (R3) mit Siegel und Beischrift.
Die Richter des Nabonid
583
Nbn 49S N 1+1 Nhn fR31
BM 34196 12 Nbn (R4)
Nhn 608 1^1 U1I uuo
BM 79049 12 Nbn (R4)
TCL 12, 122 12 Nbn (R4)
Nbn 668 12 Nbn (R3)
BM 32166 [x Nbn] (R4)
Siegel und Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
Tafelrander weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
Tafel ist ungesiegelt.
mit Siegel und Beischrift.
mit Siegel, Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
Siegel und Beischrift weggebrochen, Spuren des
Namens in der Richterliste erhalten (er konnte
zwar auch zu Nabu-ahhe-iddin erganzt werden, da
es sich abcr um einen Grundstiickskaufvertrag
handelt, diirfte dieser vermutlich Interesse an der
Angelegenheit gehabt haben und damit ausschei-
den).
Nabfl-zer-kitti-liSir, Famille Sulmanu
Siegel:
Bartiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach rechts blickend, vor frei
schwebender Mondsichel.
Belege:
Nbn 13
Nbn 1128
0 Nbn (R4) mit Siegel und Beischrift.
1+ Nbn (R4) Tafel ist gesiegelt, aber dieses Siegel nicht abge-
rollt, mit Beischrift.
Nergal-banunu, Famille Rab-bane
Siegel:
Kahlkopfiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach rechts blickend,
vor frei schwebender Mondsichel, Widderstab und siebenzackigem
Stern. Mindestens drei Zeilen Siegelinschrift: dTas-me-tum II (...) II
i-na Nl'G.x [...](?) II li-bur [...] "O TaSmetu,[ (...)], in [...]keit moge
er stetig/fest sein [...]!"
Foto: L. Delaporte, Catalogue .... A 776, Abb. lb, 2. von links.
Belege:
Nbn 13 ONbn (S) mit Siegel und Beischrift.
Nbn 16 ONbn (R3) Tafel ist ungesiegelt.
Nbn 1128 1+Nbn (SI) mit Siegel und Beischrift.
Nbn 64 2 Nbn (R7) Siegel und Beischrift weggebrochen, Name in der Richterliste erhalten.
BM 32174 2+x Nbn (R6) Siegel und Beischrift weggebrochen, Name in der Richterliste erhalten.
BM 34392+ 3 Nbn (R7) Tafel ist ungesiegelt, aber Beischrift erhalten. Name in der Richterliste erhalten.
AJSL 27, 216 [x Nbn?] (R6) Tafel ist ungesiegelt.
BM 31681 5 Nbn (R?) Tafel ist ungesiegelt, Beischrift weggebrochen, Ahnherrenname in der Richterliste erhalten, vermutlich auf letzter Position.
TCL 12, 86 6 Nbn (R5) Tafel ist ungesiegelt.
BM 31546 [9+x Nbn] (R3) mit Siegel und Beischrift.
MM 363b (x Nbn) (R1+) Siegel weggebrochen, aber Beischrift erhalten.
584
C. Wunsch
Siegel und Beischrift weggebrochen, ein Keil des
Ahnherrennamens in der Richterliste erhalten.
Siegel und Beischrift weggebrochen, Ahnherren-
name in der Richterliste teilweise erhalten.
Siegel weggebrochen, Name in Beischrift und
Richterliste erhalten.
Tafel ist vermutlich ungesiegelt (Rander nicht er-
halten), Spuren des Namens in der Richterliste
erhalten.
beide Exemplare ungesiegelt, aber BM 41459 mit
Beischriften: Name weggebrochen, in der
Richterliste erhalten.
mit Siegel, Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
mit Siegel und Beischrift.
Tafelrander weggebrochen, Name in der Rich-
terliste erhalten.
mit Siegel und Beischrift.
mit Siegel und Beischrift.
mit Siegel und Beischrift.
Weitere Belege:
Siehe unter Nabu-balassu-iqbi//AmelG. Nergal-banGnu/Sillaja/Rab-bane ist auch auBerhalb der
Gerichtssphare als Partner des Richters Nabu-ahhe-iddin//Egibi bezeugt. In OECT 10. 110
erscheint er, als Richter ausgewiesen, als erster Zeuge bei einer Geschaftsabrechnung Nabu-ahhe-
iddins. Laut Nbn 132 (mit Kaufvertrag Nbn 116) und BM 32163+ (+) 32201 kaufen"sie
gemeinsam Grundstiicke (spater in Nbn 760 nochmals erwahnt); die Angelegenheit wird in C.
Wunsch, CM 20, Bd. 1, 82-93 ausfuhrlich behandelt.
BM 32157(+) [x Nbn] (R5)
BM 33056 |9J Nbn (R3)
BM 32166 [x Nbn] (R3)
BM 31961 [9 Nbn] (R2)
Nbn 356 9 Nbn (Rl)
BM 32023 [11 Nbn] (Rl)
Nbn 495 BM 34196 [11+] Nbn 12 Nbn (R2) (R2)
BM 79049 12 Nbn
TCL 12, 122 12 Nbn
BM 32846 [x Nbn]
(R2)
(R2)
(R1+)
Nergal-ina-te§S-etir, Familie Rab-bane
Siegel:
Kahlkopfiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach links blickend, vor
Altaren mit Mondsichel und Widderstab. Zeichnung: 5R 67, 1.
Belege:
5R 67,1
Edinb. 69
ONgl (R2) mit Siegel und Beischrift.
1 Ngl (Rl) Tafel ist ungesiegelt.
Nergal-uSallim, Familie Sigfla
Siegel:
Kampfszene: Gilgames und Enkidu iiberwaltigen Huwawa;
vierte Figur.
Foto: L. Delaporte, Catalogue A 776, Abb. lb, links.
Belege:
Nbn 13
Nbn 16
Nbn 1128
Nbn 64
BM 32174
BM 34392+
AJSL 27, 216
TCL 12, 86
BM 31546
0 Nbn (R6) mit Siegel und Beischrift.
0 Nbn (R2) Tafel ist ungesiegelt.
1 + Nbn (R6) mit Siegel und Beischrift.
2 Nbn (R4) mit Siegel und Beischrift.
2+x Nbn (R3) Siegel weggebrochen, Teil der Beischrift erhalten.
3 Nbn (R4) Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
[x Nbn?] (R3) Tafel ist ungesiegelt.
6 Nbn (R2) Tafel ist ungesiegelt.
[9+x Nbn] (Rl) Siegel und Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
Die Richter des Nabonid
585
BM 3215 /(+) [x JNonJ (K2)
BM 33056 [9] Nbn (Rl)
BM 32166 [x Nbn] (Rl)
BM 31961 [9 Nbn] (Rl)
Nbn 355
Nbn 495
9 Nbn
[11+] Nbn
BM 34196 12 Nbn
Nbn 608
BM 79049
TCL 12, 122
Nbn 668
Nbn 720
BM 37323
12 Nbn
12 Nbn
12 Nbn
12 Nbn
13 Nbn
13 Nbn
BM 40263 [xNbn] (Rl)
Nbn 776
14 Nbn
mit Siegel, Beischrift weggebrochen, Ahnherren-
name in der Richterliste erhalten.
Siegel und Beischrift weggebrochen, Ahnherren-
name in der Richterliste erhalten.
mit Siegel, Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
Tafel ist vermutlich ungesiegelt (Rander nicht er-
halten), Name in der Richterliste teilweise
erhalten.
Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
mit Siegel, Beischrift weggebrochen, Ahnherren-
name in der Richterliste teilweise erhalten.
Tafelrander weggebrochen, Name in der Rich-
terliste erhalten.
Tafel ist ungesiegelt. Name wird in der Richter-
liste mit Vaters- und Ahnherrennamen angegeben
(offensichtlich Formularfehler).
mit Siegel, Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste erhalten.
mit Siegel und Beischrift.
Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
mit Siegel, Beischrift weggebrochen, Name in der
Richterliste teilweise erhalten.
(Rl?) Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift, Name
nicht in der Richterliste erhalten [Problem: Die
Beischrift befindet sich auf dem linken Rand
oben, was fiir Position 1 korrekt ware, steht aber
Kopf und es fehlt luDI.KUs. In Schriftrichtung
dariiber sind Reste eines ^DI.KUs zu erkennen.
Es ist daher nicht eindeutig klar, auf welcher Po-
sition sich Nergal-usallim befindet].
Siegel und Beischrift weggebrochen, Ahnherren-
name in der Richterliste erhalten.
mit Siegel und Beischrift.
(Rl)
(Rl)
(Rl)
(Rl)
(Rl)
(Rl)
(Rl)
(Rl)
(Rl)
Weitere Belege:
Nergal-usallim war laut Nbn 608 der Sohn eines Sakin-sumi (kollationiert). Laut K. Tallqvist,
Namenbuch kdnnte ein Bruder in Ngl 1 Biirge gewesen sein, zwei Sonne sind als Zeugen belegt
[s.v. Nabu-suma-ukin und Rimut]. Belege fiir die Geschaftstatigkeit des Nergal-usallim gibt es
nicht.
Rimut-Bel, Familie Misiraja
Siegel:
Biirtiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach rechts blickend. vor Altaren
mit Mondsichel und Blitzbiindel.
Belege:
Nbn 720
BM 37323
Nbn 776
13 Nbn
13 Nbn
14 Nbn
(R6)
(R?)
(R3)
mit Siegel und Beischrift.
Tafel ist ungesiegelt, Beischrift nicht erhalten. In
der Richterliste konnte, auf letzter oder vorletzter
Position stehend, der Name mRi-mut-[...] zu
lesen sein.
mit Siegel und Beischrift.
586
C. Wunsch
BM 42040 [x Nbn] (R4+) Siegel und Beischrift weggebrochen, in der Rich-
terliste ist mRi-[...] zu lesen .
TBER 60 17 Nbn (R3) Tafel ist ungesiegelt, aber mit Beischrift.
Cyr 312 8 Cyr (R5) Tafel ist ungesiegelt; ohne Filiation in der Rich-
terliste genannt; vermutlich mit dem gleichnami-
gen Richter des Nabonid identisch.
Rimut-bel-ili, Familie Ahu-bani
Siegel:
Kahlkopfiger Beter, nach links blickend, mit Eimer in der linken und einem
Gerat in der rechten Hand, vor Altar mit Mondsichel und Altar mit Istarstern.
Zeichnung: 5R 67, I.
Belege:
5R67,1 ONgl (Rl) mit Siegel und Beischrift.
BM 113908 [x Ngl] (Rl) mit Siegel und Beischrift.
Rimut-Gula, Familie Esagilaja
Siegel:
Bartiger Beter mit erhobener rechter Hand, nach links blickend, vor
hockendem Hund, frei schwebender Mondsichel und Flugelsonne.
Belege:
Nbn 1128 1+ Nbn (R7) mit Siegel und Beischrift.
& ft
Katalog der Richterurkunden
5R 67, 1 = BM 41399 (81-6-25,10)
Urkundentyp: Grundstiickskaufurkunde.
Format: 13 cm x 7,5 cm x 3 cm. Langsformat, Ziegelform.
Einleitungsformel: i-na ka-na-ku IM.DUB su-a-tl, IGI.
Beurkundet durch: Sakin-temi und sieben Richter sowie vier Schreiber, jeweils mit
Ahnherrennamen.
Siegel: Richter- und Schreibersiegel mit Beischriften: lRd Sakin-temi, Rl, R2,
rRd R3-7, uRd SI, S2, oRd S3, S4 (in der Abb. 5R 67,1 steht der
untere Rand auf dem Kopf). Nagelmarken (eine Dreiergruppe, oRd
rechts).
Ort, Jahr: Babylon, 0 Ngl.
Bearbeitung: R.D. Sack, ZA 68, 1978, 129-149, spez. 146-149 (Transliteration und
Ubersetzung), wiederholt in ders., Neriglissar - King of Babylon,
Kevelaer - Neukirchen-Vluyn 1994 (AOAT 236), 218-222; G. van
Driel, JEOL 29, 1985-1986, 63f. (Ubersetzung); S.M. Maul, AoF 17,
1990, 107-112 (Kollation); C. Wunsch, CM 20, Nr. 6.
AJSL 27, 216 = RTC 12 A und B (Zwei Abformungen einer Tafel, deren Original
bisher nicht identifiziert werden konnte)
Urkundentyp: Verpflichtung des Eigentiimers, ein Grundstiick nicht zu verkaufen, zu
verschenken oder mit einer Hypothek zu belasten, solange ein
Rechtsstreit daruber andauert.
Format: Querformat.
Einleitungsformel: pa-ni Richterliste '"DI.KU5.
Beurkundet durch: Sechs Richter sowie zwei Schreiber, jeweils ohne Filiation.
Die Richter des Nabonid
587
Siegel: Wahrscheinlich ungesiegelt (die Rander sind nicht abgeformt worden).
Ort, Jahr: Babylon, [x Nbn?].
Bearbeitung: LL. Holt, AJSL 27, 1910-1911, 199f. (Transliteration, Ubersetzung),
216 (Kopie); C. Wunsch, CM 20, Nr. 4 (kollationiert).
AfO 36/37, 1989-1990, 48, Nr. 1 siehe BM 31546
BM 30549 siehe Nbn 16
BM 30645 siehe Nbn 668
BM 30707 siehe Nbn 776
BM 31356 siehe Nbn 355
BM 31398 siehe Nbn 64
BM 31535 siehe Nbn 495
BM 31546 (76-11-17,1273), Kopie S. 399 (im vorliegenden Band).
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: x+7 cm x 5,7 cm x 2 cm. Langsformat, Ziegelform, leicht gewolbt.
Oberes Drittel weggebrochen.
Einleitungsformel: i-na ES.BAR di-i-ni su-a-ti.
Beurkundet durch: Sieben Richter und einen Schreiber (ein weiterer Schreibername
konnte weggebrochen sein), jeweils mit Ahnherrennamen.
Siegel: Richtersiegel mit Beischriften (lRd [Rl], R2, R3, rRd [R4, R5], R6,
R7, uRd frei, oRd weggebrochen).
Ort, Jahr: [..., 9+x Nbn] (Ausstellungsort und Datum weggebrochen, wegen des
vermuteten Zusammenhanges mit Nbn 392 nach den 15.12.9 Nbn zu
datieren).
Bearbeitung: M.T. Roth, AfO 36/37, 1989-1990, 48, Nr. 1 (Transliteration); dies.,
fTasmetu-damqat and Daughters, AOAT 252 (= vorliegender Band),
388-390, Nr. 1.
BM 31672 (76-11-17, 1399)
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: x+6 cm x x+4,5 cm x 2,9 cm. Wohl Langsformat mit breiten,
rechtwinkligen Randern; linker, rechter und unterer Rand
weggebrochen.
Einleitungsformel: [ina E]S.BAR di-i-ni [sudti].
Beurkundet durch: Fiinf Richter und zwei Schreiber, jeweils mit Ahnherrennamen.
Siegel: Unklar, ob die Tafel gesiegelt war; wahrscheinlich nicht (Seitenrander
und uRd weggebrochen, oRd leer).
Ort, Jahr: Babylon, 9 Nbn.
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, CM 20, Nr. 84.
BM 31676 siehe BM 34392
BM 31681 (76-11-17,1408)
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: Nur rechte obere Ecke erhalten, etwa 2 cm dick. Vermutlich
Querformat mit breiten, rechtwinkligen Randern.
Einleitungsformel: Nicht erhalten.
Beurkundet durch: Mehrere Richter und zwei Schreiber, jeweils mit Ahnherrennamen.
Siegel: Unklar, ob die Tafel gesiegelt war. Mit Beischriften der Richter: nur
rRd oben R? erhalten, oRd leer.
588
C. Wunsch
Ort, Jahr: Babylon, 5 Nbn.
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 23.
BM 31797 (76-11-17,1524)
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: 5,7 cm x 7,5 cm x 2,0 cm. Querformat mit breiten, rechtwinkligen
Randern; Ecken und linker Rand weggebrochen.
Einleitungsformel: ina ES.BAR di-i-ni su-a-ta.
Beurkundet durch: Sukkallu, drei Richter und einen Schreiber, jeweils (auBer dem
Sukkallu) mit Ahnherrennamen.
Siegel: Ungesiegelt.
Ort, Jahr: Babylon, 0 [Ngl] (Sukkallu und Richter des mdU.G[UR-...] werden im
Text genannt).
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 5.
BM 31961 (76-11-17,1688), Kopie S. 400 (im vorliegenden Band).
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: 9 cm x 6 cm x 1,8 cm. Langsformat, Rander nicht erhalten.
Einleitungsformel: [ina ES.BAR] di-i-ni su-a-[ti].
Beurkundet durch: Sechs Richter und zwei Schreiber, jeweils mit Ahnherrennamen.
Siegel: Unklar, ob die Tafel gesiegelt war, weil die Rander nicht erhalten sind.
Ort, Jahr: [..., 9 Nbn] (Ausstellungsort und Datum weggebrochen; gehort wegen
des Bezugs zu Nbn 355, 359 und PR V 28.6 in das Jahr 9 Nbn).
Bearbeitung: M.T. Roth, fTasmetu-damqat and Daughters, AO AT 252 (= vorliegen-
der Band), 391-393, Nr. 3; C. Wunsch, CM 20, Nr. 112.
BM 32023 + 32155 + 32220 (76-11-17,1750 + 1882 + 1947, Joins durch I.L.
Finkel)
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: 10 cm x 6,7 cm x 2,4 cm. Langsformat, Ziegelform, leicht gewolbt.
Einleitungsformel: i-na ES.BAR di-i-ni su-[a-ti].
Beurkundet durch: Sechs Richter und mindestens zwei Schreiber, jeweils mit
Ahnherrennamen.
Siegel: Richtersiegel mit Beischriften (IRd Rl-3, rRd R4-6, uRd leer, oRd
weggebrochen).
Ort, Jahr: [..., 11 Nbn] (Ausstellungsort und Datum weggebrochen; gehort wegen
des Zusammenhangs mit Nbn 516 und 518 in das Jahr 11 Nbn).
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 6.
BM 32157 (+) 34432 (76-11-17,1884 und Sp 555)
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: Zwei unzusammenhangende Randfragmente, die eindeutig zur gleichen
Tafel gehoren (Schriftduktus und auBere Form gleich, beide erwahnen
einen Samas-zera-ibni als ProzeBpartei). Langsformat, gewolbt.
Einleitungsformel: [i-n]a ES.BAR d[i-i-ni sudti).
Beurkundet durch: Mindestens fiinf Richter, jeweils mit Ahnherrennamen.
Schreibernamen weggebrochen.
Siegel: Richtersiegel mit Beischriften: IRd [Rl], R2, R3, rRd R4, [R5...],
oRd und uRd nicht erhalten.
Ort, Jahr: [..., x Nbn].
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 22.
Die Richter des Nabonid
589
BM 32165 siehe Nbn 720
BM 32166 (76-11-17,1893)
Urkundentyp: Grundstiickskaufvertrag.
Format: x+5,7 cm x x+4,8 cm x 2,6 cm. Langsformat, Ziegelform, leicht
gewolbt, untere Halfte und rechter Rand weggebrochen.
Einleitungsformel: i-na k[a-na-ku tuppi sudti].
Beurkundet durch: Sieben Richter, jeweils mit Ahnherrennamen, einen weiteren
Zeugen mit voller Filiation (vermutlich Familienangehoriger des
Verkaufers) und drei Schreibern, wohl mit Ahnherrennamen
(weggebrochen).
Siegel: Richter- und Schreibersiegel mit Beischriften: lRd Rl, R2, R3, [R4],
rRd [R5, R6 und mindestens ein Schreibersiegel], oRd S?, uRd
weggebrochen. Nagelmarken nicht erhalten, aber zu erwarten.
Ort, Jahr: [..., x Nbn].
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 29.
BM 32174 (76-11-17,1901)
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: x+7,5 cm x 6,5 cm x 2,8 cm. Langsformat, Ziegelform, oberer und
unterer Rand sowie Teile des rechten Randes weggebrochen.
Einleitungsformel: [ina] ES.BAR d[i-i-ni Sudti].
Beurkundet durch: Sartennu (ohne Filiation), sieben Richter und zwei Schreiber,
Ahnherrennamen jeweils weggebrochen.
Siegel: Siegel von Sartennu und Richtern mit Beischriften: lRd Sartennu, Rl,
R2, R3, rRd [R4-7], oRd und uRd weggebrochen.
Ort, Jahr: Babylon, [2+x Nbn] (Datum weggebrochen, Jahr 2 Nbn im Text
erwahnt).
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 20.
BM 32199 siehe Nbn 720
BM 32431 (76-11-17,2166)
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: x+5,5 cm x x+4,5 cm x ? cm. Nur Oberflachenfragment der Riickseite
mit Stiicken des rechten und unteren Randes erhalten, wohl
Langsformat, Ziegelform.
Einleitungsformel: Weggebrochen.
Beurkundet durch: Richter und Schreiber (Richter- und Schreiberliste weggebrochen).
Siegel: Richtersiegel mit Beischriften: nur rRd Mitte R? erhalten.
Ort, Jahr: [..., x Nbn].
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 19.
BM 32674 siehe BM 33056
BM 32763 siehe Nbn 720
BM 32846 (77-2-22,8)
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: Offenbar Langsformat, Ziegelform; nur Oberflachenfragment Vs links
unten mit Teil des linken Randes erhalten.
590
C. Wunsch
Einleitungsformel: Weggebrochen.
Beurkundet durch: Mindestens vier Richter und Schreiber (Richterliste nicht
erhalten).
Siegel: Richtersiegel mit Beischriften: nur lRd ab Mitte R1+, R2+ erhalten.
Ort, Jahr: [..., x Nbn].
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 37.
BM 33056 (+) 32674 (78-10-23,2 und 76-11-17,2442)
Urkundentyp: Grundstiickskaufvertrag.
Format: x+7 cm x x+4,5 cm x 2,7 cm. Langsformat, Ziegelform, leicht
gewolbt. Zwei unzusammenhangende Fragmente, die eindeutig zur
gleichen Tafel gehoren; rechte obere Ecke und untere Halfte ohne
linken Rand erhalten.
Einleitungsformel: [ina kandk] IM.DUB su-a-ti.
Beurkundet durch: Sieben Richter und mindestens 3 Schreiber, jeweils mit
Ahnherrennamen.
Siegel: Richter- und Schreibersiegel mit Beischriften: lRd [Rl-4], rRd R5-7,
S2, oRd SI, uRd S3. Nagelmarken (eine Dreiergruppe auf uRd rechts
erhalten).
Ort, Jahr: [..., 9] Nbn (Ausstellungsort und Jahreszahl weggebrochen, gehort
wegen des Bezugs zu Nbn 355, 359 und PR V 28.6 in das Jahr 9 Nbn).
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, CM 20, Nr. 111.
BM 33945 siehe Nbn 356
BM 34196 + 34450 (Sp 302 und Sp 574, eigener Join)
Urkundentyp: ProzeBurkunde [Der Text geht teilweise mit dem von TCL 12, 122
parallel, es handelt sich jedoch nicht um ein Duplikat].
Format: x+6 cm x x+6 cm x 2,7 cm. Langsformat, Ziegelform, leicht gewolbt,
untere Halfte erhalten, Seitenrander weggebrochen.
Einleitungsformel: [ina] E[S.BAR dini sudti].
Beurkundet durch: Sieben Richter und zwei Schreiber, jeweils mit Ahnherrennamen
(weggebrochen).
Siegel: Unklar, ob die Tafel gesiegelt war, da die Seitenrander nicht erhalten
sind; oRd leer, uRd weggebrochen.
Ort, Jahr: [...], 12 [Nbn].
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 13.
BM 34392 + 41543 + 41700 + 41907 (+) 31676 (Sp 511 + 81-6-25,157 + 319 +
527 (+) 76-11-17,1403, alles eigene Joins)
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: x+7,4 cm x 6,5 cm x 1,8 cm. Langsformat, Ziegelform, leicht
gewolbt. Untere Halfte und rechte obere Ecke erhalten; die Fragmente
gehoren eindeutig zur gleichen Tafel.
Einleitungsformel: i-na ES.BAR di-i-ni su-a-ti.
Beurkundet durch: Acht Richter sowie mindestens einen Schreiber, jeweils mit
Ahnherrennamen.
Siegel: Ungesiegelt, aber mit Beischriften der Richter: lRd [Rl, R2], R3, R4,
rRd R5-8, uRd und oRd leer.
Ort, Jahr: [...], 3 Nbn.
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 21.
Die Richter des Nabonid
591
BM 34432 siehe BM 32157
BM 34450 siehe BM 34196
BM 37323 (80-6-12,1079)
Urkundentyp: Unklar.
Format: Offenbar Querformat, nur linke obere Ecke erhalten.
Einleitungsformel: [...] Richterliste wDI.KU5mes [...].
Beurkundet durch: Mehrere Richter (offenbar ohne Filiation) und mindestens einen
Schreiber.
Siegel: Ungesiegelt, aber mit Beischriften der Richter: nur lRd Rl, R2
(kopfstehend), oRd R? erhalten.
Ort, Jahr: Babylon, 13 [Nbn].
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 24.
BM 40263 (81-3-24,130)
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: Offenbar Langsformat, Ziegelform; nur rechte untere Ecke erhalten.
Einleitungsformel: [ina ES.B]AR di-i-ni su-a-ti.
Beurkundet durch: Mehr als vier Richter mit Ahnherrennamen sowie Schreiber
(Name weggebrochen).
Siegel: Richtersiegel mit Beischriften: nur rRd unten R6? erhalten, uRd leer.
Das Siegel laBt sich nicht eindeutig identifizieren; vermutlich handelt
es sich um das des Rimut-Bel//Misiraja.
Ort, Jahr: [..., x Nbn].
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 25.
BM 41399
BM 41402
BM 41411
BM 41415
BM 41459
BM 41543
BM 41700
siehe 5R 67,1
siehe Nbn 13
siehe Nbn 608
siehe Nbn 1128
siehe Nbn 356
siehe BM 34392
siehe BM 34392
BM 41785 (81-6-25,404)
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: Offenbar Langsformat, Ziegelform; nur rechte obere Ecke erhalten.
Einleitungsformel: Weggebrochen.
Beurkundet durch: Richter und Schreiber (Liste nicht erhalten).
Siegel: Richtersiegel mit Beischriften: nur rRd oben R3? erhalten; oRd mit
Siegelabrollung (Beischrift weggebrochen, daher nicht zu entscheiden,
ob Richter- oder Schreibersiegel).
Ort, Jahr: [...], 17 Nbn.
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 26.
BM 41907 siehe BM 34392
BM 42040 (81-6-25,662)
Urkundentyp: Unklar.
591
C. Wunsch
Format: Vielleicht Langsformat, nur Mittelstuck der Riickseite mit Teil des
linken Randes erhalten.
Einleitungsformel: Weggebrochen.
Beurkundet durch: Richter und Schreiber, nur wenige Zeichen der Liste erhalten.
Siegel: Richtersiegel mit Beischriften: nur lRd R1+ erhalten.
Ort, Jahr: [..., x Nbn].
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 27.
BM 79049 (Bu. 89-4-26,346)
Urkundentyp: Verpflichtungsschein iiber zu zahlende Strafe als Ergebnis eines
Prozesses.
Format: 6,7 cm x 4,8 cm x 1,5 cm. Querformat mit ca. 1,5 cm breiten, leicht
gerundeten Randern.
Einleitungsformel: i-na ma- har Richterliste ldDI.KU5mes ES.BAR -su-nu sd-kin.
Beurkundet durch: Sechs Richter (ohne Filiation) und einen Schreiber (mit
Ahnherren namen).
Siegel: Richtersiegel mit Beischriften: lRd Rl, oRd R2-4, uRd R5, R6, rRd
leer, teilweise von Zeilenenden beansprucht.
Ort, Jahr: Babylon, 12 Nbn.
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, Die Jugendsunden eines Babyloniers aus gutem
Hause, AoF 24, 1997, 231-241 (Kopie, Transliteration, Ubersetzung,
Kommentar).
BM 113908 (1919-11-8,1)
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: x+11 cm x 7,5 cm x 2,6 cm. Langsformat, Ziegelform.
Einleitungsformel: Weggebrochen.
Beurkundet durch: Sukkallu, mehr als zwei Richter und mindestens einen Schreiber,
Richter- und Schreiberliste weggebrochen.
Siegel: Richtersiegel mit Beischriften: lRd Sukkallu, Rl, R2, rRd [R3+],
R4/S1(?), S1+, oRd weggebrochen, uRd leer.
Ort, Jahr: [..., x Ngl].
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, Eine Richterurkunde aus der Zeit Neriglissars,
in: M. Molina u.a. (Hrsg.), Arbor Scientiae. Estudios ... dedicados a
Gregorio del Olmo Lete AuOr 17/18, 2000.
Edinb. 69 = RSM 1909.405.22
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: 10,8 cm x 7,7 cm x 2,8 cm. Langsformat.
Einleitungsformel: i-na sa-ta-ri tup-pi su-a-tl.
Beurkundet durch: Sakin-temi, zwei Tempelbeamte und drei Richter, jeweils mit
Ahnherrennamen; danach folgen fiinf weitere Zeugen und der Schreiber,
jeweils mit voller Filiation.
Siegel: Ungesiegelt, aber mit Beischriften: lRd Sakin-temi, rRd Rl, R3, oRd
R2, uRd leer.
Ort, Jahr: Babylon, 1 Ngl.
Bearbeitung: G. Ries, Ein neubabylonischer MitgiftprozeB (559 v. Chr.), in: D.
Norr - D. Simon (Hrsg.), Gedachtnisschrift fur Wolfgang Kunkel,
Frankfurt/M. 1984, 346-363 (Transliteration, Ubersetzung,
Kommentar); M.T. Roth, JCS 43/45, 1991-1993, 17f. (Kommentar).
Die Richter des Nabonid
593
MM 363b
Urkundentyp: Gerichtsinternes Protokoll(?).
Format: Vermutlich Langsformat, Ziegelform. Nur rechte obere Ecke erhalten.
Einleitungsformel: Keine.
Beurkundet durch: Mindestens fiinf Richter (keine Richterliste, keine Angabe des
Schreibers); im Text wird der Sakin-temi von Babylon erwahnt.
Siegel: Richtersiegel mit Beischriften (Besonderheit: auf der Ruckseite unten,
nicht auf dem Rand der Tafel und mehr gestempelt als gerollt, R1+ bis
R5+, der erhaltene rechte Rand ist leer).
Ort, Jahr: Kein Ausstellungsort und kein Datum angegeben. (Der im Text er-
wahnte Sakin-temi von Babylon, Nabu-iddin, wird in Nbn 170 aus dem
Jahre 4 Nbn erwahnt; das Richterkollegium ist in dieser Zusam-
mensetzung zwischen etwa 9 Nbn und 12 Nbn wirksam).
Kopie und Bearbeitung: C. Wunsch, Neu- und spatbabylonische Urkunden aus dem
Museum von Montserrat, AuOr 15, 1997, 139-194, Nr. 12.
Nbn 13 = BM 41402 (81-6-25,13)
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: 6 cm x 8 cm x 2,2 cm. Querformat mit breiten Randern und
rechtwinkligen Kanten.
Einleitungsformel: i-na ES.BAR di-i-ni su-a-ta.
Beurkundet durch: Sechs Richter sowie einen Schreiber, jeweils mit
Ahnherrennamen. Besonderheit: Schreiber ist der (spatere) Richter
Nergal-banunu.
Siegel: Richter- und Schreibersiegel mit Beischriften: lRd Rl, rRd R2, uRd
R3, R4, R5, oRd R6, S.
Ort, Jahr: Babylon, 0 Nbn.
Bearbeitung: zuletzt M.A. Dandamaev, Slavery in Babylonia from Nabopolassar to
Alexander the Great (636-331 BC), DeKalb 1984, 189f. (Ubersetzung)
[fur fruhere Bearbeitungen s. R. Borger, HKL]; C. Wunsch, AfO
44/45, 1997-1998, Nr. 30 (Siegelzeichnung).
Nbn 16 = BM 30549 (76-11-17,276)
Urkundentyp: Burgschaftsubernahme, moglicherweise als Ergebnis eines Prozesses.
Format: 4,4 cm x 5,5 cm x 1 cm. Querformat, wie ein normaler
Verpflichtungsschein geformt.
Einleitungsformel: inapa-ni Richterliste luDT.KU5me§ u-ll-ti e-le*-et.
Beurkundet durch: Vier Richter ohne Filiation, einen Schreiber mit voller Filiation.
Siegel: Ungesiegelt.
Ort, Jahr: Babylon, 0 Nbn.
Bearbeitung: F.E. Peiser Aus dem Babylonischen Rechtsleben, Leipzig 1890-1898,
Bd. 4, 21 (Ubersetzung); C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 31
(Kollation).
Nbn 64 = BM 31398 (76-11-17,1125)
Urkundentyp: Offenbar ProzeBurkunde, Text der Vorderseite fast vollig zerstort.
Format: 8 cm x 6,2 cm x 2 cm. Langsformat, Ziegelform.
Einleitungsformel: i-na ES.BAR di-i-ni su-a-ti.
Beurkundet durch: Sartennu und acht Richter sowie zwei Schreiber, jeweils mit
Ahnherrennamen.
Siegel: Siegel mit Beischriften von Sartennu und Richtern: lRd Sartennu, Rl,
R2, rRd R3, R4, R5, [oRd R6, R7], uRd R8, keine Schreibersiegel.
594
C. Wunsch
Ort, Jahr: Babylon, 2 Nbn.
Bearbeitung: C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 32 (Siegelzeichnung).
Nbn 355 = BM 31356 (76-11-17,1083)
Urkundentyp: Verpflichtungsschein im Zusammenhang mit Rechtsstreit um den
Verkauf eines Grundstuckes.
Format: 5,2 cm x 6,7 cm x 1,5 cm. Querformat mit breiten, rechtwinkligen
Randern.
Einleitungsformel: i-na ma-har Richterliste luDI.KU5me§ u-il-ti e-let.
Beurkundet durch: Fiinf Richter ohne Filiation, einen Schreiber mit
Ahnherrennamen.
Siegel: Ungesiegelt, aber mit Beischriften aller Richter: lRd Rl, R2, uRd R3,
R4, R5, oRd frei, rRd frei (teilweise weggebrochen).
Ort, Jahr: Babylon, 9 Nbn.
Bearbeitung: F.E. Peiser, Aus dem Babylonischen Rechtsleben, Leipzig 1890-1898,
Bd. 4, 83f. (Ubersetzung); M.T. Roth, fTasmetu-damqat and
Daughters, AO AT 252 (= vorliegender Band), 394-395, Nr. 5; C.
Wunsch, CM 20, Nr. 13.
Nbn 356 = BM 33945 (Sp 41) und BM 41459 (81-6-25,70)
Urkundentyp: ProzeBurkunde in zwei Kopien.
Format: BM 33945: 12 cm x 8 cm x 2,7 cm. Langsformat, Ziegelform.
BM 41459: 11 cm x 6,7 cm x 2,2 cm. Langsformat, Ziegelform,
leicht gewolbt.
Einleitungsformel: i-na ES.BAR di-i-ni su-a-ti.
Beurkundet durch: Sechs Richter und zwei Schreiber, jeweils mit Ahnherrennamen.
Siegel: BM 33945: ungesiegelt; BM 41459: ungesiegelt, aber mit Beischriften
aller Richter (in ungewohnlicher Anordnung): Rl und R2 auf der
weggebrochenen oberen Halfte des lRds, lRd Mitte R3, rRd oben [R4],
danach 1,5 cm frei, R5, 1 Zeile frei, R6 rRd Mitte.
Ort, Jahr: Babylon, 9 Nbn.
Bearbeitung: G. van Driel, JEOL 29, 1985-1986, 56 (Ubersetzung); M.T. Roth,
JCS 43/45, 1991-1993, 17-19 (Ubersetzung und Kommentar); C.
Wunsch, Die Urkunden des babylonischen Geschaftsmannes Iddin-
Marduk, Groningen 1993 (Cuneiform Monographs 3), Nr. 167
(Transliteration und Ubersetzung) [fur friihere Bearbeitungen s. R.
Borger, HKL].
Nbn 495 = BM 31535 (76-11-17,1262)
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: x+8 cm x 6,4 cm x 2,3 cm. Langsformat, Ziegelform, leicht gewolbt.
Unteres Drittel und linke obere Ecke weggebrochen.
Einleitungsformel: Weggebrochen.
Beurkundet von: Sechs Richtern und zwei Schreibern, jeweils mit Ahnherrennamen.
Siegel: Richtersiegel mit Beischriften: lRd Rl, R2, [R3], rRd R4, R5, [R6],
oRd leer, uRd weggebrochen.
Ort, Jahr: [..., 11+] Nbn (Ausstellungsort und Jahreszahl weggebrochen, Jahr 11
Nbn wird im Urkundentext erwahnt).
Bearbeitung: F.E. Peiser, Aus dem Babylonischen Rechtsleben, Leipzig 1890-1898,
Bd. 4, 81 (Ubersetzung); C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 33
(Siegelzeichnung).
Die Richter des Nabonid
595
Nbn 608 = BM 41411 (81-6-25,22)
Urkundentyp: Nicht klassifizierbarer Vertrag iiber ein Boot. Drei Richter sind
Vertragspartei.
Format: 5 cm x 6 cm x 1,7 cm. Querformat, wie ein normaler
Verpflichtungsschein geformt.
Einleitungsformel: Weggebrochen (ina pan, mahar oder vielleicht ^mukinnu zu
erwarten).
Beurkundet durch: Vier Richter und einen Schreiber (der erste Richter ist mit voller
Filiation aufgefuhrt, alle anderen mit Ahnherrennamen).
Siegel: Ungesiegelt.
Ort, Jahr: Babylon, 12 Nbn.
Nbn 668 = BM 30645 (76-11-17,372)
Urkundentyp: Ubertragung des Eigentumsrechts an Sklaven durch die Richter in einer
Erbschaftsangelegenheit; Kopie.
Format: 6,5 cm x 8 cm x 2 cm. Tafel im Querformat mit breiten,
rechtwinkligen Randern, leicht gewolbt.
Einleitungsformel: i-na ma-har Richterliste 'uDI.KU5me^ tup-pi sd-tir.
Beurkundet durch: Fiinf Richter und zwei Schreiber, jeweils ohne Filiation.
Siegel: Ungesiegelt, aber mit Beischriften (nach dem Wortlaut von Z. 20 muB
das Original gesiegelt gewesen sein.) Die Beischriften sind so
angeordnet, als ob Vorderseite und Ruckseite vertauscht waren: lRd Rl,
rRd [R2] (jeweils kopfstehend), uRd R3, R4, oRd R5.
Ort, Jahr: Babylon, 12 Nbn.
Bearbeitung: V. Marx, BA 4, 1902, 45-47 (Transliteration und Teilubersetzung) [fiir
weitere Ubersetzungen vgl. R. Borger, HKL]; B. MeiBner, AfO 11,
1936-1937, 153f. (Kommentar); C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998,
Nr. 16 (Transliteration, Ubersetzung, Kommentar)
Nbn 720 = BM 32165 + 32199 + 32763 (76-11-17,1892 + 1925 + 2534, eigene
Joins) [Die Kopie Nbn 720 zeigt nur BM 32199] mit Duplikat TCL
13, 219 = Mnb 1810
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: BM 32165+: 10,5 cm x 7 cm x 2,8 cm. Langsformat, Ziegelform,
leicht gewolbt.
Mnb 1810: x+8,3 cm x 6,7 cm x 2,7 cm. Langsformat, Ziegelform,
leicht gewolbt.
Einleitungsformel: i-na sa-ta-ri tup-pi su-a-ti.
Beurkundet durch: Sieben Richter und einen Schreiber, jeweils mit Ahnherrennamen.
Nur in BM 32165+ ist am Beginn der Richterliste (wo der Sartennu,
Sakin-temi oder Sukkallu zu erwarten ware) eine Zeile radiert worden.
Siegel: BM 32165+: Richtersiegel mit Beischriften. lRd Position 1
weggebrochen (die entsprechende Stelle war vermutlich leer), Rl, R2,
rRd R3, [R4], R5, oRd R6, R7.
Mnb 1810: Ungesiegelt, aber mit Beischriften. lRd Rl, R2, [R3?], rRd
nur Spuren zweier Beischriften erhalten, oRd weggebrochen, uRd leer,
soweit erhalten.
Ort, Jahr: Babylon, 13 Nbn.
Bearbeitung: E.W. Moore, Neo-Babylonian Business and Administrative
Documents, Ann Arbor 1935, CNB 219 (S. 222-225, nur TCL 13,
219); M. San Nicolo, Ein Urteil des koniglichen Gerichtes in Babylon
596
C. Wunsch
aus der Zeit des Nabonid, in: J. Friedrich - J.G. Lautner - J. Miles
(Hrsg.), Symbolae ... Paulo Koschaker dedicatae, Leiden 1939 (Studia
et documenta 2), 179-188 (Nbn 720 und TCL 13, 219).
Neue Kopie (einschlieBlich Joins) und Bearbeitung: C. Wunsch, CM 20, Nr. 90.
Nbn 776 = BM 30707 (76-11-17,434)
Urkundentyp: Urkunde iiber die Auflosung einer Geschaftsverbindung.
Format: x+5 cm x 7 cm x 1,8 cm. Querformat mit rechtwinkligen Randern,
unterer Rand weggebrochen.
Einleitungsformel: [i]-na HA.LA za-a-zu u sa-tar [...] <kein IGI (kollationiert)>
Richterliste " ,uDI.KU5me§ TIN.TIRki {kur} Schreiberliste
luDUB.SARme§.
Beurkundet durch: Fiinf Richter und drei Schreiber, jeweils ohne Filiation.
Siegel: Richtersiegel mit Beischriften, luDI.KU5 fehlt jeweils. lRd Rl, rRd
R2, oRd R3, R4, R5; uRd weggebrochen.
Ort, Jahr: Babylon, 14 Nbn.
Bearbeitung: C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 34 (Siegelzeichnung).
Nbn 1128 = BM 41415 (81-6-25,26)
Urkundentyp: ProzeBurkunde (Rechtsstreit um Forderungen, fiir die die Richter dem
Glaubiger ein Hausgrundstiick des Schuldners zusprechen; die Urkunde
weist daher einige Gemeinsamkeiten mit Grundstuckskaufvertragen
auf).
Format: 9 cm x 6,5 cm x 2,3 cm. Langsformat, Ziegelform, leicht gewolbt.
Einleitungsformel: i-na sa-ta-ra tup-pi su-a-ti.
Beurkundet durch: Sartennu, sieben Richter und zwei Schreiber (die in anderen
Urkunden als Richter fungieren).
Siegel: Richter- und Schreibersiegel mit Beischriften: lRd Sartennu, Rl-3, rRd
R4-7, oRd SI, S2, uRd leer. Siegel von Sartennu, R5 und R6 sind
trotz entsprechender Beischriften nicht abgerollt. Keine Nagelmarken.
Ort, Jahr: Babylon, 1+x Nbn (Die Jahreszahl ist weggebrochen; das
Akzessionsjahr Nabonids scheidet aus).
Bearbeitung: F.E. Peiser, Aus dem Babylonischen Rechtsleben, Leipzig 1890-1898,
Bd. 2, 70f. (Ubersetzung); C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998, Nr. 35
(Siegelzeichnung).
TBER 60 = AO 19536
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: 10,5 cm x 7,1 cm x 2,9 cm. Langsformat, Ziegelform, leicht gewolbt.
Einleitungsformel: i-na sa-ta-ra tup-pi su-a-ti
Beurkundet durch: Sechs Richter und drei Schreiber, jeweils mit Ahnherrennamen.
Siegel: Ungesiegelt, aber mit Beischriften: lRd Rl-3, rRd R4-6.
Ort, Jahr: Babylon, 17 Nbn.
Bearbeitung: D. Arnaud, Un document juridique concernant les oblats, RA 67, 1973,
147-156 (Transliteration, Ubersetzung, Kommentar, Foto).
TCL 12, 86 = Mnb 1127
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: 10,2 cm x 6,5 cm x 2,7 cm. Langsformat, Ziegelform, leicht gewolbt.
Einleitungsformel: [i-n]a ES.B AR di-i-ni su-a-ti.
Beurkundet durch: Sechs Richter und zwei Schreiber, jeweils mit Ahnherrennamen.
Die Richterdes Nabonid
597
Siegel: Ungesiegelt, aber mit Beischriften: IRd Rl-3, rRd R4-6.
Ort, Jahr: Babylon, 6 Nbn.
Bearbeitung: E.W. Moore, Neo-Babylonian Business and Administrative
Documents, Ann Arbor 1935, CNB 86 (S. 88f.).
TCL 12, 122 = Mnb 1809
Urkundentyp: ProzeBurkunde.
Format: 13 cm x 8 cm x 2,8 cm. Langsformat, Ziegelform, leicht gewolbt.
Einleitungsformel: i-na ES.BAR di-i-ni [sudti],
Beurkundet durch: Sieben Richter und zwei Schreiber, jeweils mit Ahnherrennamen.
Siegel: Richtersiegel mit Beischriften: IRd Rl, R2, [R3], rRd R4-7, keine
Schreibersiegel.
Fotos der Siegelabrollungen: L. Delaporte, Catalogue des cylindres cachets et pierres
gravees [de style oriental] du Musee du Louvre, Paris 1920, PI. 120, A
776, Abb. la, lb.
Ort, Jahr: Babylon, 1[2] Nbn (Die Tafel ist wegen des Zusammenhangs mit Nbn
668 in das Jahr 12 Nbn zu datieren).
Bearbeitung: E.W. Moore, Neo-Babylonian Business and Administrative
Documents, Ann Arbor 1935, CNB 122 (S. 118-121); H.H. Petschow,
Ein neubabylonischer BiirgschaftsregreB gegen einen NachlaB,
Tijdschrift voor Rechtsgeschiedenis (= Revue d'Histoire du Droit) 19,
1951, 25-57 (Teilubersetzung); C. Wunsch, AfO 44/45, 1997-1998,
Nr. 14 (Transliteration, Ubersetzung, Kommentar, kollationiert).
TCL 13f 219 siehe Nbn 720